Rheinische Post: Börsen und Berlusconi

Kommentar von Antje Höning

Dass Silvio Berlusconi ein Comeback versucht, ist erst einmal
Sache der Italiener. Sie müssen wissen, ob sie einen Mann zurück
wollen, der zum Synonym für Skandale und Verschwendung geworden ist.
Tatsächlich aber geht die drohende Rückkehr des Cavaliere ganz Europa
an, wie gestern die heftige Reaktion der Börse zeigte. Die Zinsen für
italienische Anleihen zogen kräftig an. Europaweit fielen Bankaktien,
die stets das s

Schwäbische Zeitung: Der Staat kann nicht helfen – Kommentar

Das Aus für das Opel-Werk in Bochum war
absehbar. Ein langer Eiertanz endet mit einem unrühmlichen Auftritt,
wie man ihn von Opel-Managern inzwischen gewohnt ist. Die
Führungskräfte bringen nicht einmal den Mut auf, den entsetzten
Mitarbeitern Rede und Antwort zu stehen. Allen Stilfragen zum Trotz
handeln die Bosse konsequent: An einer Werkschließung führt kein Weg
vorbei. Opel hat das gleiche Problem wie Fiat oder Peugeot: Die
Fabriken sind überdimensi

Schwäbische Zeitung: Streiten für Europa – Leitartikel

Dem Noch-Vorsitzenden der Eurogruppe, Jean
Claude Juncker, gelingt es häufig, komplexe Sachverhalte für jeden
verständlich zu machen. Keine langen Reden, keine Vorträge, die zum
Mittagsschlaf einladen. Zweifel an Europa? "Besuchen Sie
Soldatenfriedhöfe", sagt der Luxemburger.

In Baden-Württemberg ist dies einfach, denn fast überall trifft
man auf Ruhestätten von Männern und Jugendlichen, die in den zwei
Weltkriegen des letzten Jahr

Börsen-Zeitung: In der Defensive, Kommentar zur Deutschen Bank von Bernd Neubacher

Die gute Nachricht für die Deutsche Bank:
Hinsichtlich ihrer Rolle im Libor-Skandal ist die Gesellschaft,
seitdem eine Anhörung im Finanzausschuss des Bundestages die
Parlamentarier Ende November ratlos zurückließ, fürs Erste aus den
Schlagzeilen verschwunden. Die schlechte: Der Vorwurf der
Fehlbewertung von Derivaten im Volumen von bis zu 12 Mrd. Dollar in
den Jahren 2007, 2008 und 2009 drängt das Haus ebenso in die
Defensive.

Für diese Annahme spr

Lausitzer Rundschau: Krisenregion Nummer Eins Opel und das Ruhrgebiet

Der von Willy Brandt 1961 beschworene blaue Himmel
über dem Ruhrgebiet wird wieder duster. Erst Nokia, dann Opel, die
Sonne des Aufschwungs ist hier schon lange untergegangen. Dass die
Autofertigung in Bochum dicht gemacht wird, ist ein schwerer Schlag
für die Menschen dort und wird für die Stadt kaum zu verkraften sein.
Wieder einmal müssen Arbeitnehmer schwere Managementfehler ausbaden.
Opel ist aber nur eine Hiobsbotschaft von vielen aus dem Ruhrgebiet.
Die Gegend, di

Weser-Kurier:Über Rabatte im Autohandel schreibt der Bremer WESER-KURIER:

Ein Blick in die Geschichtsbücher würde wohl
helfen, den aktuellen Zwist im deutschen Autohandel über die hohen
Rabatte für Neuwagen einzuordnen. Denn schon einmal hat eine
milliardenschwere Rabattschlacht einen riesigen Automarkt förmlich
kaputt gemacht. Das war vor etwas mehr als zehn Jahren in den
Vereinigten Staaten. Die Amerikaner haben damals gemerkt, dass die
Modelle von GM, Ford & Co. ziemlich in die Jahre gekommen waren.
Importwagen aus Japan und Euro

Weser-Kurier: Zur Vergabe des Friedensnobelpreises an die Europäische Union schreibt der Bremer WESER-KURIER:

Mitten im Klein-Klein der Euro-Rettung mahnt der
Nobelpreis, dass es bei Europa um mehr geht als um Geld. Das
Zusammenwachsen ehemaliger Feinde und deren Bekenntnis zur
gewaltfreien Konfliktlösung haben dem Kontinent die längste
Friedensperiode seiner Geschichte beschert. "Krieg ist unmöglich
geworden", so fasste Ratspräsident Herman van Rompuy Europas
historische Leistung in Oslo zusammen. Die Auszeichnung ist aber mehr
als ein Lob für sechs Jahrzehnte A

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Aus für Opel in Bochum

Nein, eine Überraschung ist das Aus für die
Autoproduktion in Bochum nun wirklich nicht. Es ist schon eher
erstaunlich, dass die vom Mutterkonzern General Motors (GM) gegebene
Standortgarantie bis Ende 2014 um zwei weitere Jahre verlängert
wurde. Bei den vorhandenen Überkapazitäten – nicht nur der Marke mit
dem Blitz – und dem nach wie vor vor sich hin dümpelnden Automarkt in
Europa wäre eine Schließung des Standorts im Ruhrgebiet durchaus eher
zu er

Rheinische Post: Wir sind Europa

Mitten im Gezerre um die Euro-Rettung mahnt uns
der Friedensnobelpreis für die Europäische Union, dass es bei Europa
eben doch um mehr geht als nur um Geld. Die Versöhnung einstiger
Feinde hat dem Kontinent eine historisch lange Friedensperiode
beschert. Die Auszeichnung ist aber nicht nur ein Lob für sechs
Jahrzehnte Aussöhnungspolitik. Sie ist auch eine Aufforderung zum
Handeln und eine Verpflichtung, das Erfolgsprojekt der Gründe
weiterzuentwickeln. Die Sch