Der Papst wagt sich auf Neuland

Der Papst wagt sich auf Neuland

Mit seiner ersten Enzyklika wagt Papst Leo XIV. einen Schritt, den viele Kirchenleute vor ihm gemieden haben: Er geht mitten hinein in eine brandaktuelle und scheinbar weltliche Debatte. Er schreibt nicht abgehoben über ferne Moralthemen, sondern über das, was unsere Arbeitswelt, unsere Demokratien und sogar unsere Vorstellung vom Menschen gerade umpflügt: künstliche Intelligenz, Datenmacht und digitale Ausbeutung. Der Papst schlägt einen Ton an, der politischer ist, als

„nd.DerTag“: Epidemie des Versagens – Kommentar zum Ebola-Ausbruch in Zentralafrika

„nd.DerTag“: Epidemie des Versagens – Kommentar zum Ebola-Ausbruch in Zentralafrika

Das gleich vorweg: Nein, eine Pandemie droht von dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo nicht. Dafür ist das Virus und sein jetzt zirkulierender Stamm Bundibugyo nicht infektiös genug. In Deutschland kann man daher ganz beruhigt sein und der Weltöffentlichkeit seine gut ausgestatteten Isolierstationen wie an der Berliner Charité vorführen.

Ob der Ausbruch das Ausmaß der Epidemie in Westafrika vor gut zehn Jahren annimmt – was eher unwahrscheinli

Das EU-Parlament diskreditiert sich selbst

Das EU-Parlament diskreditiert sich selbst

Es ist mitnichten der Job von Politikern, die Arbeit der Behörden zu behindern und die Qualität der Beweise wie Juristen selbst zu bewerten, bevor sie eine Entscheidung treffen. Die Immunität soll als Schutzschild der Demokratie dienen. Sie ist nicht dafür gedacht, Politiker vor Verantwortlichkeit zu bewahren. Vielmehr soll sie verhindern, dass Volksvertreter willkürlich durch politische Gegner juristisch verfolgt und Abstimmungen beeinflusst werden, ohne völlige St

Siemtje Möller (SPD) zum Besuch Trumps in Peking: Das macht China stark und die USA schwach

Siemtje Möller (SPD) zum Besuch Trumps in Peking: Das macht China stark und die USA schwach

Nach dem Besuch von US-Präsident Donald Trump könne man schon sehr klar sehen, "dass es eine Machtverschiebung hin nach China gegeben hat und dass jetzt gewissermaßen in China alle Fäden zusammenlaufen." Das sei genau das, was Chinas Staatspräsident Xi Jinping beabsichtigt habe, erklärt die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Siemtje Möller im Interview bei phoenix. "Und wir in Europa, wir müssen jetzt sehen, wo wir bleiben."

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Gespräche mit den Machthabenden sind notwendig für Abschiebungen

Gespräche mit den Machthabenden sind notwendig für Abschiebungen

Das ist schwer erträglich: Die EU-Kommission will offenbar Vertreter der Steinzeitislamisten und Unterdrücker am Hindukusch nach Brüssel einladen, um mit ihnen über die Abschiebung afghanischer Staatsangehöriger zu verhandeln. Die eigentliche Frage lautet: Wie können menschenrechtliche Standards, Sicherheit und internationale Verpflichtungen in einer Situation gewahrt werden, in der sich die Verhältnisse komplett außerhalb jeder demokratischen Kontrolle b

Gerhard Schröder als Vermittler wäre keine Niederlage

Gerhard Schröder als Vermittler wäre keine Niederlage

Gerhard Schröder gilt oder galt zumindest als Freund von Putin und davon kann man halten, was man will – als Gegner oder gar Feind der Ukraine ist er bislang jedoch nicht in Erscheinung getreten. Diesen Mann ins Gespräch zu schicken, wäre keine Niederlage und auch kein Gesichtsverlust, sondern einfach nur richtig und pragmatisch. Verlieren kann man nichts, und wenn dabei nichts herauskommt, sind wir genauso weit wie jetzt. Falls Putin jedoch insgeheim einen Ausweg sucht, sollte ma

Kommentar von „nd.DerTag“ über den nicht enden wollenden Krieg am Golf

Kommentar von „nd.DerTag“ über den nicht enden wollenden Krieg am Golf

Der Iran und die USA haben sich wieder beschossen, aber sogleich zu verstehen gegeben, dass die Waffenruhe weiter gelte, zumindest hat US-Präsident Donald Trump sich so geäußert. Die Iraner waren in dieser Hinsicht weniger deutlich, sprachen von einem Bruch der Waffenruhe und dem Versuch, Verhandlungen zu torpedieren. Doch kann dem Teheraner Regime kaum daran gelegen sein, dass die USA (und Israel, das nur darauf wartet) den Iran wieder massiv bombardieren. Eine funktionierende L

Die Stimme von Leo XIV. bleibt viel zu leise

Die Stimme von Leo XIV. bleibt viel zu leise

Es war halt nicht nur der Inhalt dessen, was Franziskus zu sagen hatte; es war seine Art, sein zu jeder Zeit mutiges Aufstehen gegen die Ungerechtigkeiten in dieser Welt, sein radikaler Einsatz, bei dem er vor allem auf sich selbst und seine Gesundheit keinerlei Rücksicht nahm, was so tief faszinierte!

Und der neue Papst, Leo XIV., der exakt an diesem Freitag ein Jahr im Amt ist? (…) Seine Stimme bleibt viel zu leise! Seine Sätze kommen eher als geistige Philosopheme daher, die kaum

Möglicher Absturz und Chance zur Erneuerung

Möglicher Absturz und Chance zur Erneuerung

Die britische Labourpartei steht vor einer der schwierigsten Bewährungsproben seit Jahrzehnten. Bei den anstehenden Kommunalwahlen in England sowie den Regionalwahlen in Wales und Schottland am 7. Mai drohen der Partei empfindliche Verluste – und das nicht nur punktuell, sondern womöglich flächendeckend. Was sich abzeichnet, ist mehr als ein gewöhnlicher Stimmungstest. Es ist eine Neuordnung der politischen Landschaft.

Der 7. Mai könnte deshalb mehr sein als ein Wahlter

Europas fragiler Frieden / Wenn die USA mit Europa sicherheitspolitisch nicht an einem Strang ziehen, nützt dies alleine Russland.

Europas fragiler Frieden / Wenn die USA mit Europa sicherheitspolitisch nicht an einem Strang ziehen, nützt dies alleine Russland.

Auch wenn sich das in den vergangenen zwei, drei Jahrzehnten niemand so richtig vorstellen konnte: Der Frieden in Europa kann durchaus endlich sein. Der Krieg in der Ukraine ist geografisch nah, in vielen Köpfen aber dann doch noch ein gutes Stück weit weg. Das muss so nicht bleiben. Unsere östlichen Nachbarn, in Polen und noch mehr im Baltikum, sprechen seit Jahren von Putins Westerweiterung, wenn sie über den Krieg in der Ukraine reden. Dass Russland Gelüste haben k&ou