
Tragbares Armband NURA soll Kommunikation zwischen Menschen mit und ohne Gebärdensprachkenntnisse erleichtern
Samuel Nagel und Paul Feiler von der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd sind mit ihrer Erfindung NURA (https://www.jamesdysonaward.org/de-DE/2026/project/nura) als globale Finalisten des James Dyson Award 2026 ausgewählt worden. Das tragbare Armband überträgt gebärdensprachliche Äußerungen in gesprochene Sprache und soll Menschen, die Gebärdensprache nutzen, eine selbstbestimmtere Kommunikation im Alltag ermöglichen. Mit dem Einzug in die globale Top 20 gehört NURA zu den 20 studentischen Erfindungen, die in der diesjährigen internationalen Auswahlrunde überzeugen konnten.
Die Lösung setzt an einer alltäglichen Kommunikationsbarriere an
NURA soll gebärdensprachliche Äußerungen für Menschen ohne Gebärdensprachkenntnisse in gesprochener Sprache ausgeben und dadurch Konversationen erleichtern, in denen sonst eine vermittelnde Übersetzung oder zusätzliche Hilfsmittel nötig wären. EMG-Sensoren am Handgelenk und Unterarm erfassen die Muskelaktivität während des Gebärdens. Die Signale werden in gesprochene Sprache überführt; in der umgekehrten Richtung wird gesprochene Sprache als sichtbarer Text ausgegeben.
Form des Armbands orientiert sich an der organischen Geometrie eines Mantarochens und wurde bewusst als elegantes Accessoire gestaltet, das Menschen gern tragen sollen. Damit wollen die Entwickler dazu beitragen, dass assistive Technologie nicht als etwas Stigmatisierendes wahrgenommen werden muss, sondern selbstverständlich zum Alltag gehören kann. Die Erfindung verbindet damit ein klar umrissenes gesellschaftliches Bedürfnis mit einem kompakten, alltagsnahen Produktansatz. Die Idee hinter NURA steht exemplarisch für den Anspruch des James Dyson Award: Junge Erfinder*innen sollen Probleme aus ihrem Umfeld erkennen und mit ingenieurgetriebenem Design in konkrete Lösungen übersetzen.
Die nächsten Schritte bringen die Lösung näher an den Alltag
Der nächste Entwicklungsschritt ist der Wechsel vom bisherigen Prototypen mit Bewegungssensor zu echten EMG-Sensoren. Parallel wollen die Entwickler das Spektrum der erkennbaren Gebärden erweitern und eine Kamera integrieren, die auch Gesichtsausdrücke erfassen kann. Das Konzept soll weiterhin direkt mit gehörlosen Nutzer*innen validiert werden.
Mehrere Unternehmen haben bereits Interesse an einer Unterstützung des Projekts signalisiert. Kurzfristig liegt der Fokus des Duos jedoch auf dem Abschluss des Bachelorstudiums; danach soll NURA weiterentwickelt werden. Langfristig wollen Samuel Nagel und Paul Feiler mit NURA die Selbstständigkeit gehörloser Menschen im Alltag stärken und den Blick darauf erweitern, für wen Design entwickelt wird.
Der Einzug in die Top 20 öffnet die finale Bewertungsrunde
NURA wird nun in der finalen Runde des James Dyson Award von Sir James Dyson bewertet. Die globalen Gewinner*innen werden am 4. November 2026 bekanntgegeben. Jede Gewinnererfindung erhält 30.000 britische Pfund, bzw. 34.600 Euro, um ihre Weiterentwicklung und Kommerzialisierung voranzutreiben.
Die Jury verbindet technische Expertise mit gesellschaftlicher Relevanz
Die globalen Finalist*innen wurden in diesem Jahr von einem Gremium aus zwölf Dyson-Ingenieur*innen aus Großbritannien, den USA, Singapur, Malaysia und den Philippinen ausgewählt. Das Gremium vereint Expertise in Produktdesign, Maschinenbau, Elektronik, Nachhaltigkeit und Chemieingenieurwesen. Bewertet wurden Funktionalität, Designprozess, Originalität und kommerzielle Tragfähigkeit der Erfindungen.
„Wie jedes Jahr nehmen Erfindungen aus den unterschiedlichsten Bereichen am James Dyson Award teil. Das macht die Auswahl spannend, aber es kann schwierig sein, sich etwa zwischen einem Gesundheitsprodukt für Kinder und einer geoingenieurtechnischen Struktur zu entscheiden“, sagt Kay Yeong, Principal Engineer und Jurymitglied des James Dyson Award Top 20. „Meine Lieblingsbeiträge machen auf Probleme aufmerksam, von denen ich vorher nicht wusste, dass sie gelöst werden müssen. Genau das haben viele der Top-20-Projekte gemeinsam. Solche Denkanstöße sind entscheidend, um praktische Lösungen für den Alltag zu entwickeln und das Leben zu verbessern. Ich bin gespannt, wer den globalen Preis gewinnt.“
„Wir haben gerade erst unser Studium abgeschlossen, da bedeutet uns diese Anerkennung natürlich viel! Mit Nura wollten wir auch der Frage nachgehen, was Design leisten kann und für wen wir gestalten“, sagt Paul Feiler. „Wir hoffen, dass die Aufmerksamkeit für das Projekt dazu beiträgt, Design über die äußere Gestaltung hinaus zu verstehen: als Möglichkeit, bestehende Situationen zu hinterfragen, Probleme besser zu verstehen und neue Lösungsansätze zu entwickeln. Vielleicht ermutigt das auch andere Studierende, sich mit Themen auseinanderzusetzen, für die es noch keine einfache Antwort gibt.“
„An Nura wollen wir auf jeden Fall weiterarbeiten. Nach unserem Bachelorabschluss hat Paul inzwischen seinen Master in Schweden begonnen“, ergänzt Samuel Nagel. „Ich werde ab Oktober gemeinsam mit Expert*innen zunächst sechs Monate lang das Projekt weiterentwickeln. Das gibt uns die Möglichkeit, offene Fragen genauer anzugehen und herauszufinden, wie aus dem Konzept eine im Alltag nutzbare Lösung werden kann. Wir sind gespannt, was wir dabei noch lernen und wohin sich das Projekt noch entwickelt!“
James Dyson Award
Der James Dyson Award (https://www.jamesdysonaward.org/de-DE/) ist ein internationaler Designwettbewerb, der die nächste Generation von Designingenieur*innenriert und auszeichnet. Der Award findet 2026 zum 21. Mal statt, wurde von der James Dyson Foundation (https://www.jamesdysonfoundation.co.uk/) ins Leben gerufen und hat bereits mehr als 400 problemlösende Erfindungen mit über 1,5 Millionen britischen Pfund Preisgeld unterstützt. Der Wettbewerb ist in 28 Ländern und Regionen aktiv.
James Dyson Foundation
Die 2002 im Vereinigten Königreich gegründete James Dyson Foundation (https://www.jamesdysonfoundation.co.uk/) unterstützt Bildungsprogramme in Design, Technologie und Ingenieurwesen im Vereinigten Königreich sowie in weiteren Ländern, darunter die USA, Japan, Singapur, die Philippinen und Malaysia. Sir James Dyson und die James Dyson Foundation haben bislang mehr als 155 Millionen britische Pfund für gemeinnützige Zwecke gespendet.
Weitere Informationen unter: www.jamesdysonaward.org
Presse-Kit inklusive Bildmaterial findet sich hier: James Dyson Award | Top 20 – NURA (https://drive.google.com/drive/folders/1d_9m-gi9W7tiTsYgyT0JCPd7CYzp3asK)
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