Dass der Schaden in Japan riesig ist, kann angesichts der Bilder
keiner bezweifeln. Dass er die Welt oder auch nur das Land selbst in
eine tiefe Rezession stürzt, schon eher. Hier greift keinesfalls ein
Automatismus. Wirtschaftswissenschaftler kennen den Kobe-Effekt, der
sogar nach einer japanischen Stadt benannt ist. Als ebenfalls ein
Erdbeben sie in den 1990er-Jahren zerstörte, fürchteten Experten
ökonomisch das Schlimmste. Doch das
Vor kurzem noch wurde der weltweite Wirtschaftsboom gefeiert. Nun
wird er gleich von mehreren Seiten gefährdet. Auf die
Naturkatastrophe in Japan droht eine nukleare Katastrophe zu folgen,
weil Menschen voll Technikgläubigkeit meinten, selbst in
Erdbebengebieten Meiler bauen zu können. Welche Hybris! Ein Super-GAU
wäre furchtbar für die Menschen in Japan. Er würde auch die
japanische Wirtschaft, die seit über zehn Jahren
Die Bilder von den Explosionen im Atomkraftwerk
Fukushima werden sich in die Erinnerung der Menschen brennen wie der
vor 25 Jahren in Flammen stehende Reaktor im russischen Atomkraftwerk
Tschernobyl oder die Kernschmelze im amerikanischen Atommeiler Three
Miles Island nahe Harrisburg vor 32 Jahren. Bilder, die Emotionen
freisetzen und die energiepolitische Debatte auf Jahre prägen werden,
zumindest hierzulande. Und Bilder, die Sachargumente und Fakten in
den Hintergrund treten lassen.
Angela Merkel ist der Beifall im Volke sicher. Das
Aussetzen der Laufzeitverlängerung für die heimischen Atomkraftwerke
ist auch mehr als ein politisches Placebo. Immerhin dürfte das
Moratorium zum Abschalten von zwei, drei Meilern führen, das
Wiederanlaufen zwei weiterer AKW verhindern und somit harte
ökonomische Folgen nach sich ziehen. Dass davon einer,
Neckarwestheim, in Baden-Württemberg steht, ist für den
wahlkämpfenden CDU-Mann Mappus sicherl
Die Bilder der Verwüstung, die Toten, die
Bedrohung einer atomaren Verseuchung – all das lässt Betrachtungen
über die wirtschaftlichen Folgen der Katastrophe nebensächlich bis
zynisch erscheinen. Aber sie sind eben einer der Bestandteile. Und
auch sie werden die Menschen vor allem in Japan, aber auch in
unterschiedlichem Maße rund um die Welt betreffen. Eines ist klar:
Das Wohl und Wehe hängt fundamental vom Ausgang der Ereignisse in den
Atomkraftwerken ab. K
Europas größtes Universitätsklinikum steht vor
einem Warnstreik. Nach Informationen des in Berlin erscheinenden
"Tagesspiegels" (Dienstagausgabe) will die Gewerkschaft Verdi ihre
Mitglieder in der Charité dazu aufrufen, ab Dienstagmorgen gegen 6
Uhr die Arbeit niederzulegen. Verdi unterstreicht so ihre Forderung
in der aktuellen Tarifrunde für die fast 10.000 Pfleger, Schwestern
und Techniker: für jeden Beschäftigten 300 Euro mehr pro Monat.
Der Wirtschaftsweise Lars Feld hat Kritik an den
Vereinbarungen der Euro-Staaten vom vergangenen Freitag zur
Ausweitung des Rettungsschirms geübt. Diese seien "ein erster, aber
moderater Schritt in Richtung Transferunion", sagte er dem
"Tagesspiegel" (Montagausgabe). Die Bundeskanzlerin müsse
verhindern, dass weitere Schritte in dieser Richtung folgten. "In
Zukunft muss wieder gelten, dass jedes Land für seine Schulden selbst
verantwortlich ist und
Aufstieg und Fall eines Politikers wie Karl-Theodor zu Guttenberg
haben viel mit der Sehnsucht des Volkes nach glaubwürdigen Vertretern
zu tun. Beim Thema Euro steht Kanzlerin Angela Merkel inzwischen vor
einem massiven Glaubwürdigkeitsproblem: Kaum noch jemand nimmt ihr
das Versprechen ab, bei der Hilfe für Euro-Schuldensünder wie
Griechenland gehe es nur um Bürgschaften des deutschen Steuerzahlers,
die nie in Anspruch genommen werden müssten.
Tunesien und erst recht Ägypten waren schon
immer eine Reise wert. Der Kontrast zwischen den kargen Wüsten
einerseits und den – im wahrsten Sinne des Wortes – blühenden
Landschaften andererseits zog Touristen aus aller Welt ebenso magisch
an wie die Vielzahl historischer Stätten von Karthago im Westen bis
Luxor in Osten. Nachdem die Despoten in Tunis und Kairo vertrieben
sind, gibt es jetzt noch mehr Argumente, an den Golf von Hammamet
oder das Rote Meer zu reisen – das
Noch bevor das Euro-Rettungspaket verabschiedet ist,
zeigt es Wirkung. Verschuldete Euro-Länder kündigen an, noch mehr zu
sparen. Das ist gut, um das Vertrauen potenzieller Geld-Verleiher zu
stärken. Für die Menschen in den Ländern ist das bitter: Sie müssen
damit rechnen, dass der Staat Sozialausgaben weiter kappt. Portugal
mutet seinen Bürgern noch mehr Einsparungen bei öffentlichen Ausgaben
zu, um nicht auf Euro-Notkredite angewiesen zu sein. Das La