
Steigende Anforderungen an Prävention und Aufsicht
Die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung entwickelt sich kontinuierlich weiter. Neben klassischen Geldwäsche-Risiken rückt insbesondere die Terrorismusfinanzierung als eigenständiger Schwerpunkt der Aufsicht stärker in den Vordergrund. Informelle Zahlungssysteme wie Hawala können dabei für grenzüberschreitende Geldtransfers genutzt werden, die sich einer regulären Bankenaufsicht entziehen und deshalb besondere Herausforderungen für die Risikoanalyse darstellen.
Für Unternehmen ergeben sich daraus erhöhte Anforderungen an Kundenrisikobewertungen, Sanktionsprüfungen, Transaktionsmonitoring sowie an die Ausgestaltung interner Sicherungsmaßnahmen. Auch Veröffentlichungen der Financial Action Task Force (FATF), Hinweise der Financial Intelligence Unit (FIU) und Erwartungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beeinflussen die praktische Umsetzung von Compliance-Anforderungen.
Herausforderungen bei Hawala, Kryptowerten und Terrorismusfinanzierung
Neben klassischen Geldwäschemethoden gewinnen alternative Finanzsysteme und kryptobasierte Zahlungsstrukturen an Bedeutung. Unternehmen müssen zunehmend erkennen können, welche typischen Red Flags auf Hawala-Strukturen oder auf mögliche Terrorismusfinanzierung hindeuten. Gleichzeitig spielen Due-Diligence-Prozesse, KYC-Verfahren, Risikoanalysen sowie die Identifikation auffälliger Geschäftsbeziehungen eine zentrale Rolle.
Hinzu kommen strafrechtliche und aufsichtsrechtliche Fragestellungen. Dazu gehören unter anderem die Einordnung unerlaubter Zahlungsdienste, mögliche Verwaltungsmaßnahmen der Aufsicht sowie Anforderungen an Verdachtsmeldungen und die Dokumentation risikoorientierter Prüfprozesse. Die bevorstehenden Änderungen durch die europäische AML-Verordnung erfordern darüber hinaus eine frühzeitige Auseinandersetzung mit künftigen regulatorischen Entwicklungen.
Inhalte des Seminars
Das Webinar „Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Hawala“ vermittelt die rechtlichen, regulatorischen und praktischen Grundlagen zur Prävention und Erkennung entsprechender Risiken. Behandelt werden unter anderem:
– gesetzliche und aufsichtsrechtliche Anforderungen zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung
– Funktionsweise des Hawala-Bankings sowie Abgrenzung zu weiteren informellen Finanzsystemen
– Red Flags, Typologien und Best Practices für Prävention, Erkennung und Überwachung
– Anforderungen an Risikoanalysen, KYC-Prozesse und Due Diligence
– straf-, zivil- und aufsichtsrechtliche Folgen unerlaubter Zahlungsdienste
– praktische Fallstudien zu kryptobasierten Hawala-Netzwerken
– Auswirkungen des EU-AML-Pakets auf Compliance- und Geldwäscheprävention.
Relevanz für Compliance, Geldwäscheprävention und Finanzinstitute
Das Seminar richtet sich insbesondere an Geldwäschebeauftragte, Compliance-Verantwortliche, Mitarbeitende aus Finanzinstituten, Versicherungen und FinTechs sowie an Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Risikomanagement, Interne Revision, Recht und Governance. Auch Verantwortliche für KYC-, Sanktions- und Financial-Crime-Prozesse erhalten einen strukturierten Überblick über aktuelle regulatorische Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Unternehmenspraxis.
Referenten
Rechtsanwalt Dr. Ulrich L. Göres ist Managing Partner der TURN Advisory GmbH und verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Anti-Financial Crime, Compliance, Governance und Geldwäscheprävention. Er war unter anderem in leitenden Funktionen für internationale Finanzinstitute tätig und berät Unternehmen zu regulatorischen Anforderungen und Financial Crime Risk Management.
Tommas Kaplan, LL.M., ebenfalls Managing Partner der TURN Advisory GmbH, war unter anderem Geldwäschebeauftragter und Chief Compliance Officer im Immobiliensektor sowie zuvor Kriminalkommissar. Seine Tätigkeitsschwerpunkte liegen in der Geldwäscheprävention, internen Untersuchungen und der Entwicklung praxisorientierter Präventionskonzepte gegen Finanzkriminalität.
Das Webinar findet am 21. Oktober 2026 als Online-Veranstaltung statt.