Öffentlicher Dienst: 7 Punkte für effektive Führung im Homeoffice

Rolf Dindorf – Führungskräfteberater Verwaltung
 

Das Arbeiten in den eigenen vier Wänden und damit Führung auf Distanz verlangt von Führungskräften in der öffentlichen Verwaltung eine veränderte Haltung. ?Damit alle am selben Strang ziehen wird sich zwangsläufig Kommunikation in der Abteilung verändern müssen?, erklärt Dindorf. Neben der technischen Abstimmung zur Nutzung digitaler Tools wie beispielsweise Zoom oder MS Teams steht die Frage der täglichen Arbeitsprozesse im Raum. Die Liste folgender Punkte soll Führungskräften im öffentlichen Dienst helfen, virtuelles Führen im Sinne von Effizienz und tragfähigen Resultaten umzusetzen.
1. Aus alter Gewohnheit neigt man als Führungskraft dazu auch bei der Führung auf Distanz die Kommunikation via E-Mail als zentrale Säule zu nutzen. Doch ist die Ferne schon per se nicht persönlich verstärkt die anonyme E-Mail den Prozess. Damit alle am selben Strang ziehen ist die klassische E-Mail durch Videokonferenzen zu ergänzen.
2. Ein Erfolgsmerkmal effizienter Online-Besprechungen im öffentlichen Sektor liegt in der Häufigkeit. Wie viel Online-Meetings sind wirklich notwendig? Zeitfressende Online-Konferenzen ohne gewinnbringenden Output verursachen nur Aufwand sowie Frust bei allen Beteiligten.
3. Noch nie war Vertrauenskultur so zentral wie heute. Als Führungskraft muss man zwangsläufig in Vorleistung gehen. Indem Führungskräfte ihren Mitarbeitern Vertrauen schenken erhalten sie ein loyales Feedback. Gerade in herausfordernden Zeiten wie in unseren Tagen ist dies ein zentraler Angelpunkt damit sich Beschäftigte mit Überzeugung und Herzblut für Ihre Verwaltung engagieren.
4. Die überraschende physische Distanzierung für viele Beschäftigte im Dezernat ist eine Herausforderung für Psyche (Isolation) und Arbeitsfähigkeit. Im Gegensatz zu den zahlreich veröffentlichen Presseberichten ist es bei einigen Mitarbeitenden eben gerade kein Zuckerschlecken.
Warum? Weder verfügen viele Beschäftigte über großräumige Wohnungen noch ist der Wunsch nach täglichem Arbeitsplatz (auch am Wochenende) sonderlich ausgeprägt
Für Führungskräfte folgt daraus: Schaffen Sie trotz physischer Distanz menschliche Nähe. Wie? Ergänzend zu Online-Sitzungen auch persönliche Telefonate nicht vergessen.
5. Der Sprung ins kalte Wasser erfordert die eindeutige Formulierung von Zielen. Nur bei eindeutig gesetzten Zielen lässt sich am Tagesende ermitteln ob die Zielgerade erreicht wurde. Das hat sowohl für Führungskräfte als auch Mitarbeitende im öffentlichen Dienst Vorteile. Die Führungskraft erhält greifbare Ergebnisse. Der Mitarbeiter kann sichtbare Resultate vorweisen. Somit lassen sich mögliche Zweifel am Arbeitswillen der Beschäftigten rasch aus der Welt schaffen.
6. Mitarbeiterzufriedenheit lässt sich auch durch den virtuellen Kaffee- oder Teeplausch erhalten. Kommunikation und Führung im Homeoffice muss sich keineswegs auf nüchterne Geschäftskommunikation reduzieren. Warum nicht auch jede Woche einen virtuellen Austausch wie in der Kaffee- bzw. Teeküche vereinbaren? ?Das stärkt die Verbundenheit in Zeiten der Isolation?, sagt Führungskräfteberater Dindorf.
7. Damit durch Homeoffice das Dezernat nicht vom Musterschüler zum Sorgenkind wird braucht es auch ein strukturiertes Zeitmanagement. Tages- oder Wochenpläne helfen allen Teammitgliedern sichtbare Resultate zu entwickeln. Als Führungskraft gilt es hier gemeinsam mit den Beschäftigten eine zeitliche Struktur zu entwickeln. ?Dies hilft sowohl dem drohenden heimischen Schlendrian entgegenzuwirken als auch durch Einhaltung der Arbeitszeit die Gesundheit zu schonen?, so Dindorf.

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