Adam: Rosstäuscher im Einsatz

Seriös ist an der Haushaltspolitik, über die Michel
Sapin und Emmanuel Macron aus Frankreich mit ihren deutschen
Amtskollegen Wolfgang Schäuble und Sigmar Gabriel verhandeln wollen,
überhaupt nichts. Die Deutschen sollen Geld ausgeben, das sie nicht
haben; im Gegenzug versprechen die Franzosen, etwas zu tun, was sie
nicht wollen, nämlich zu sparen. Beide Seiten machen Zusagen unter
dem stillschweigenden Vorbehalt, nicht ernst genommen zu werden.
AfD-Sprecher Konrad

Indonesien: Hoffnungsträger vor schwierigen Aufgaben / Vereidigung von Präsident Joko Widodo

Indonesiens neuer Präsident Joko "Jokowi"
Widodo wurde diesen Montag in Jakarta vereidigt. Das Land stellt
große Erwartungen an den 53-Jährigen. Volksnah, bescheiden und
entschlossen hat er sich in seinem letzten Amt als Gouverneur der
Hauptstadt und im Wahlkampf präsentiert und den Menschen umfassende
soziale Reformen versprochen. Dafür muss er jedoch an anderer Stelle
einsparen.

An erster Stelle steht die seit Jahren aufgeschobene Kürzung der

Weser-Kurier: Zum Protest in Hongkong schreibt Felix Lee:

Nach mehr als drei Wochen ununterbrochener
Blockaden geht der Protestbewegung der Atem aus. Was hat sie
erreicht? Der von den Demonstranten gehasste Hongkonger
Regierungschef Leung Chun-ying ist weiter im Amt. Auch mit der
Forderung nach freien Wahlen ab 2017 konnten sich die Demonstranten
nicht durchsetzen. Trotzdem war der Protest nicht umsonst. Die
Hongkonger haben ein klares Signal an die Regierung in Peking
gesandt: Sie lassen sich nicht weiter mit einer florierenden
Wirtschaft absp

Märkische Oderzeitung: die Ergebnisse der Vatikan-Synode:

Wenn sich Homosexuellen-Verbände nach der
Familiensynode des Vatikans enttäuscht äußern, kann man das aus ihrer
Sicht nachvollziehen. Und doch kommt das, was sich in den vergangenen
zwei Wochen in Rom abgespielt hat, einer kleinen Revolution gleich.
Es ist Papst Franziskus zu danken, dass er sich nach Jahrzehnten des
Stillstands im Kirchendogma überhaupt den sich ändernden Meinungen
seiner eine Milliarde Gläubigen zuwendet. Ob der Mut, Verkrustungen
aufzu

Mittelbayerische Zeitung: Zeichen der Bewegung / Perspektivwechsel im Vatikan: Die Bischöfe haben eine Türe zur Wirklichkeit der Menschen geöffnet. Leitartikel von Julius Müller-Meiningen

Die an diesem Wochenende zu Ende gegangene
Bischofssynode im Vatikan ist eine Zäsur in der jüngeren Geschichte
der katholischen Kirche. Niemals zuvor haben sich die versammelten
Spitzenexponenten der Kurie und der Bischofskonferenzen so offen mit
dem Thema Familie befasst. Wenn die katholische Kirche über Familie
spricht, dann bedeutete dies bisher eines: die Bestätigung der
bestehenden, rigorosen Lehre zu Themen wie Ehe, Partnerschaft und
Sex. In diesem Zusammenhang h

WAZ: Integration als Großprojekt – Kommentar von Lutz Heuken zur Flüchtlingspolitik

In diesem Jahr werden Zehntausende Flüchtlinge nach
Deutschland kommen. Das ist eine Tatsache. Nicht etwas, über das wir
abstimmen oder das wir verhindern könnten. Die meisten dieser
Menschen fliehen vor Krieg und Elend. Viele sind froh, ihr nacktes
Leben retten zu können. Diese Menschen fragen nicht, ob sie in
Deutschland willkommen sind oder nicht.

Es kann also nicht um die Frage des "ob", sondern nur um das "wie"
der Aufnahme gehen. Neben der N

Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Ukraine/Putin/Asem-Gipfel

Wladimir Putin will reden. Das ist gut so. Beim
Asien-Europa-Gipfel in Mailand hat sich der russische Präsident mit
den wichtigen Staats- und Regierungschefs getroffen, um über einen
vollständigen Waffenstillstand in der Ukraine zu sprechen. Schon
werden die ersten Stimmen laut, dass es angesichts der
Gesprächsbereitschaft Russlands an der Zeit sei, die Sanktionen
fallen zu lassen.

Aber kann man sich auf die Zusagen Wladimir Putins verlassen? Die
Antwort lautet: Ne

Weser-Kurier: Zum Asem-Gipfel schreibt Doris Heimann:

Der Mailänder Gipfel hat keinen Durchbruch in
Sachen Ukraine-Konflikt gebracht. Zu groß sind weiterhin die
Meinungsunterschiede, die Kremlchef Wladimir Putin von den Staats-
und Regierungschefs führender westlicher Staaten trennen. Zentraler
Punkt der diversen Gespräche am Rande des Asien-Europa-Gipfels war
die Frage, ob die territoriale Einheit der Ukraine zukünftig wirklich
geachtet wird. Ein Lackmustest dafür sind die anstehenden Wahlen: Am
Sonntag nä

Rheinische Post: Kommentar / Putin und die Kanzlerin = Von Gregor Mayntz

Was ist ein Waffenstillstand wert, wenn seit
dessen Beginn über 300 Menschen getötet wurden? Dringend muss die
Verabredung über ein Ende des Blutvergießens in der Ukraine
Wirklichkeit werden. Die Erwartung an die Mailänder Gespräche mit
Russlands Präsident Putin war daher groß. Wenn der Kreml-Herrscher
gewollt hätte, wären die noch verbliebenen Probleme als technische
Details in die Hinterzimmer delegiert worden, und es hätte den
er

WAZ: Der Staat muss alle Register ziehen – Kommentar von Miguel Sanches

Islamisten den Personalausweis zu entziehen, ist
nicht DIE Waffe im Kampf gegen den Dschihad-Tourismus. Es wird die
Ausnahme bleiben. Warum? Weil es schwer ist, die Maßnahme vor Gericht
durchzusetzen. Man muss den "Gotteskrieger" überführen.

Die Radikalisierung vollzieht sich oft genug im Stillen. Manchmal
nimmt man sie erst wahr, wenn einer bereits in Syrien ist und sich
auf Facebook mit Untaten brüstet. Und wenn jemand nicht legal in die
Türkei komm