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Sind Unternehmer generell verantwortungslos?

Jürgen Schöntauf: Sinnstifter Campus-Verlag, ISBN 978-3-593-50575-6, 39,95 Euro
 

Während die Angestellten keinen Lohn mehr bekommen, verbringt der Inhaber seine Winterferien am Strand. Franziskus spricht häufig von einer »Diktatur der Wirtschaft« und erklärt: »Diese Wirtschaft tötet.«

Zur gleichen Zeit erleben wir den »Unternehmer-Präsidenten« Donald Trump, der sich als Staatsoberhaupt nicht klar und eindeutig von seinen Geschäftsinteressen trennt und sich weigert, seine Steuererklärungen zu veröffentlichen. Donald Trump führt die USA im Stil eines Firmenpatriarchen aus dem angehenden 20. Jahrhundert und festigt damit das öffentliche Bild des rücksichtslosen und nur auf seinen eigenen Vorteil bedachten Unternehmers.

Immer wieder wird über die Verfehlungen von Unternehmern und Managern berichtet. Ein aktuelles Beispiel ist Volkswagen mit »Diesel-Gate« und exorbitante Boni-Zahlungen für Manager. Viele Menschen können dabei zwischen der Rolle eines Managers und eines selbsthaftenden Unternehmers nicht unterscheiden. So muss es nicht verwundern, wenn Unternehmer im deutschsprachigen Raum als nicht besonders vertrauenswürdig angesehen werden und ein entsprechend schlechtes Image haben.

Dass viele Unternehmer diese negative Wahrnehmung nicht verdient haben, beschreibt Jürgen Schöntauf in seinem aktuellen Buch »Sinnstifter – Wie Unternehmen davon profitieren, soziale Verantwortung zu übernehmen.« Der gefragte Berater und Keynote-Speaker hat zahlreiche, vor allem mittelständische Unternehmer getroffen, die er als Sinnstifter bezeichnet. Schöntauf zeigt, dass es nicht nur möglich, sondern sogar notwendig ist, als Unternehmer wirtschaftlich zu arbeiten und dabei gleichzeitig sinnstiftend und nachhaltig zu agieren: „Wer nicht bereit ist, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen, der er seinen Erfolg verdankt, wird über kurz oder lang vom Markt verschwinden“. Gerhard Kränzle, Geschäftsführer von Gardeur, einem Atelier für hochwertige Hosenmode, hat dazu eine eindeutige Meinung: „Ein gut organisiertes Produkt darf der Umwelt und den Menschen nicht schaden.“ Jürgen Schöntaufs Beispiele zeigen viele unterschiedliche Wege, Sinnstifter zu sein.

Die vorgestellten, teilweise außergewöhnlichen Geschäftsmodelle machen Mut, selbst den Weg eines Sinnstifters zu gehen. Die „7 MindShift-Steps“ zu den Themen Unternehmenskultur und Werte, Führung, Vernetzung, Beziehungen, Leidenschaft, Bildung und Gewinn geben konkrete Anleitung. Wer dieses Buch gelesen hat, weiß nicht nur, was einen Unternehmer zum Sinnstifter macht und warum es sich lohnt, ein solcher zu sein, sondern auch, wie man diesen Prozess in Gang bringt. Und es zeigt, dass Unternehmer nicht generell verantwortungslos sind. Es wird nur zu wenig über die positiven Beispiele berichtet.

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