Badische Neueste Nachrichten: Realitätssinn – Kommentar von WOLFGANG VOIGT

Wenn der Landesparteitag ihn am Wochenende mit
dem beachtlichen Ergebnis von nahezu 94 Prozent erneut zum
Spitzenkandidaten gemacht hat, so beweisen die Delegierten damit
Realitätssinn. Derzeit gibt es zu ihm auch keine Alternative. Man
ergeht sich diesmal nicht im ohnehin wenig realistischen
Wolkenkuckucksheim, die nächste Landesregierung zu führen. Die
Sozialdemokraten wären bereits glücklich, wenn es gelänge, Grün-Rot
irgendwie an der Macht zu halten

Stuttgarter Nachrichten: Leitartikel zum Parteitag der baden-württembergischen SPD:

Baden-Württemberg hat sich an Grün-Rot gewöhnt.
Das gilt auch für regierungskritische Kreise. Die Wirtschaft fürchtet
sich – anders als vor vier Jahren – nicht mehr vor dem Bündnis. Daran
hat auch der SPD-Teil der Landesregierung, allen voran der Finanz-
und Wirtschaftsminister Nils Schmid, einen hohen Anteil. Doch auch
auf diesem Feld heimst Ministerpräsident Winfried Kretschmann den
Lorbeer ein und denkt nicht daran, seinem Kellner die Küche zu
&uum

Sonntag aktuell: zu Nils Schmid

Nicht, dass SPD-Landeschef Nils Schmid mit einem
Mal zur Lichtgestalt der Genossen in Baden-Württemberg geworden wäre.
Der zum Spitzenkandidaten seiner Partei für die Landtagswahl 2016
gekürte 41-Jährige taugt nicht zum Entertainer und bringt auch kein
Bierzelt zum Kochen. Doch die Partei hat seine unaufgeregt-solide Art
schätzen gelernt. Außerdem haben die satten Steuereinnahmen dem
Finanz- und Wirtschaftsminister manch innerparteilichen Zwist
erspart:

Badische Neueste Nachrichten: zu Kopftuch-Urteil Kommentar von Klaus Gassner

Es ist ein Spruch, der den weiten Raum der
bundesrepublikanischen Religionsfreiheit ausmisst und ebenso moderne
Musliminnen fordert, die in der Kopftuchfrage alles andere als einig
sind. Es ist ein Spruch, der vordergründig die Fortentwicklung der
Gesellschaft aufgreift, aber auf mittlere Sicht zu neuen Konflikten
führen kann. Mehr Klarheit wäre wünschenswert gewesen:
Religionsfreiheit ja. Aber Ja auch zur gebotenen Neutralität der
Amtsträger.

Pressekontak

Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zum Kopftuch-Urteil

Wer nüchtern auf dieses Urteil schaut, wird
Mühe haben, Kritikwürdiges zu entdecken. Es verpflichtet den Staat,
der laut Grundgesetz religiös neutral zu bleiben hat, das reine
Zurschaustellen einer Religionszugehörigkeit zu dulden. Das wird
Skeptiker kaum von ihrem Unbehagen abbringen. Etwa, weil sie zu
Recht auf die Problematik politisch aufgeladener und militanter
Ausprägungen des Islam verweisen, die sich hierzulande breitmachen.
Nur, genau vor denen h