KI liefert Wissen in Sekunden – warum Menschen trotzdem besser lesen lernen sollten

Essen, 13 August 2026 – Künstliche Intelligenz kann heute Berichte zusammenfassen, Fachtexte analysieren und umfangreiche Dokumente innerhalb weniger Sekunden auf zentrale Aussagen reduzieren. Damit stellt sich eine interessante Frage: Warum sollten Menschen überhaupt noch lernen, schneller zu lesen?

Für Guido Wieprecht vom Europäischen Institut für Lerntechniken (E-ILT) liegt die Antwort in einer Fähigkeit, die durch KI sogar an Bedeutung gewinnt: Informationskompetenz.

„KI kann uns beim Verarbeiten von Informationen unterstützen. Sie nimmt uns aber nicht die Verantwortung dafür ab, Informationen zu verstehen, zu hinterfragen und daraus eigene Entscheidungen abzuleiten.“

Die Herausforderung der modernen Wissensgesellschaft besteht längst nicht mehr darin, Informationen überhaupt zu finden. Das Problem ist vielmehr ihre enorme Menge.

Führungskräfte, Unternehmer und Beschäftigte müssen täglich E-Mails, Präsentationen, Fachartikel, Nachrichten und Dokumente verarbeiten. Gleichzeitig entstehen durch KI noch mehr Inhalte.

Schnelllesen bedeutet in diesem Zusammenhang nicht einfach, möglichst viele Wörter pro Minute zu überfliegen. Entscheidend ist vielmehr, die eigene Lesestrategie an das jeweilige Ziel anzupassen.

Ein Vertrag erfordert eine andere Aufmerksamkeit als ein Zeitungsartikel. Ein Fachbuch wird anders gelesen als eine E-Mail. Und bei einem umfangreichen Bericht kann zunächst entscheidend sein, schnell herauszufinden, welche Abschnitte überhaupt relevant sind.

Genau diese Fähigkeit zur bewussten Informationsauswahl könnte im KI-Zeitalter besonders wertvoll werden.

Wer ausschließlich Zusammenfassungen konsumiert, läuft Gefahr, wichtige Zusammenhänge oder Nuancen nicht selbst wahrzunehmen. Wer dagegen sowohl moderne KI-Werkzeuge als auch eigene Lese- und Lernkompetenzen beherrscht, kann beide Möglichkeiten miteinander verbinden.

Wieprecht sieht darin auch einen Zusammenhang mit seinem Konzept ZEITRENDITE®: Entscheidend sei nicht, möglichst viele Informationen zu konsumieren, sondern die richtigen Informationen mit angemessenem Zeitaufwand zu erfassen und daraus sinnvolle Entscheidungen abzuleiten.

Die entscheidende Zukunftskompetenz könnte deshalb nicht heißen: Mensch oder KI.

Sondern: Wie gut kann der Mensch KI, eigenes Wissen und kritisches Denken miteinander verbinden?

Weitere Informationen:

https://e-ilt.de
https://guidowieprecht.com
https://zeitrendite.de