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NABU stellt Aktionsplan für biologische Vielfalt vor Tschimpke: Kein Naturschutz zum Nulltarif

Berlin – Kurz nach dem Scheitern des UN-Gipfels in
Rio hat der NABU mit seinem Masterplan 2020 einen Aktionsplan zum
Erhalt der biologischen Vielfalt in Deutschland vorgestellt. „Der
Verlust der Natur schreitet auch in Deutschland ungebremst voran. Mit
einer Gefährdungsrate von rund 27 Prozent aller heimischen Pflanzen-
und 36 Prozent der Tierarten erreichen wir europäische Spitzenwerte“,
sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Der NABU-Masterplan 2020
beinhaltet einen konkreten Forderungskatalog und richtet sich an
Entscheidungsträger aus Bundes- und Landesregierungen, aber auch an
kommunale Politiker, mit Maßnahmen, um das Artensterben bis zum Jahr
2020 wirksam zu stoppen und geschädigte Ökosysteme wiederzubeleben.

Wo Arten verloren gehen und Ökosysteme ihre Funktionen etwa zur
Reinigung von Böden, Wasser und Luft nicht mehr erfüllen können,
verschwindet auch der Lebens- und Wirtschaftsraum für den Menschen.
„Unsere Landschaft wandelt sich rasant. Wo früher Wiesen und Weiden
vielen Arten Lebensraum boten, bestimmen heute monotone Maisäcker das
Bild“, so Tschimpke. Hauptverursacher für den ungebremsten Verlust an
biologischer Vielfalt seien eine intensive Land- und Forstwirtschaft,
ein inkonsequenter Vollzug von Gesetzen, unzureichende
Schutzverordnungen und Managementpläne für Schutzgebiete, und der
ungebremste Flächenverbrauch durch den Bau von Straßen,
Gewerbegebieten und Siedlungen. Große Bedeutung hätten auch
umweltschädliche Subventionen wie die EU-Zahlungen in der
Landwirtschaft. „Die Bundesregierung muss sich in der aktuellen
Diskussion über die Neugestaltung der EU-Agrarpolitik endlich
konstruktiv einbringen“, kritisierte Tschimpke. So dürften Landwirte
künftig nicht mehr für umweltschädliches Verhalten belohnt werden,
sondern öffentliche Gelder nur für Leistungen erhalten, die dem
Gemeinwohl dienten.

Rund um den Globus wachse die Erkenntnis, dass wir uns ein
Scheitern beim Erhalt der biologischen Vielfalt nicht leisten können.
Denn die „Kosten des Nichtstuns“ würden die zum Schutz der
biologischen Vielfalt erforderlichen Mittel um ein Vielfaches
überschreiten. Die Vereinten Nationen haben daher von 2011 bis 2020
die internationale UN-Dekade der biologischen Vielfalt ausgerufen.
„Sowohl die internationale Staatengemeinschaft als auch die
Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben sich bis 2020
ehrgeizige Ziele gesetzt. Jetzt geht es darum, vorliegende Pläne wie
die neue EU-Biodiversitätsstrategie und die Nationale Strategie zur
biologischen Vielfalt in Deutschland konsequent umzusetzen. Den
Schutz der biologischen Vielfalt gibt es dabei aber nicht zum
Nulltarif“, so Tschimpke.

Den Masterplan 2020 des NABU gibt es zum Download unter
www.NABU.de/Masterplan2020

Originaltext vom NABU

NABU-Pressestelle, Telefon: 0 30.28 49 84-1510, -1722, -1952
Telefax: 0 30.28 49 84-2500, E-Mail: Presse@NABU.de

Pressekontakt:
Jörg-Andreas Krüger, Fachbereichsleiter Naturschutz und
Umweltpolitik, Tel.: 0173-6004364
Kristian Klöckner, Fachbereich Naturschutz und Umweltpolitik, Tel.:
030-284984-1621

Weitere Informationen unter:
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