Allgemeine Zeitung Mainz: Gute Nachricht / Kommentar zum Kauf der Washington Post von Friedrich Roeingh

Internetpionier kauft Holzklasse: Die Übernahme der
"Washington Post" durch den Erfinder und Hauptgesellschafter des
weltgrößten Online-Händlers bietet in ihrer vermeintlichen
Widersprüchlichkeit reichlich Stoff für journalistische Zuspitzung.
"Der Eisberg hat gerade die Titanic gerettet", titelte gar das
US-Portal salon.com. Dabei ist der Kauf der "Post" durch den
Amazon-Milliardär Jeff Bezos eine gute Nachricht in dem von

Ostsee-Zeitung: Kommentar zum Kaufkraftverlust der Renten

Norbert Blüm hatte doch recht mit seinem Leitsatz,
der immer wieder belächelt wurde: "Die Rente ist sicher". Das
beitragsfinanzierte Umlageverfahren hat nämlich Kriege, Inflationen
und Finanzkrisen überstanden. Das muss die kapitalgedeckte Vorsorge
erst mal nachmachen. Die Frage ist aber: Wie hoch fällt die Rente
künftig aus? Und da warnt der Sozialverband Deutschland völlig zu
Recht vor einem zunehmenden Kaufkraftverlust, der die gesetzliche
Re

Ostsee-Zeitung: Kommentar zu Steinbrück

Wieder einmal hat SPD-Kanzlerkandidat Peer
Steinbrück die Wirkung einer seiner öffentlichen Äußerungen nicht
richtig eingeschätzt. Es war wahrscheinlich gar nicht böse gemeint,
als er auf einer Podiumsdiskussion in Berlin die Vermutung äußerte,
Kanzlerin Angela Merkel fehle es auch wegen ihrer DDR-Herkunft an der
nötigen Begeisterung für Europa. Ähnlich hatte sich Steinbrück auch
schon in seinem gemeinsamen Gesprächsband &qu

Allg. Zeitung Mainz: Kein Trost / Kommentar zum Fall Mollath von Reinhard Breidenbach

Es ist so eine Sache mit der Wahrheit. Manchmal
kommt sie ganz spät ans Licht, manchmal, so steht zu befürchten, auch
nie. Die wichtigste Aufgabe eines Gerichts ist es, die Wahrheit zu
finden. Weil Richter aber nicht in allen Fachgebieten firm sein
können, bedienen sie sich der Gutachter. Der Justiz-Scherz, wonach es
auch "Schlechtachter" gebe, legt den Finger in die Wunde. Entscheiden
müssen letztlich die Richter, aber in gewisser Weise sind sie davon
abhä

Rheinische Post: Dopinggesetz muss her = Von Robert Peters

In der Sache hat die mit viel Tamtam
veröffentlichte Doping-Studie niemanden überrascht. Wer war schon
naiv genug zu glauben, dass im Osten den Leistungen mit Medikamenten
auf die Sprünge geholfen wurde, während der Westen Rekorde und Titel
allein dem besseren Schuhwerk verdankte? Brisant wird die Studie
aber, wenn Namen genannt werden. Wenn feststeht, welche ruhmreichen
Athleten voreilig gefeiert wurden, weil sie betrogen haben; welche
Funktionäre ihnen das Dopin

Rheinische Post: Bayerns Unrechtsfall = Von Reinhold Michels

Es irrt der Mensch, solang er strebt. Das gilt
auch für Richter beim Landgericht Regensburg, die noch im Juli mit
spitzfindiger, fadenscheiniger Begründung dem Psychiatrie-Insassen
Gustl Mollath Freiheit und Wiederaufnahme des Verfahrens verwehrten.
Endlich sind ihnen Richterkollegen der nächsthöheren Instanz in den
Arm gefallen. Das OLG Nürnberg hat dem lädierten Ansehen der Justiz
in Bayern einen Dienst erwiesen. Wichtiger ist, dass das OLG dafür
gesor

Rheinische Post: Elterngeld noch besser machen = Von Michael Bröcker

Sicher, die Geburtenrate ist nicht wirklich
gestiegen durch das Elterngeld. Doch darum ging es nie
ausschließlich. Die Familienleistung hat die Akzeptanz und das
Verständnis zwischen den Partnern in der Familie, aber vor allem für
die Familien in der Gesellschaft erhöht. Immer mehr Paaren gelingt
es, das Wunschmodell einer Vereinbarkeit von Familie und Erwerb
umzusetzen. Die steigende Anzahl der Vätermonate belegt, dass dies
geschlechterübergreifend gilt. Nu

Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Linkspartei will im Bund Tolerierung ausschließen Reif für die Opposition ALEXANDRA JACOBSON, BERLIN

Was passiert, wenn weder Schwarz-Gelb noch
Rot-Grün am Abend des 22. September über eine klare Mehrheit
verfügen? Es wird wohl keine rot-grüne Minderheitsregierung geben,
die von der Linken toleriert wird. Die Linkspartei will vor der Wahl
dieses Modell ausschließen, das einst Hannelore Kraft in NRW an die
Macht brachte. Gregor Gysi hat es so formuliert: Die Linkspartei
wolle ganz oder gar nicht regieren. Dann lieber die Opposition, auch
wenn CDU und CSU aus Wahl

Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Bayerischer Psychiatriepatient Mollath kommt frei Für Gesprächsstoff ist gesorgt

Es ist ein formales Argument, auf das sich die
Richter des Oberlandesgerichts Nürnberg zurückzogen, um damit den Weg
zur Freilassung von Gustl Mollath aus der Psychiatrie in Bayreuth zu 
ebnen. Eine halbwegs elegante Methode, um die doch arg in
Negativschlagzeilen geratene bayerische Justiz aus der Sackgasse zu
bringen. Das Echo aus der Politik war einmütig: "Der Rechtsstaat
funktioniert." Doch ob es wirklich zur Entlassung gekommen wäre, wenn
man die Angel