WAZ: Segeln, wohin der Wind weht. Kommentar von Ulrich Reitz

Sie wollen sozial sein, verraten aber nicht, was das
heißt. Sie wollen liberal sein und erklären nicht, wo. Sie wollen
regieren, aber deuten nicht einmal an, wie. Sie wollen koalieren,
aber sagen nicht, mit wem. Die Piraten sind eine lustige Partei.

Bescheidenheit ist jedenfalls nicht ihre Stärke, aber damit kommt
man ja auch im richtigen Piratenleben nicht weiter. Immerhin wissen
sie, dass sie nicht wissen, was, wie wir seit Sokrates wissen, schon
viel sein kann. Das im

tz München: Debatte über die Autobahn-Maut: Merkel als Mutter Theresa

Horst Seehofer muss sich nicht über mangelnden
Spott beklagen. Böse Zungen behaupten, er wechsele seine politischen
Standpunkte öfter als andere Leute die Unterhose. Dass der CSU-Chef
aber auch anders kann, stellt er jetzt in der Frage der Pkw-Maut
unter Beweis. Schon seit Monaten hämmert er seinem Parteifreund Peter
Ramsauer ein, dass er mit Vollgas die Einführung einer Autobahn-Maut
vorantreiben soll. Bislang bleibt Seehofers Verkehrsminister
standhaft – und das,

tz München: Neues Banken-Beben befürchtet: Nichts gelernt

So erschreckend, kräftezehrend und teuer Krisen
sind, haben sie gewöhnlich auch ihr Gutes: Sie zeigen eindringlich,
welche Fehler vorher begangen wurden. Drei Jahre sind seit der
Lehman-Pleite vergangen, mit deren Folgen die Welt noch heute kämpft
– und trotzdem befürchten Europas Finanzminister jetzt ein erneutes
Banken-Beben. Mit Sorge blicken sie auf Institute wie die marode
französische Dexia-Bank und eine mögliche erneute unkontrollierbare
Kettenreaktion