Rheinische Post: Ein Hauch von Mappschied

Ein kommentar von Sven Gösmann:

Seit 58 Jahren stellt die CDU in Baden-Württemberg den
Ministerpräsidenten. Zwischen 1972 und 1988 holte die Union absolute
Mehrheiten. Baden-Württemberg – das war das Bayern der CDU, ein vom
Zeitgeist uneinnehmbares Bollwerk einer mittelständischen,
selbstbewussten Union. Am Sonntag könnte, wenn die Demoskopen nicht
ständig die Falschen befragt haben, die Regierungszeit der CDU zu
Ende gehen. Es wäre eine ähn

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Nato-Einsatz in Libyen

Nato-Einsatz in Libyen

Längst überfällig Es gibt wenige Situationen, in denen schnelles
Entscheiden und Handeln mehr gefragt sind als in der aktuellen Lage
in Libyen. Was macht die Nato? Sie wartet und diskutiert. Und
entscheidet sich am Ende erst einmal für eine Minimallösung, die
Überwachung der Flugverbotszone. Sollte sich das Bündnis am
Wochenende tatsächlich sogar für die Übernahme des ganzen Kommandos
entscheiden, wäre das l&

Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zum EU-Rettungsschirm

Der Euro wird für die Deutschen endgültig zum
Teuro, und zwar nicht mehr nur gefühlt, sondern ganz real. Aber das
ist nur die halbe Wahrheit. Schon vor der Einführung der
Gemeinschaftswährung lebten wir auf Pump. Auch bei uns sind
notwendige Sparmaßnahmen kaum durchzusetzen. Es reicht nicht, nur auf
die Pleite-Staaten in Südeuropa zu schimpfen. Auch ohne die
Kostenfalle Euro müssten wir in den nächsten Jahren kürzer treten.
Sind wir Deutsc

Mitteldeutsche Zeitung: zur CDU Sachsen-Anhalts

Die Art, wie die CDU-Landtagsfraktion Dieter
Steinecke abserviert hat, ist unanständig. Das gilt schon allein
dafür, dass ihm kurz vorher nur noch erklärt wurde, dass er keine
Zukunft mehr hat. Und es gilt erst recht, wenn stimmen sollte, dass
dies die Quittung für eine nur maßvolle Diätenerhöhung war. Wie
souverän und selbstlos Steinecke mit der Niederlage umgeht, zeigt
dass er der richtige Mann für den Posten war – und was er seinen
Widersac

Mitteldeutsche Zeitung: zum BDI

Man mag Schnappaufs Vertrauensseligkeit dumm finden.
Doch moralisch ist ihm nichts vorzuwerfen. Der Rücktritt ist vielmehr
Resultat der Konsequenzen, die die Affäre für den BDI hat. Sie
untergräbt das Vertrauensverhältnis der Koalition zur Industrie.
Union und FDP werden sich fragen, warum sie für die im BDI unter
anderem organisierten Atomkraftwerks-Betreiber die Kastanien aus dem
Feuer holen sollen, wenn sie mit derartigen Kollateralschäden rechnen
m&uuml

Mitteldeutsche Zeitung: zum Echo und der Musikindustrie

Dass die Branche freilich auch weiterhin dazu neigt,
ihre einmal gefundenen Stars in einer überhitzten Atmosphäre
verglühen zu lassen, zeigte sich überdeutlich am Beispiel von Lena
Meyer-Landrut. Von der naiven Fröhlichkeit, mit der das Mädchen aus
Hannover im vergangenen Jahr den Eurovision Song Contest in Oslo
gewann, ist sie inzwischen meilenweit entfernt. Was damals gerade
darum berührte, weil es nicht perfekt war, ist nun zum matten Echo
seiner selbs

Ostsee-Zeitung: OSTSEE-ZEITUNG Rostock zu Sarkozy/Libyen

"Unmöglich ist kein französisches Wort" hatte
Napoleon einst in die Welt gedonnert. Ganz in diesem Sinne drohte
gestern "Klein-Napoleon" Sarkozy, der mit seinen Kampfbombern seit
Tagen Gaddafis Truppen bombardiert, allen Despoten mit dem
militärischen Knüppel. "Jeder arabische Herrscher muss verstehen,
dass die Reaktion der internationalen Gemeinschaft und Europas von
nun an jedes Mal die gleiche sein wird", sagte er. Markige Worte,
zweife

WAZ: Patient WestLB vor dem Eingriff
– Kommentar von Ulf Meinke

WestLB-Chef Dietrich Voigtländer verhielt sich
ähnlich wie ein Arzt, der seinen Patienten auf eine komplizierte
Operation vorbereiten will. Er bemühte sich, Ängste zu zerstreuen,
Vertrauen zu schaffen, Mut zuzusprechen. Auch die bevorstehenden
Schmerzen erwähnte er. Und er formulierte die Hoffnung, dass es nach
dem Eingriff endlich Klarheit gibt. Dennoch blieb ein merkwürdiges
Gefühl. Denn für den Patienten steht auch fest: Wie es ist, wird es
nicht