Südwest Presse: Kommentar zu Stuttgart 21

Schlimmer geht–s nimmer – der Stuttgarter Bahnhof
nimmt die Dimension des Rathausbaus zu Schilda an. Was auch immer
Heiner Geißler mit seinem Vorpreschen in Sachen Baustopp bezweckte –
er hat sich völlig verzockt und die Dimension des Problems verkannt.
Seine Mission scheint gescheitert, ehe sie richtig beginnt. Stefan
Mappus und seine Koalition haben noch am Vortag Anträge auf einen
Baustopp im Landtag abgeschmettert. Sie hätten ihre Glaubwürdigkeit
verspielt,

Mitteldeutsche Zeitung: zu Perspektiven für Afghanistan

Entweder erklärt sich der Westen bereit, weitere 30
Jahre mit seinen Truppen in dem Land zu bleiben. Das ist illusionär,
weil das in den hiesigen Gesellschaften nicht durchsetzbar ist. Oder
aber der Westen tritt in Verhandlungen ein, unter Beteiligung der
lokalen Akteure sowie der Regionalmächte Iran und Pakistan. Am Ende
der Verhandlungen wird natürlich keine Demokratie stehen, sondern ein
– wenn es gut läuft – gemäßigt islamisches Regime unter Beteiligu

Rheinische Post: Kriegsalltag

Ein Kommentar von Helmut Michelis:

Alptraum Afghanistan: Wieder ist ein Bundeswehrsoldat gefallen,
sechs weitere wurden schwer verletzt – und nur kurz wird die
Bestürzung darüber in Deutschland andauern. Die täglichen Meldungen
von Überfällen auf die Bundeswehr, die meist glimpflich ausgehen,
beachtet kaum noch jemand. Die Kämpfe in der Ferne sind Alltag
geworden. Zurück bleiben gebrochene Familien und traumatisierte
Kameraden; von den zahlreichen Sch

Rheinische Post: Kriegsalltag

Ein Kommentar von Helmut Michelis:

Alptraum Afghanistan: Wieder ist ein Bundeswehrsoldat gefallen,
sechs weitere wurden schwer verletzt – und nur kurz wird die
Bestürzung darüber in Deutschland andauern. Die täglichen Meldungen
von Überfällen auf die Bundeswehr, die meist glimpflich ausgehen,
beachtet kaum noch jemand. Die Kämpfe in der Ferne sind Alltag
geworden. Zurück bleiben gebrochene Familien und traumatisierte
Kameraden; von den zahlreichen Sch

Rheinische Post: Lorbeer für Kohl?

Ein Kommentar von Reinhold Michels:

Deutschland, das in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts so viel
Unfrieden gestiftet hat, müsste sich über deutsche Träger des
Friedensnobelpreises besonders freuen – sich als Nation geehrt fühlen
bei solchem Lorbeer. Traf oder trifft die Auszeichnung dazu noch den
Richtigen – wie vor 39 Jahren den Bundeskanzler und großen
ostpolitischen Pfadfinder Willy Brandt oder heute womöglich den
"Kanzler der Einheit&quo

Westdeutsche Zeitung: Währungspolitik =
von Peter De Thier

Es ist nur wenige Monate her, dass in den USA
Ökonomen und andere sogenannte Experten noch den Untergang des Euro
voraussagten. Gegenüber dem Dollar sei bald mit Parität zu rechnen,
meinten sie. Die Talfahrt werde sich dann weiter fortsetzen und die
europäische Gemeinschaftswährung bald der Vergangenheit angehören.
Die Kluft zwischen jenen, die ihre Haushalte im Griff haben und den
hochverschuldeten europäischen Ländern sei zu tief, als dass die
W&a

Donaukurier: Kommentar zu den Terrorwarnungen:

Dem Vernehmen nach verfügen die amerikanische
wie die deutsche Seite bei der Terrorabwehr über dieselben
Informationen und Hinweise. Doch die Bewertung klafft offensichtlich
sehr weit auseinander. Washington malt lieber einmal zu oft den
Teufel an die Wand, als etwas zu versäumen was sich später als fatal
erweisen könnte. Aber was sollen die Menschen denn anfangen mit
derart pauschalen Terrorwarnungen wie den jüngsten? Wie kann man
sich denn vorsehen gegen S

Lausitzer Rundschau: Zum Nobelpreis für Mario Vargas Llosa

Die Wahl des peruanischen Bestsellerautors Mario
Vargas Llosa für den Literaturnobelpreis überrascht. Obwohl er schon
seit vielen Jahren als Anwärter gilt, hatten die wenigsten den
74-Jährigen diesmal auf der Liste. In den Wettbüros wurde auf andere
Namen viel Geld gesetzt: Ngugi Wa Thiong–o aus Kenia und Cormac
McCarthy aus den USA waren die Favoriten. Die Wahl einer dieser
Autoren hätte den Trend der vergangenen Jahre fortgesetzt, denn
erneut wäre ein

Lausitzer Rundschau: Zur Gift-Katastrophe in Ungarn

Die Bewohner der ungarischen Unglücksregion nennen
den Giftschlamm-Gau nordwestlich des Plattensees"Unser Tschernobyl".
Und tatsächlich erinnern die Bilder von den Katastrophenhelfern in
ihren Atemmasken und Schutzanzügen an die hilflosen Gestalten, die im
Jahr 1986 die Straßen von Kiew vom radioaktiven Staub zu reinigen
versuchten. Keine Frage: Die Unglücksfälle sind in ihrem Ausmaß in
keiner Weise zu vergleichen. Und doch lösen die Bilder