Neue IWG-Studie: Hybrides Arbeiten schlägt Gehalt im Wettbewerb um Tech-Talente in Deutschland

Neue IWG-Studie: Hybrides Arbeiten schlägt Gehalt im Wettbewerb um Tech-Talente in Deutschland
Flexible Arbeitsbedingungen sind im Kampf um Fachkräfte entscheidend ©ThisIsEngineering auf Unsplash
 

– Im Wettbewerb um Tech-Fachkräfte zählen flexible Arbeitsbedingungen heute mehr als das Gehalt allein. Zugleich gewinnen anwendungsbezogene Tech-Skills an Bedeutung, während Künstliche Intelligenz die Anforderungen an Arbeit und Karriere neu definiert.

– Mehr als drei Viertel (77%) der deutschen Führungskräfte geben an, dass fortgeschrittene Technologiekompetenzen wie Künstliche Intelligenz, Datenanalyse und Programmierung entscheidend für den Aufstieg in Führungspositionen sind. Fast ein Drittel (32%) bewertet diese Fähigkeiten sogar deutlich höher als klassische Hochschulabschlüsse.

– Gleichzeitig hat hybrides Arbeiten das Gehalt als wichtigste Strategie im Wettbewerb um knappe Tech-Talente überholt. 81% der Befragten sind überzeugt, dass Unternehmen mit hybriden Arbeitsmodellen einen klaren Vorteil bei der Rekrutierung haben.

– Mehr als ein Viertel der deutschen Unternehmen besetzt Führungspositionen zunehmend früher mit Tech-Fachkräften unter 30 Jahren, ein Anteil, der bei von der Generation Z geführten Unternehmen auf 35% steigt.

Flexible Arbeitsmodelle haben sich damit zu einem entscheidenden Faktor im Wettbewerb um hochqualifizierte Tech-Talente entwickelt. Unternehmen erkennen zunehmend, dass attraktive Gehälter allein nicht mehr ausreichen, um die nächste Generation von Fach- und Führungskräften zu gewinnen und langfristig zu binden.

Die neue Deutschland-Studie* der International Workplace Group (IWG), weltweit führender Anbieter von Arbeitslösungen mit Marken wie Regus und Spaces, zeigt zudem, dass mehr als drei Viertel (77%) der Führungskräfte fortgeschrittene Technologiekompetenzen als zentral für Beförderungen einschätzen. 32% messen diesen Fähigkeiten eine deutlich höhere Bedeutung bei als traditionellen Studienabschlüssen.

Der wachsende Fokus auf technologische Kompetenzen verschärft den Wettbewerb zusätzlich: Drei Viertel (75%) der Befragten empfinden die Gewinnung und Bindung von Tech-Talenten als so herausfordernd wie nie zuvor, während 62% einen Mangel an geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten feststellen.

Generationenwechsel in der Führung beschleunigt den Wettbewerb um Tech-Talente

Vor allem jüngere Entscheidungsträgerinnen und -träger treiben diese Entwicklung voran. Sie legen deutlich mehr Wert auf Technologiekompetenz, KI-Know-how und schnellere Karrierewege als ältere Generationen. Für 75% der Führungskräfte aus der Generation Z und 73% der Millennials ist die Gewinnung von Top-Tech-Talenten eine zentrale Priorität, während dieser Anteil bei älteren Generationen nur etwa halb so hoch liegt.

Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich der Wettbewerb um Talente zunehmend auch zu einem Wettbewerb zwischen unterschiedlichen Führungsverständnissen entwickelt. Unternehmen, die weiterhin auf traditionelle Karrierepfade und starre Talentmodelle setzen, könnten es künftig schwerer haben, hochqualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und zu halten.

Flexibilität wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil

Für Unternehmen in Deutschland ist Flexibilität längst kein Zusatzangebot mehr, sondern ein strategischer Wettbewerbsfaktor. Mehr als drei Viertel (78%) der befragten Führungskräfte sehen hybride oder flexible Arbeitsmodelle als entscheidend für die Gewinnung von Tech-Talenten an, bei der Generation Z (81%) und den Millennials (82%) sogar noch stärker.

Hybrides Arbeiten ist inzwischen die am häufigsten eingesetzte Maßnahme im Wettbewerb um Tech-Talente (40%) und liegt damit vor wettbewerbsfähigen Gehältern (36%). Mehr als vier von fünf Befragten (81%) sehen in hybriden Arbeitsmodellen einen klaren Vorteil gegenüber Unternehmen ohne entsprechende Angebote.

Auch für die Bindung von Talenten spielt Flexibilität eine zentrale Rolle: Mehr als sieben von zehn Führungskräften (71%) sind überzeugt, dass Gehalt allein nicht mehr ausreicht, um Top-Talente langfristig im Unternehmen zu halten.

Aus Sicht der Befragten sind Work-Life-Balance und Flexibilität die wichtigsten Aspekte der Unternehmenskultur für junge Tech-Fachkräfte unter 30 Jahren (43%) und liegen damit vor finanziellen Anreizen (40%). Besonders ausgeprägt ist diese Einschätzung bei jüngeren Führungskräften im Alter von 25 bis 34 Jahren: Hier nennen 50% Flexibilität und Work-Life-Balance als wichtigsten Faktor, gegenüber 44%, die finanzielle Aspekte priorisieren.

Mit zunehmendem Wettbewerb um KI- und Digitalkompetenzen zeigt die Studie, dass Unternehmen mit flexiblen Arbeitsmodellen und agilen Organisationsstrukturen künftig am besten positioniert sein werden, um die Talente der Zukunft zu gewinnen und zu binden.

KI-Kompetenzen verändern Karrierewege und Anforderungen an Talente

Die Ergebnisse zeigen zudem, dass sich traditionelle Karriere- und Bewertungsmaßstäbe im Wandel befinden. Bei der Auswahl von Talenten achten Unternehmen zunehmend auf technologische Fähigkeiten, insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz.

77% der Führungskräfte geben an, dass entsprechende Kompetenzen entscheidend dafür sind, wer für Führungspositionen ausgewählt wird. Gleichzeitig planen 74%, ihre Führungsteams gezielt um Tech- und KI-Kompetenzen zu erweitern.

Mehr als ein Viertel der Unternehmen (26%) besetzt Führungspositionen früher mit jungen Tech-Fachkräften, bei Unternehmen unter Führung der Generation Z liegt dieser Anteil bei 35%.

Auch bei der Einstellung neuer Mitarbeitender verschieben sich die Prioritäten: 39% der Führungskräfte geben an, dass technologische Kompetenzen zunehmend stärker gewichtet werden. 32% sind der Ansicht, dass diese Fähigkeiten inzwischen wichtiger sind als klassische Studienabschlüsse. Nur 5% sehen formale Bildung weiterhin als ausschlaggebendes Kriterium.

Mark Dixon, Gründer und CEO der International Workplace Group, sagt: „Die Botschaft der Führungskräfte in Deutschland, insbesondere der jüngeren Generationen, ist klar: Unternehmen, die hybrides Arbeiten nicht fest in ihrer Unternehmenskultur verankern, riskieren, im Wettbewerb um Tech-Talente ins Hintertreffen zu geraten und den Zugang zu entscheidenden Kompetenzen zu verlieren.“

*Die Ergebnisse für Deutschland basieren auf einer Befragung von 502 Führungskräften (Director-Level und höher) in Deutschland, durchgeführt im März 2026 von Mortar Research im Auftrag der International Workplace Group (IWG).