Der Sturm der Entrüstung über die abrupte Kappung der
Solarförderung war zu erwarten. Die Branche hat eine schlagkräftige
Lobby – auch in der CSU, die den solar investierenden bayerischen
Landwirten gefallen will. Schimpfen gehört zum Geschäft – dabei haben
bisher beklagte Kürzungen nicht dazu geführt, dass nennenswert
weniger Fotovoltaikanlagen auf die Dächer montiert wurden.
Die Einschnitte bei Schlecker werden folgenreicher sein, als
derzeit den meisten bewusst ist. Unbestritten sind Tausende
gekündigte Beschäftigte in den Geschäftsstellen die Leidtragenden.
Aber wenn in den nächsten Wochen die kleinen, ungemütlichen Läden mit
der blau-weißen Schrift zu Hunderten aus den Dörfern und Vororten
Deutschlands verschwinden, werden auch die Kunden erkennen, welche
Bedeutung Schlecker hatte. Insbesondere
Schlecker streicht die Hälfte aller Jobs: eine
erschütternde Nachricht für viele Kunden und Geschäftspartner – aber
vor allem für die Mitarbeiter der Drogeriekette und deren Familien.
Denn Schlecker ist in mehrerlei Hinsicht kein Unternehmen wie jedes
andere, und die meisten betroffenen Mitarbeiter verlassen nicht
gerade ein Karrieresprungbrett. In vielen Fällen beschäftigt die
Drogeriekette vor allem Frauen, die aufgrund ihrer Ausbildung, ihres
Alters,
Der Bankenverband hat recht: Der jüngste 530
Mrd. Euro schwere Dreijahreskredit an Eurolands Geschäftsbanken durch
die Europäische Zentralbank (EZB) darf nicht als
"Breitbandantibiotikum" missverstanden werden. Völlig zu Recht weist
Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer darauf hin, dass die EZB nur Zeit
kaufen, aber weder einen funktionsfähigen Interbankenmarkt ersetzen
noch die Staatsschuldenkrise lösen kann. Leider aber kennt die EZB
mittler
Schlecker steht nun ein brutaler Kahlschlag bevor.
Fast die Hälfte der Arbeitsplätze und Filialen der insolventen
Drogeriemarktkette in Deutschland sollen verschwinden, damit
wenigstens der Rest überleben kann. In Berlin zittern rund 1000
Mitarbeiterinnen. Ihnen wie allen anderen ist bewusst: Der Schnitt
fällt deutlich tiefer aus, als Gründer-Tochter Meike Schlecker und
Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz vor gerade mal einem Monat noch
erhofft hatten. Doch die schon
Deutschlands größte Drogeriekette,
Branchenführer in Europa und eines der expansivsten Unternehmen im
gesamten deutschen Einzelhandel: Vor zehn, ja sogar noch vor fünf
Jahren stand Schlecker auf einem sehr hohen Podest. Danach wurde
alles schlecht und schlechter. Die Konkurrenz zog vorbei. Schlecker
aber blieb auf dem Podest, von dem es nun umso tiefer stürzte. Am
schlimmsten trifft es die Arbeitnehmer. Sie sind wirklich zu
bedauern. Da haben sie Jahre, vielleich
Manchmal sprechen Zahlen Bände. 125 Milliarden
Dollar (93 Milliarden Euro) schwer soll das gemeinsame
Einkaufsvolumen der Auto-Konzerne General Motors (GM) und PSA Peugeot
Citroën auf die Waage bringen. Das macht die Dimension dieser Allianz
deutlich. Und die dürfte in der Zulieferer-Branche kaum für Jubel
sorgen. Insbesondere bei Massenteileherstellern für die europäische
Mittelklasse wird die Partnerschaft tiefe Spuren hinterlassen.
Andererseits bietet die Al
Mit Schlecker ist nicht einfach ein Unternehmen
pleite gegangen. Gescheitert ist das Modell Schlecker. Ein
Geschäftsmodell, das an der ganz falschen Stelle gespart hat – an den
Mitarbeitern. Nicht viele Unternehmen dieser Größe handeln sich eine
Rüge der Kanzlerin ein und verleihen einem Gesetz gegen Lohndumping
ihren Namen: Die Lex Schlecker gab 2010 dem zweifelhaften Image des
Drogisten den Rest. Seitdem hat sich vieles geändert: Lars und Meike,
die Kinder des Pa
Die Zahl ist eine Katastrophe: 11 750 Menschen
sollen ihre Arbeitsstelle beim Drogeriekonzern Schlecker verlieren.
Um das Überleben des Unternehmens zu sichern. Das verkündete gestern
der Insolvenzverwalter und stellte zugleich fest: "Schlecker ist
zukunftsfähig". Trösten wird das die Mitarbeiter, die demnächst ihre
Kündigung auf den Tisch bekommen, kaum. Sie müssen für die verfehlte
Unternehmensstrategie bezahlen. Die Restrukturierung wurd
Kundendaten, die im Internet abrufbar sind,
Detektive, die die eigenen Mitarbeiter ausspionieren, Leiharbeiter,
die statt der entlassenen Stammkräfte in eigens dafür eröffneten
Läden anfangen – die Liste der Skandale beim insolventen schwäbischen
Drogeristen Schlecker ist lang. Und selbst der neue Slogan für die
rund 6000 Märkte ging am Ende voll daneben. "For you. Vor Ort" ließen
die Schleckers auf die Schaufenster kleben. Als die Insolvenz