Essen,26. August 2026 – Neue Technologien, Künstliche Intelligenz und veränderte Geschäftsmodelle sorgen dafür, dass einmal erworbenes Wissen immer schneller ergänzt werden muss.
Lebenslanges Lernen entwickelt sich deshalb von einer persönlichen Option zu einem entscheidenden Faktor für die berufliche Zukunft.
Auch die Bundesagentur für Arbeit weist 2026 darauf hin, dass sich die Anforderungen der Arbeitswelt rasant verändern und gezielte Qualifizierung zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Gleichzeitig entsteht ein scheinbarer Widerspruch:
Wann sollen Menschen eigentlich lernen, wenn ihr Arbeitstag bereits vollständig verplant ist?
Für Guido Wieprecht, Keynote Speaker, Autor und Entwickler des Konzepts ZEITRENDITE®, ist Weiterbildung deshalb nicht nur eine Bildungsfrage.
Sie ist eine Frage der Zeitverwendung.
„Wir sagen Mitarbeitern, dass sie sich permanent weiterentwickeln sollen. Gleichzeitig füllen wir ihre Kalender so vollständig mit operativen Aufgaben, dass für genau diese Entwicklung kaum Raum bleibt.“
Aus Sicht Wieprechts sollten Unternehmen deshalb Weiterbildung nicht primär als Kostenfaktor oder Arbeitsunterbrechung betrachten.
Lernzeit ist Investitionszeit.
Eine Stunde, in der ein Mitarbeiter eine neue Fähigkeit entwickelt, produziert möglicherweise zunächst kein unmittelbar sichtbares Arbeitsergebnis. Der Ertrag kann jedoch Monate oder Jahre später entstehen: durch bessere Entscheidungen, effizientere Prozesse, neue Ideen oder den kompetenteren Einsatz neuer Technologien.
Genau darin liegt der Zusammenhang zur ZEITRENDITE®.
Zeit besitzt nicht automatisch einen Wert. Entscheidend ist, welchen zukünftigen Nutzen ihr Einsatz erzeugt.
Der Handlungsdruck wächst. Die Nationale Weiterbildungsstrategie verfolgt ausdrücklich das Ziel, Weiterbildung als festen Bestandteil beruflicher und unternehmerischer Entwicklung zu etablieren. Digitalisierung und Strukturwandel werden dabei als zentrale Treiber genannt.
Auch das Bundesinstitut für Berufsbildung betont angesichts der Digitalisierung die Bedeutung kontinuierlicher Weiterbildung und weist darauf hin, dass insbesondere praxisnahe Lernangebote und betriebliche Unterstützung entscheidend sind.
Für Unternehmen ergibt sich daraus eine strategische Frage:
Welche Zeit investieren wir heute, damit unsere Mitarbeiter morgen die Fähigkeiten besitzen, die wir benötigen?
Wer Weiterbildung ausschließlich dann ermöglicht, wenn gerade nichts anderes zu tun ist, könnte langfristig genau jene Kompetenzen verlieren, die für die Transformation benötigt werden.
Wieprecht plädiert deshalb dafür, den Begriff Produktivität weiter zu denken.
Nicht jede produktive Stunde muss unmittelbar Umsatz erzeugen.
Manche der wertvollsten Stunden eines Unternehmens sind möglicherweise diejenigen, in denen Mitarbeiter lernen, nachdenken und sich auf die Zukunft vorbereiten.
Gute Zeitrendite bedeutet deshalb manchmal auch: heute Zeit investieren, um morgen bessere Entscheidungen treffen zu können.