Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Debatte zur Ukraine im Bundestag Bruchlinien Alexandra Jacobson, Berlin

Den meisten Rednern im Bundestag war anzumerken,
dass es bei dem Konflikt um die Ukraine um die großen Fragen geht, um
die Zukunft Europas. Stimmt die Erzählung vom friedlichen, zum Glück
vereinten Europa immer noch? Im Osten unseres Kontinents erleben wir
eine Zäsur, da wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Da werden
Grenzen wieder gewaltsam verschoben. Jedenfalls trifft Russland seit
Wochen entsprechende Vorbereitungen. Das Referendum am Sonntag zum
Anschluss der Krim

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Die Rundfunkgebühr sinkt ab 2015 um 48 Cent im Monat Das Geld nicht wert Stefan Brams

Gebühren kennen meist nur eine Entwicklung – die
nach oben. Insofern ist es eine gute Nachricht, dass der
Rundfunkbeitrag ab 2015 erstmals in seiner Geschichte sinken wird.
Dass wir nur um 48 und nicht – wie von der KEF vorgeschlagen – um 78
Cent im Monat entlastet werden, ist dreist, aber dennoch die
Aufregung nicht wert. Wir brauchen keine Debatte um diese paar Cent
mehr oder weniger. Wir sollten uns vielmehr fragen, warum wir uns
eigentlich das teuerste öffentlich-rechtliche R

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Haftstrafe für Hoeneß Gut bedient Ralf Müller, München

Was in dem spektakulären Prozess gegen
"Bayern"-Boss Uli Hoeneß herausgekommen ist, kann man nun wirklich
nicht als unerwartet bezeichnen. Es wäre ein Aufschrei durch die
Republik gegangen, wenn man einen Steuersünder, der dem Fiskus mehr
als 28,5 Millionen Euro vorenthalten hat, mit Bewährung hätte
davonkommen lassen. Wenn man davon ausgeht, dass Hoeneß–
Selbstanzeige unwirksam war, dann konnte man bei dieser Summe beim
besten Willen keine

Landeszeitung Lüneburg: Kultur der Gier aufbrechen / Ethiker Dr. Martin Booms plädiert für Verantwortungseliten statt Leistungseliten

Die Haftstrafe für Uli Hoeneß wegen
Steuerhinterziehung ist nach Ansicht der schleswig-holsteinischen
Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) ein kraftvolles Signal für
die Steuermoral. Aber ist das Delikt des Bayern-Präsidenten ein
Zeichen für Dekadenz der Eliten? Oder den Verfall der Werte? Ethiker
Dr. Martin Booms glaubt das nicht: "An den Eliten wird nur eine
allgemein laxe Moral sichtbar. Das darüber debattiert wird, ist ein
gutes Zeichen.&quo

Allg. Zeitung Mainz: Ordentlich gewichtet / Kommentar zu Hoeneß

Man fühlt sich an die legendäre Radio-Reportage vom
WM-Finale 1954 erinnert: "Aus dem Hintergrund müsste…" in diesem
Fall nicht Rahn, sondern Hoeneß…. "schießen…" Aber Uli Hoeneß
"schoss" nicht, er vollzog nicht den Befreiungsschlag, deckte das
Schweizer Konto über Jahre nicht auf. Damit schoss er ein Eigentor.
"Aus, aus, aus, das Spiel ist aus", dröhnte es in der 54er Reportage.
Aus ist es nicht f&uum

Rheinische Post: Kalter Erdogan

Er reagiert schroff, unversöhnlich und wittert
überall Verschwörer: Recep Tayyip Erdogan lässt im Umgang mit seinen
Gegnern jedes politische Gespür vermissen. Schlimmer noch: Der
türkische Regierungschef legt in der Auseinandersetzung eine
menschliche Kälte an den Tag, die immer mehr Türken hellauf empört.
Dass der Regierungschef keine Silbe des Mitgefühls für einen durch
ein Polizeigeschoss getöteten Jungen über die Lippen b

Rheinische Post: Merkels neue Klarheit in der Krim-Krise

Eine Regierungserklärung der Kanzlerin war
selten so klar wie die gestrige zur Ukraine-Politik. Merkels
Botschaft: Die Tür für eine politisch-diplomatische Lösung der
Krim-Krise steht für Putin offen. Wenn er aber nicht durch sie
hindurchgeht, wird ihn die EU mit Sanktionen und Isolation bestrafen.
Unmissverständlich machte Merkel auch deutlich, dass Deutschland und
die EU nicht in die Muster des 20. Jahrhunderts und des kalten
Krieges zurückfallen werden

Rheinische Post: Die attackierte Polizei

In einem demokratischen Staat wie dem unsrigen
hat nur eine Institution das Gewaltmonopol inne, und das ist die
Polizei. Nur sie darf dazwischengehen, wenn Kriminelle Leib und Leben
einzelner Menschen oder das Zusammenleben unserer Gesellschaft
bedrohen. Umso mehr muss es jeden Staatsbürger empören, wenn von
zunehmenden Übergriffen gegen Polizisten die Rede ist, gegen jene
Staatsdiener also, die oft unter gefahrvollen Umständen für Ordnung
zu sorgen haben. Hinzu ko

Westdeutsche Zeitung: Auch die Steuermoral stand auf dem Spiel = von Peter Kurz

Uli Hoeneß in einer kargen Gefängniszelle,
statt mit rot-weißem Schal auf den Fußballtribünen dieser Welt – das
erscheint schwer vorstellbar. Hat er, der Mann mit der großen
Lebensleistung, das verdient? Wer – auch außerhalb der großen
Bayern-Gemeinde – dem menschlich nachvollziehbaren Reflex "der arme
Uli" erliegt, stelle sich nur mal vor, die Richter hätten anders
entschieden. Was hätte es bedeutet, wenn eine Steuerhinterz

BERLINER MORGENPOST: Großer Betrug wird groß bestraft/ Ein Leitartikel von Hajo Schumacher

Respekt. Richter Rupert Heindl, 47, verzehrte in
der Gerichtskantine entspannt sein Schaschlik, bevor er ein Urteil
verkündete, das dem Rechtsempfinden der Menschen halbwegs entsprach.
Heindl ist ein Bayer, den man mögen muss: skeptisch, aber freundlich,
kein Show-Typ, sondern klarer Glatzkopf, der im Duett mit einer
Rosenheimer Steuerfahnderin das Verfahren durchgezogen und
schließlich im Namen des Volkes geurteilt hat: Dreieinhalb Jahre für
27 Millionen Euro – so vie