
Darmstadt, 14. Juli 2026 – Kaum ein Thema prägt die wirtschaftliche Diskussion derzeit so stark wie künstliche Intelligenz. Meist geht es dabei um Produktivität, Automatisierung oder neue Werkzeuge. Der Darmstädter Strategieberater Tom Hill richtet den Blick auf eine andere Frage: Was geschieht mit Führung, wenn plötzlich fast alles möglich wird?
„Jahrzehntelang war Strategie die Kunst, mit knappen Möglichkeiten umzugehen“, sagt Hill. „Heute erzeugt künstliche Intelligenz in kürzester Zeit mehr Optionen, als Unternehmen sinnvoll verfolgen können. Die Knappheit ist umgezogen.“
Nach Ansicht Hills liegt der Engpass deshalb nicht länger in Informationen oder Ideen, sondern in der Fähigkeit, sich bewusst auf eine Richtung festzulegen.
„KI beantwortet immer mehr Fragen des _Wie_. Dadurch wird die Frage des _Wohin_ wichtiger als je zuvor.“
Während künstliche Intelligenz analysieren, vergleichen und Handlungsmöglichkeiten entwickeln könne, bleibe eine Aufgabe grundsätzlich menschlich: die Entscheidung, welche Zukunft ein Unternehmen tatsächlich verfolgen wolle.
„KI verändert nicht die Zukunft. Sie prüft, ob Unternehmen überhaupt eine haben.“
Für Hill ist dies die eigentliche Führungsaufgabe im KI-Zeitalter. Geschwindigkeit allein schaffe keinen Fortschritt. Sie beschleunige lediglich das, was bereits vorhanden sei. Wer eine klare Richtung habe, werde schneller. Wer keine habe, verliere sich lediglich schneller in immer neuen Möglichkeiten.
Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht deshalb das Zukunftsbild – ein gemeinsam getragenes Bild der gewünschten Unternehmenszukunft. Es dient nicht der Vorhersage, sondern der Orientierung. Erst wenn klar sei, wohin sich ein Unternehmen entwickeln wolle, könnten Strategie, Investitionen und Innovationen ihre volle Wirkung entfalten.
„Erst das Wohin. Dann das Wie. Dieser Grundsatz galt schon immer. Im Zeitalter der künstlichen Intelligenz wird er zur entscheidenden Führungsfrage.“
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