Rheinische Post: Kommentar / Keine Apothekenpreise für Cannabis = Von Stefan Weigel

Es gibt Menschen, die schwer krank sind,
Schmerzen haben und denen nichts anderes hilft als Cannabis. Diesen
Menschen hat das Kölner Verwaltungsgericht jetzt den privaten Anbau
von Cannabis zu Therapiezwecken gestattet. Wenn man die Geschichte
auf diese Weise verkauft, klingt sie recht vernünftig. Man kann sie
aber auch anders erzählen: Ein chronisch Kranker, der seit Jahren an
Multipler Sklerose leidet, darf jetzt in seinem Gäste-WC Hanfpflanzen
züchten, weil er e

Schwäbische Zeitung: Die Tonlage stimmt wieder

Zu loben ist die neue Sachlichkeit, mit der
zuletzt über die Zukunft der Musikhochschulen diskutiert worden ist.
Nach den Misstönen des vergangenen Sommers, ausgelöst durch die
Vorstellungen des Landesrechnungshofes, steht vor allem der Begriff
Qualität im Vordergrund. Die Stärke des Musikhochschulstandorts
Baden-Württemberg definiert sich nicht allein über die Größe, sondern
auch über die regionale Verteilung der fünf Einrichtungen. D

Schwäbische Zeitung: Israels falsches Maß

Deutsche Politiker sprechen oft von Israels
Recht auf Selbstverteidigung. Besonders dann, wenn unser Partner im
Nahen Osten unverhältnismäßig reagiert, so wie jetzt im Gazakrieg.
Natürlich hat Israel ein Recht auf Selbstverteidigung. Leider
schweigen die meisten deutschen Politiker zur Wahl der Mittel, mit
denen gegen die Bewohner des Gazastreifens vorgegangen wird. Das ist
ungeschickt, um es vorsichtig zu sagen.

Von Joschka Fischer, einem großen Freund Israe

Mitteldeutsche Zeitung: zu Investitionsstandort Sachsen-Anhalt

Ausländische Investoren haben vergangenes Jahr hier
mehr als 1 500 Arbeitsplätze geschaffen – im Bundesvergleich ist das
Platz zwei für Sachsen-Anhalt. Eine gute Nachricht, mehr davon!
Leider kommt gleich im zweiten Absatz die Euphorie-Bremse: Eine gute
Platzierung in einer Studie macht Sachsen-Anhalt allerdings noch
nicht zum dynamischen ostdeutschen Tiger-Staat. Wenn Manager
attraktive Standorte nennen sollen, fällt ihnen Sachsen-Anhalt nicht
ein. Da gibt es offen-si

Mitteldeutsche Zeitung: zu antiisraelischen Demonstrationen

Man mag die Wut und den Hass verstehen können, mit
denen Palästinenser auf Israel schauen. Wenn einem das Haus zerbombt,
Familie und Freunde umgebracht werden, ist es geradezu
übermenschlich, diese Gefühle nicht zu entwickeln. Aber wir wissen
auch, dass Wut und Hass zerstörerische Gefühle sind. Sie machen zu
allererst einen selbst kaputt. Vielleicht gibt es im Nahen Osten
derzeit keine Lösung. Aber ganz sicher führt das Schüren des
Antisemitism

WAZ: Schuldenpolitik ist ein Teufelskreis. Kommentar von Frank Meßing

Die Schuldenkrise Europas ist aus den Schlagzeilen
verschwunden. Sie bleibt aber brandgefährlich. Mit über neun
Billionen Euro stecken die Euroländer in den roten Zahlen. Rechnet
man die übrigen EU-Länder hinzu, sind es 11,5 Billionen Euro. Das
sind unvorstellbare Größenordnungen. Die Krise hinterlässt tiefe
Spuren. Um ihre Folgen zu bekämpfen, retten sich die Regierungen in
immer weitere Schulden. Ein Teufelskreis. Griechenland, Italien und
P

WAZ: Die Nato muss ihre Ostflanke sichern. Kommentar von Walter Bau

Zuerst die Annexion der Krim, dann die
offensichtliche Unterstützung der ostukrainischen Rebellen aus Moskau
– Wladimir Putins Expansionsdrang hat in den östlichen Nato-Staaten
alte Ängste neu belebt. Vor allem in Polen und im Baltikum fühlt man
sich von den westlichen Partnern alleingelassen, weil sie an der
Ostflanke des Bündnisses mit Rücksicht auf russische Befindlichkeiten
kaum Nato-Truppen stationieren. "Sicherheit ist unteilbar", mahnte
gestern

WAZ: Soll man gegen Israels Politik auf die Straße gehen? Kontra-Kommentar von Lutz Heuken: Kulisse für Extremisten

Israels Politik im Nahen Osten ist brutal. Sie
verdient jeden Protest. Auch harten. Wer aber in Deutschland auf die
Straße geht, um mit guten Argumenten gegen die israelische
Rechtsregierung unter Netanjahu zu demonstrieren, muss wissen, wen
dieser legitime Protest so alles anlockt: Hasserfüllte Araber, die
Parolen wie "Tod den Juden" brüllen – und deutsche Neonazis, die den
Holocaust leugnen. Die widerlichen antisemitischen Ausfälle sind also
nicht peinliche

WAZ: Soll man gegen Israels Politik auf die Straße gehen? Pro-Kommentar von Christopher Onkelbach: Rechte verteidigen

Selbstverständlich kann man gegen die israelische
Politik auf die Straße gehen. Im Kabinett von Premierminister
Netanjahu sitzt eine Reihe von Scharfmachern, die den Hamas-Leuten
gerne ein "Ticket zur Hölle" versprechen, die den "Stall ausmisten"
und wenn nötig den ganzen Gazastreifen übernehmen wollen. Netanjahu
selbst kündigte an, so lange weiter zu bomben wie nötig. Der
Armee-Einsatz ist entsprechend brutal, unverhältnism&auml