Der Abschuss einer Zivilmaschine mit völlig
unbeteiligten Menschen aus völlig unbeteiligten Ländern ist keine
Tragödie, sondern Mord, Massenmord. Er ist ein Angriff auf das
friedliche Zusammenleben in der Welt, also auf unsere Zivilisation.
Es ist wahrscheinlich, dass russische Separatisten in der Ostukraine
die Täter waren, mit mindestens klammheimlicher Hilfe Moskaus. Und
doch muss man davor warnen, jetzt Reflexen zu folgen. Etwa dem
sofortigen Anziehen der Sank
Das ungute Gefühl, mit dem die Marktteilnehmer
ins Wochenende gegangen sind, ist nur zu einem geringen Teil auf die
Ereignisse an den Börsen zurückzuführen. Weit stärker wog am Freitag
das Entsetzen über das Flugzeugunglück im Osten der Ukraine. Die
Tragödie verstärkte allerdings zuletzt die Belastungen, die von den
geopolitischen Krisenherden ausgingen. Sie ereignete sich vor dem
Hintergrund der neuen Sanktionen gegen Russland, die an den
Akti
»Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer«:
Diese 2500 Jahre alte Weisheit des griechischen Tragödiendichters
Aischylos beweist sich in der Ukraine gerade erneut.
Schon die Annexion der Krim hat Russlands Präsident Wladimir Putin
mit einer alles andere als freien Abstimmung als angeblichen
Volkswillen bemänteln lassen. Nicht minder billig wirkt das
politische Schmierentheater, das der Kreml um die angeblich
unterdrückten, nach Russland orientierten Aufst
Israel verfolgt bei militärischen Vorstößen
selten eine Strategie. Das Ziel seines Handelns ist immer
naheliegend. Das war 1967 beim Sechs-Tage-Krieg so und ist in Gaza
heute nicht anders.
Israel will mit allen Mitteln verhindern, dass seine Bevölkerung
weiterhin dauerhaft unter dem Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen
leiden muss. Das Problem will die Regierung kurzfristig gelöst
wissen. Deswegen soll die Hamas samt ihrer Milizen, Waffendepots und
Tunnel f&
Noch 13 Tage – dann jährt sich der Eintritt
Deutschlands in den 1. Weltkrieg zum 100. Mal. Man darf, man muss
heute im Zusammenhang mit der gefährlichen Eskalation des
Bürgerkriegs in der Ostukraine ganz ohne Panikmache daran erinnern,
denn auch damals – in den letzten Tagen des Juli – rechnete niemand
tatsächlich mit einem Kriegsausbruch. Und doch entwickelte er sich
aus einem diplomatischen Desaster mit Drohungen, Gegendrohungen,
Ultimaten und Gegenultimaten. Der Abs
Mittlerweile scheint klar, dass offensichtlich
sogenannte Separatisten in der Region Donezk für den Abschuss der
malaysischen Boeing 777 verantwortlich zeichnen. Das Ganze war
womöglich ein tödliches Versehen. Doch ob es nun wirklich Putins
Satrapen waren oder die nicht minder barock vorgehenden ukrainischen
Armeevertreter, die diese Tragödie zu verantworten haben, ist beinahe
schon unerheblich. Denn viel schwerer wiegt, dass im vorgeblich
aufgeklärten und vernetzt
Es ist ein unwürdiges Schauspiel, das der Welt
im politischen Dreieck Kiew-Donezk-Moskau geboten wird. 298 Menschen
vieler Nationen haben ihr Leben bei einer Flugzeugkatastrophe
verloren. Noch sind nicht einmal alle menschlichen Überreste
geborgen. Doch für die Machthaber in Russland, der Ukraine und die
prorussischen Separatisten in Donezk gibt es nichts Wichtigeres, als
vor Beginn der Ermittlungen eilig Urteile über die Schuld der jeweils
anderen Seite zu fällen.
Jeder Staat hat das Recht sich zu schützen. Das gilt
selbstverständlich auch für Israel. Die hunderte Raketen, die seit
Wochen vom Gazastreifen aus auf das Land abgeschossen werden, sind
eine Bedrohung, auch wenn die wenigsten Geschosse großen Schaden
anrichten. Noch. Denn die Hamas im Gazastreifen hat aufgerüstet und
inzwischen Waffen mit bedrohlicher Reichweite im Repertoire.
"Befreundete" Staaten und Scheichtümer haben geliefert. Sie spielen
ihr
Gut, dass nun, 25 Jahre danach, die Prager
Ereignisse noch einmal – und auf hohem künstlerischen Niveau zur
Sprache kommen. Der Mitteldeutsche Rundfunk und Arte haben sich
verbündet, dieses zentrale Ereignis der jüngeren deutschen Geschichte
in dem Dokudrama "Zug in die Freiheit" zu fixieren. Mit Erfolg, wovon
sich das Fernsehpublikum im Herbst selbst ein Bild machen kann. Oft,
und oft zu Recht, wird das öffentlich-rechtliche Fernsehen
gescholten, wenn es das
Man muss schon eine Weile suchen, um Beispiele
für ein gelungenes Aufhören zu finden. Die meisten halten solange an
Amt und Würden fest, bis sie es irgendwann nicht mehr selbst in der
Hand haben, stilvoll abzutreten. Diese Stück-für-Stück-Demontagen
sind besonders schmerzlich, weil sie einst so starke Kräfte als
Gestalten demaskieren, die sich hilflos an die Macht klammern, die
ihnen längst genommen wurde. Philipp Lahm hat genau den richtigen
Zeitpu