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Pflege: „In sechs Monaten werden Versorgungsengpässe unübersehbar.“ / bpa warnt vor zu starrer Durchsetzung von Bauanforderungen zum Stichtag im Herbst

Wenn zum 1. August 2018 die Übergangsfrist zur
Umsetzung neuer Bauvorschriften in der stationären Altenpflege in NRW
endet, werden spürbar zunehmend Heimplätze in NRW fehlen. Davor
warnte der Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter
sozialer Dienste e.V. (bpa). „Viele Einrichtungen haben in den
vergangenen Jahren intensiv an der Umsetzung der neuen Vorschriften
gearbeitet und zum Beispiel die Zahl der Einzelzimmer gesteigert. Das
ist eine Leistung, die viel Energie und millionenschwere private
Investitionen erfordert hat“, sagte Christof Beckmann auf dem
heutigen Jahresempfang des Verbandes in Düsseldorf.

In einigen Häusern sei die Umsetzung der neuen Vorgaben jedoch
schlicht nicht möglich gewesen. „Diese oft alteingesessenen und gut
angenommenen Heime stehen ab dem 1.8. nach und nach vor dem Aus. In
genau sechs Monaten werden die Versorgungsengpässe also Stück für
Stück unübersehbar.“ Beckmann forderte von der Landesregierung erneut
Augenmaß bei der Umsetzung der neuen Bauvorschriften.
„Pflegebedürftige und ihre Angehörigen dürfen es nicht noch schwerer
haben, einen dringend benötigten Heimplatz zu finden.“

Gleichzeitig kritisierte der bpa-Landesvorsitzende große
Unsicherheiten für die Einrichtungen in NRW, die in einem
angemieteten Gebäude betrieben werden und für die es künftig keine
angemessene Refinanzierung mehr gibt. „Rund 1.000 Pflegeheime in NRW
wissen spätestens ab dem übernächsten Jahr nicht mehr, wie sie ihre
Mieten erwirtschaften sollen.“ Hier drohe die nächste
Schließungswelle, wenn die Landesregierung die oftmals langfristigen
Mietverpflichtungen nicht vollständig berücksichtige.

Er spüre in den derzeit laufenden Gesprächen mit der Politik aber
zunehmendes Verständnis für die Belange der Einrichtungen, sagte
Beckmann. „Mittlerweile dürfte allen politisch Verantwortlichen klar
sein, dass die Pflegeheime einen verlässlichen Vertrauensschutz für
ihre bisher anerkannten Mietaufwendungen über die volle Laufzeit
ihrer Verträge benötigen.“

Die bpa-Landesgruppe NRW hatte rund 250 Gäste aus Pflege, Politik,
Verwaltung sowie von den Kostenträgern zum traditionellen
Jahresempfang in die Düsseldorfer Geschäftsstelle geladen.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
bildet mit mehr als 10.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon fast
1.600 in Nordrhein-Westfalen) die größte Interessenvertretung
privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland.
Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der
Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater
Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen
die Verantwortung für rund 305.000 Arbeitsplätze und circa 23.000
Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch
www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei
etwa 24,2 Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Für Rückfragen: Norbert Grote, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle,
Tel.: 0211/311 39 30, www.bpa.de

Original-Content von: bpa – Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., übermittelt durch news aktuell

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