Essen, September 2026 – Was haben Sie in den vergangenen 60 Minuten gemacht?
E-Mails beantwortet? In einer Besprechung gesessen? Mit einem Kunden gesprochen? Etwas Neues gelernt? Ein Problem gelöst? Oder hauptsächlich auf Informationen und Entscheidungen gewartet?
Die Antwort auf diese einfache Frage sagt möglicherweise mehr über Produktivität aus als ein voller Terminkalender.
Für Guido Wieprecht, Keynote Speaker, Autor und Entwickler des Konzepts ZEITRENDITE®, wird Arbeitszeit häufig nach ihrer Dauer betrachtet – und zu selten nach ihrer Wirkung.
„Wir messen sehr genau, wie lange Menschen arbeiten. Viel interessanter wäre manchmal die Frage, was aus dieser Zeit entstanden ist.“
Aktuelle Untersuchungen zeigen, wie relevant diese Betrachtung ist. Die AKAD-Studie „Arbeitswelten im Wandel 2026“ identifiziert verschiedene Störungen des Arbeitsflusses. Bei Wartezeiten geben die Befragten im Durchschnitt einen Anteil von 13,2 Prozent der Arbeitszeit an. Auch digitale Suchzeiten und Unterbrechungen spielen eine Rolle. AKAD
Dabei ist Zeit eine ungewöhnliche Ressource.
Geld kann verdient, gespart und später ausgegeben werden. Zeit dagegen vergeht unabhängig davon, wie wir sie verwenden.
Deshalb kann man Zeit streng genommen nicht sparen. Man kann sie nur anders einsetzen.
Genau daraus entstand der Gedanke der ZEITRENDITE®.
Wie bei einer Investition stehen sich zwei Größen gegenüber: der Einsatz und das Ergebnis.
Eine Stunde Weiterbildung kann eine Fähigkeit schaffen, von der ein Mensch jahrelang profitiert. Eine Stunde mit einem wichtigen Kunden kann eine Geschäftsbeziehung vertiefen. Eine Stunde Bewegung kann der Gesundheit dienen.
Und auch eine Stunde Erholung kann eine ausgezeichnete Zeitrendite besitzen.
Denn ZEITRENDITE® bedeutet nicht, jede Minute wirtschaftlich zu optimieren.
Im Gegenteil.
„Wenn wir nur versuchen, jede freie Minute noch produktiver zu machen, haben wir den Gedanken falsch verstanden“, sagt Wieprecht. „Es geht darum, bewusster zu entscheiden, was unsere Zeit verdient.“
Das gilt besonders in Unternehmen.
Nach aktuellen Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung lag die Arbeitszeit pro Erwerbstätigen im zweiten Quartal 2026 bei 314,7 Stunden. Die betriebsübliche Wochenarbeitszeit aller Beschäftigten betrug 30,50 Stunden. IAB
Doch aus der reinen Zahl der Arbeitsstunden lässt sich nicht ablesen, wie sinnvoll diese Zeit eingesetzt wurde.
Zwei Unternehmen können dieselbe Zahl an Arbeitsstunden investieren und völlig unterschiedliche Ergebnisse erzielen.
Deshalb schlägt Wieprecht eine einfache Übung vor:
Die 60-Minuten-Frage.
Wer sich regelmäßig fragt, welchen Nutzen die vergangenen 60 Minuten erzeugt haben, beginnt automatisch, Tätigkeiten anders zu betrachten.
War das Meeting notwendig?
Musste diese E-Mail geschrieben werden?
War die Aufgabe überhaupt wichtig?
Hätte eine Entscheidung früher getroffen werden können?
Und genauso wichtig:
Habe ich genügend Zeit in Lernen, Gesundheit, Beziehungen und Erholung investiert?
Damit wird ZEITRENDITE® nicht zu einer weiteren Methode des Zeitmanagements.
Es geht um etwas Grundsätzlicheres:
Nicht mehr aus jeder Stunde herausholen – sondern mehr aus dem eigenen Leben machen.
Weitere Informationen:
ZEITRENDITE®
Guido Wieprecht