Die Statistik zu Lohnunterschieden zwischen
Männern und Frauen lohnt einen genauen Blick, um voreilige Schlüsse
zu vermeiden. Werden alle Faktoren abgezogen, die unterschiedliche
Bezahlungen rechtfertigen, dann landet man bei 1,9 Prozent, um die
Frauen benachteiligt werden. Das ist relativ wenig, aber dennoch
unverschämt. Wer Frauen allein deshalb schlechter bezahlt, weil sie
Frauen sind, ist ein ewiggestriger Ausbeuter. Der Großteil der
22-Prozent-Lohnlücke resu
Wie wichtig die Arbeit von Erzieherinnen oder
Krankenschwestern ist, wird gern betont. Wenn die Wertschätzung auch
in barer Münze ausgedrückt werden soll, fangen die Probleme an. Bei
den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst fordern die
Gewerkschaften ein pauschales Plus für alle von 100 Euro und
zusätzlich eine Lohnerhöhung von 3,5 Prozent. Das wäre üppig. Die
Gehälter im öffentlichen Dienst wurden schließlich erst vor zwei
Europas Aktienmärkte auf Erholungskurs: Na, dann
ist ja die Welt in Ordnung, und wir können "Business as usual"
betreiben. So ähnlich wie der Energiekonzern RWE. Im Angesicht der
eskalierenden "Krim-Krise", die in Wirklichkeit längst mehr ist als
der Konflikt um den Anschluss einer Halbinsel im Schwarzen Meer an
Russland und ein paar eher symbolisch anmutende Sanktionen des
Westens, schwankt die Welt mit der höchst volatilen Nachrichtenlage
im M
Die Kläger sind gescheitert. Aber sie haben sich
um Europa verdient gemacht. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes
über den dauerhaften ESM-Rettungsschirm mag – je nach Standpunkt –
entweder als Bestätigung oder als Niederlage gesehen werden. Aus dem
europäischen Blickwinkel bringt es eine wohltuende Klärung. Gerade in
den Verhandlungen über die Vollendung die Bankenunion, die heute in
Brüssel auf der Tagesordnung steht: Denn die Richter haben deutlich
Wer einem Autokraten wie Wladimir Putin mit den
Mitteln eines demokratischen Rechtsstaats die Stirn zu bieten
versucht, gibt per se eine schwache Figur ab. Der neo-zaristische
Herrscher im Kreml führt den Westen vor, und der Westen muss es sich
gefallen lassen – mal wieder. Von Gegenwehr kann keine Rede sein, die
»Sanktionen« genannten Maßnahmen gehen nicht mal als Symbolpolitik
durch. Besser, USA und Europa hätten ganz auf die zahnlosen
Reaktionen verzichtet. Z
Große Taten hat die Große Koalition bislang nicht
vollbracht. Sie hatte aber auch Pech: Einen Start wie mit der
peinlichen Edathy-Affäre um Schmuddelbilder aus dem Internet konnte
niemand vorhersehen – außer Edathy selbst. Nun also, so gaben sich
die Parteigranden Merkel, Gabriel und Seehofer gestern einen Ruck,
soll endlich regiert werden. Sechs Monate nach der Bundestagswahl ist
das ein überaus löblicher Vorsatz. Der Mindestlohn soll jetzt die
erste Gro&s
Frauen verdienen im Durchschnitt immer noch
weniger als ihre männlichen Kollegen. Das liegt zum großen Teil
daran, dass sie häufiger in Teilzeit arbeiten als Männer, weil sie
durch Erziehungszeiten längere Auszeiten im Job haben und längst
nicht so oft in gut bezahlten Führungspositionen arbeiten wie Männer.
Doch auf etwa ein Drittel der erwerbstätigen Frauen treffen diese
Gründe nur bedingt zu. Es ist also noch Luft nach oben. Dazu geh&oum
Putins Rede am Dienstag war in Reinkultur der
Politikstil des 20.Jahrhunderts, vor dem Angela Merkel so
gewarnt hat. Hurra-Patriotismus in der Duma, die Aufwallung
nationaler Gefühle. Das Einschwören auf kommende Entbehrungen durch
die westlichen Sanktionen und Heim-ins-Reich-Symbolik für die Krim.
Sogar das Pathos des Großen Vaterländischen Krieges wurde bemüht, und
es fiel nicht nur der Begriff Faschisten für die Revolutionäre in der
Uk
Angesichts der recht stümperhaften Diplomatie
von EU und USA hat sich auch in Deutschland eine Sichtweise
entwickelt, die dem gekränkten russischen Wesen viel Verständnis
entgegenbringt. Da ist auch etwas dran. Vielleicht hätte der Westen
ein paar Mal weniger betonen sollen, dass nach dem Mauerfall die USA
die einzig verbliebene Supermacht sind. Vielleicht war es schlicht
keine gute Idee, die Ukraine halbherzig zu locken. Doch diese
Einsicht kann ja wohl nicht dazu f&u
Es ist der Wunsch nach Anerkennung, der den
Kremlchef treibt. Russland war einst ein Imperium, die Sowjetunion
eine globale Großmacht. Heute steht Wladimir Putin nur noch einer
rohstoffreichen Mittelmacht vor. Mindestens den Großmachtstatus will
er wiedererlangen. Der Anschluss der Krim war da ein nicht von
besonders langer Hand geplantes, aber dann doch höchst willkommenes
Geschenk. Dem griechischen Historiker Thukydides werden die Worte
nachgesagt, dass der Starke mache