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Internationaler Aufruf: Freiheit für Carola Rackete und die IUVENTA10 / Brücken statt Blockaden!

Corinna Harfouch, Ingo Schulze, Gesine
Schwan und mehr als 20 weitere Wissenschaftler und Kulturschaffende
fordern Freiheit für Carola Rackete und die IUVENTA10. Mit dem Appell
„Brücken statt Blockaden“ haben sich Wissenschaftler und
Kulturschaffende in Deutschland den europäischen Appellen für die
Freilassung der Sea Watch 3 Kapitänin Carola Rackete angeschlossen.
Neben der sofortigen Freilassung von Rackete und einer Freigabe ihres
Schiffes, fordern sie die Einstellung der Verfahren gegen die Crew
eines weiteren zivilen Seenotrettungsschiffs, der Iuventa. „Es ist
höchste Zeit, dass Europa seiner kollektiven Verantwortung gerecht
wird, seine moralische Glaubwürdigkeit wiederherstellt und seine
politische Handlungsfähigkeit beweist. Die EU muss die
internationalen SOLAS- und SAR-Konventionen befolgen, die es zur
Pflicht machen, gerettete Menschen an einen sicheren Ort zu bringen“,
heißt es in dem Appell.

Der deutsche Appell „Brücken statt Blockaden!“ wurde initiiert von
medico international und den bundesweiten Netzwerken kritnet
(Netzwerk für kritische Migrations- und Grenzregimeforschung) und
Seebrücke sowie von Sea Watch selbst. Der Appell greift die Erklärung
des Komitees europäischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
„Comité Européen contre la Criminalisation du Sauvetage en Mer“
(CECCSM) auf, der am 27. Juni auf Initiative des Philosophen Etienne
Balibar von französischen Intellektuellen unterzeichnet und in der Le
Monde unter dem Titel «Sea-Watch 3: C–est maintenant qu–il faut
inverser la destruction du droit et de l–humanité» publiziert wurde.
Er wurde inzwischen in mehrere Sprachen übersetzt und von Tausenden
unterzeichnet.

„Im Gegensatz zu Matteo Salvini steht Carola Rackete auf der Seite
des Rechts. Dieses Recht zu verteidigen, ist die Aufgabe aller, die
in einem Europa leben wollen, in dem die Menschenrechte mehr sind als
Worthülsen“, erklärt Sabine Hess, Mitglied von kritnet und
Migrationsforscherin an der Universität Göttingen. Und Stephan
Lessenich, Professor für Soziologie an der LMU München, weist darauf
hin: „Bei aller Empörung über den italienischen Innenminister und
aller Unterstützung für die deutschen Kapitäninnen: Unsere Kritik
gilt ganz genauso der Politik des deutschen Innenministers – und
unsere Unterstützung auch allen anderen, die Widerstand leisten gegen
das mörderische europäische Grenzregime.“

„Mit dem Appell –Brücken statt Blockaden– reihen wir uns ein in
die europäische Allianz gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung.
Wir erklären damit unsere uneingeschränkte Solidarität mit den
Kolleginnen und Kollegen von Seawatch und Iuventa sowie mit allen
anderen, die Menschen in Not zur Seite stehen. Dabei vergessen wir
auch die jugendlichen Migranten nicht, die vor wenigen Wochen ein
Handelsschiff dazu brachten, Gerettete nach Malta zu bringen anstatt
zurück in die libysche Hölle. Sie haben mindestens genauso viel
Beistand verdient wie die deutschen Kapitäninnen und Kapitäne“,
ergänzt Ramona Lenz, Migrationsreferentin der Hilfs- und
Menschenrechtsorganisation medico international.

Den vollständigen Aufruf und die Möglichkeit zur Unterzeichnung
finden Sie auf:

https://you.wemove.eu/campaigns/brucken-statt-blockaden

Pressekontakt:

– Sabine Hess, Direktorin des Center für globale Migrationsforschung
der Universität Göttingen: Tel. 0163-4558561
– Ramona Lenz, medico international: Tel. 0163-2562185 oder
lenz@medico.de
– Stephan Lessenich, Ludwig-Maximilian Universität München: Tel.
0179-7984172

Original-Content von: medico international, übermittelt durch news aktuell

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