Westdeutsche Zeitung: Ukraine braucht die nationale Versöhnung = von Anja Clemens-Smicek

Auf den Freudentaumel nach der Entmachtung von
Viktor Janukowitsch könnte schnell die Ernüchterung folgen. Das Volk
hat sich zwar seines korrupt und autoritär herrschenden Regimes
entledigt, doch die eigentliche Revolution steht noch bevor. Die
Ukraine liegt wirtschaftlich am Boden, und die Staatspleite droht,
weil Moskau nach den jüngsten Entwicklungen den Geldhahn zugedreht
hat.

Was das Land nach dem Blutvergießen auf dem Maidan aber erst
einmal am dringend

Mittelbayerische Zeitung: Leitartikel von Christine Strasser zur Ukraine

Es sind historische Stunden, die sich am
Wochenende in der Ukraine abspielten. Die Ereignisse überschlugen
sich. Der Präsident muss gehen. Julia Timoschenko spricht auf dem
Maidan. Der Umsturz ist geschafft. Mit beeindruckendem Mut hat sich
das ukrainische Volk gegen Willkür, Korruption und schlechte Führung
gestellt. Doch die eigentliche Revolution steht jetzt erst noch
bevor. Das lehrt auch der Blick in die Vergangenheit. Denn eine
ähnliche Einleitung haben etli

Besuchsverbote sind Menschenrechtsverletzungen

In letzter Zeit häufen sich Besuchsverbote durch Betreuer, Vorsorgebevollmächtigte aber auch ehrenamtlichen Betreuer. Hintergrund der Besuchsverbote sind oftmals gewünschte Isolierung von älteren und kranken Menschen um Erbschaften zu sichern, um Isolierung durchzusetzen oder auch um Pflegemissstände zu kaschieren.
Ein krasser Fall wurde gerade aus Königsbrunn bei Augsburg bekannt. Eine alte Dame kam auf Anordnung des vom Gericht eingesetzten Betreuers in ein Pfleg

Rheinische Post: Kühner Kohle-Plan

Von Antje Höning

Die Energiewende hat die Strombranche in eine tiefe Krise
gestürzt. Seit langem sucht die Politik nach der Zauberformel, die
für Versorgungssicherheit, Klimaschutz und bezahlbaren Strom sorgt.
Nun bringt Michael Vassiliadis Schwung in die Debatte. Der Chef der
Energie-Gewerkschaft fordert die Gründung einer nationalen Kohlestrom
AG, in der RWE und Co. ihre Steinkohle-Kraftwerke einbringen. Es
spricht für die IG BCE, dass sie konstruktiv Vorschl&

Mitteldeutsche Zeitung: zu Olympia

Das Kernproblem der Förderpraxis in Deutschland
bleibt, dass es dazu führt, dass Bilanzen nach Olympischen Spielen
nur in Medaillen gezogen werden. Dabei wäre es viel sinnvoller, wenn
sich der hoch organisierte deutsche Sport viel detailliertere
Maßstäbe setzen und sich die Athleten und ihre Ergebnisse individuell
anschauen würde. Dann könnte man zum Beispiel mit Blick auf Sotschi
2014 die Frage stellen, ob nicht das Erreichen des Halbfinals einer
15-j&a

Rheinische Post: Wir tragen für die Ukraine Verantwortung

Von Matthias Beermann

Fast 100 Menschenleben hat der Umsturz in Kiew gekostet. So viel
Blut ist in Europa schon lange nicht mehr geflossen. Und daran sind
wir Westeuropäer nicht ganz unschuldig. Zu lange hat man den
ukrainischen Potentaten Janukowitsch in dem Glauben gelassen, die EU
werde es bei lauwarmen Protesten belassen. Erst die
Vermittlungsmission der Außenminister von Deutschland, Frankreich und
Polen markierte eine Abkehr von dieser gefährlichen Politik des
Zau

Mitteldeutsche Zeitung: zur Ukraine

MZ zur Ukraine

Die erste Aufgabe der EU ist die Ukraine beim Übergang in eine
stabile Demokratie zu begleiten. Sie muss aber auch
selbstkritisch auf eigene Fehler blicken. Bei Gesprächen mit
Janukowitsch über ein Assoziierungsabkommen hat sie zu lange dessen
Finten hingenommen und dabei auch die wirtschaftliche Lage des
Landes unterschätzt. EU und Internationaler Währungsfonds müssen
deshalb den Übergang zur Demokratie finanziell abfedern.

Rheinische Post: Staat und Kinderschutz

Von Reinhold Michels

Es zeugt von politischer Einfalt, zu glauben, eine Verfassung
biete ihren Bürgern umso mehr Schutz und Schirm, je üppiger der
Grundrechte-Katalog, sprich der Schirmständer, bestückt ist. Hier
gilt die Wahrheit, dass sich die Substanz der Politik erheblich
verschlechtert, wenn es mehr auf Effekt als auf Effizienz ankommt.
Man muss nicht Verfassungsrechtlern folgen, wonach eine Verfassung
kurz und dunkel zu sein hat; aber ebenso wenig der neuen Id

Frankfurter Rundschau: Kommentar zu Ukraine und EU / „Fragile Demokratie“

"…Zwar gab es auch beim EU-Beitritt der
früheren Sowjetrepubliken Estland, Lettland und Litauen
innenpolitischen Widerstand, überwiegend von den dort lebenden
russischen Minderheiten. In der Ukraine liegt der Fall aber anders.
Das Land ist innenpolitisch tiefer gespalten und geopolitisch
bedeutsamer. Drei Optionen wären denkbar: Teilung, eine Schweiz des
Ostens oder eine (west-)europäische Anbindung. Diese Chance bietet
das Assoziierungsabkommen mit der EU, aber