Rheinische Post:Ärzte-Funktionäre sollen auch bei sich sparen

Die Kritik an den Sparplänen der
Kassenärztlichen Vereinigung ist wohlfeil. Natürlich machen die
Gesundheitsfunktionäre sich angreifbar, wenn sie das Netz der
Notdienstversorgung ausdünnen – schließlich wird damit das Angebot
schlechter. Aber die, die darüber klagen, sind oft dieselben, die
sich auch gerne über steigende Gesundheitskosten aufregen. Wer
grundsätzlich das bestmögliche ärztliche Angebot fordert, muss dazu
sagen, dass er

Rheinische Post: Höchste Zeit für RWE

Für RWE war gestern ein schwarzer Tag: Der
Europäische Gerichtshof signalisierte, dass er die Atomsteuer für
rechtmäßig hält. Damit muss RWE weiter Milliarden zahlen. Die Aktie
brach ein, aus dem Witwen- und Waisenpapier ist längst eine
Zocker-Aktie geworden. Eon steckt in ähnlicher Lage, hat aber 2014
das Heft des Handelns in die Hand genommen und die Aufspaltung in
eine grüne, stabile Eon und eine "Bad Bank" für alle riskanten

Schwäbische Zeitung: Cannabis kann auch Arznei sein

Zement-Lastwagen waren vor Jahren mit einem
originellen Werbespruch unterwegs: "Beton – es kommt darauf an, was
man daraus macht". Für Cannabis gilt der Satz gleichermaßen. Die
Fachwissenschaft ist sich weitgehend darin einig, dass die Symptome
bestimmter chronischer Erkrankungen durch die Behandlung mit der
Droge gelindert werden können. Cannabis wäre aber in diesem Fall
keine Droge mehr, sondern ein Medikament.

Es ist gut, dass inzwischen in allen polit

Mitteldeutsche Zeitung: zu ADAC

Das sind zwar Schritte in die richtige Richtung für
den von Skandalen gebeutelten Automobilclub. Dabei darf man aber
nicht vergessen, dass der ADAC sie nicht freiwillig tut. Er steht
unter massivem Druck. Das Münchner Amtsgericht prüft, ob er zu Recht
als eingetragener Verein agiert. Die Pannenhilfe ist die
wichtigste Aufgabe des ADAC? Doch reicht es aus, Rabatte für
Batterien anzubieten, um den Vereinsstatus zu bekräftigen? Wie die
Richter das sehen, ist

Mitteldeutsche Zeitung: zu Waffenlieferungen/Ukraine

Wozu wären Waffen für die Ukraine gut? Das
militärische Kräfteverhältnis im Vergleich mit dem feindlichen Bruder
werden sie kaum verändern. Es wäre daher vor allem ein politisches
Signal. Allerdings eines, dass die Fronten eher verhärtet. Zwar
signalisiert es Putin die Unterstützung des Westens für Präsident
Poroschenko. Doch gleichzeitig nimmt es der Regierung in Kiew den
Druck, ihren Teil zu einer friedlichen Beilegung des Konflik

Mitteldeutsche Zeitung: zu E-Mail-Panne/Sachsen-Anhalt

Und es ist auch kein Problem des IT-Dienstleisters
Dataport – der Fall der Haseloffschen Schneckenpost datiert aus
einer Zeit weit vor Dataport. Das Problem ist vielmehr hausgemacht,
denn jahrelang wurde nicht in neue Technik und leistungsstärkere
Datenautobahnen investiert. Und seit Jahren wurschtelt jedes
Ministerium mit einem eigenen E-Mail-System herum. Es wäre also
vermessen zu erwarten, Dataport können binnen Jahresfrist über
Jahrzehnte Versäumtes reparier

WAZ: Ohne Kontrollen geht es nicht. Kommentar von Stefan Schulte zum Mindestlohn

Gegen den Mindestlohn lässt sich vieles ins Feld
führen, zum Beispiel, dass seine Höhe eine ziemliche Willkür ist in
einem Land, das nach wie vor ein 20-prozentiges Lohngefälle zwischen
Ost und West aufweist. Die 8,50 Euro werden im Osten Jobs kosten, im
Westen sind sie weitgehend wirkungslos. Aber: Wenn sich ein Land
einen Mindestlohn gibt, dann muss es auch kontrollieren, ob er
eingehalten wird. Dass Arbeitgeber nun penibel die Arbeitsstunden
ihrer Beschäft

WAZ: Griechische Euphemismen. Kommentar von Alexander Marinos zu „Umschuldung“

Wer "Arbeitnehmer freistellt", statt sie zu
"entlassen", oder vom "Verteidigungsfall" statt vom "Krieg" spricht,
der benutzt Euphemismen. Der Begriff "Euphemismus" stammt natürlich
(!) aus dem Griechischen und beschreibt die Beschönigung eines
negativen Sachverhaltes; es handelt sich also – zungenbrecherisch –
um ein "Glimpfwort". Nun erweist sich auch der neue griechische
Finanzminister Yanis Varoufakis als ein Meister

neues deutschland: Rüstungsexporte: Nachschub für Mordbrenner¶

In der ukrainischen Ortschaft Konstantinowka,
unweit von Donezk, stand ein alter Stalinpanzer. Er war Symbol des
Sieges über die Naziokkupanten. Unlängst machten ihn Volkswehrleute
wieder flott und schrieben »nach Kiew« an den Tank. Das ist ebenso
absichtsvoll verlogen wie auf der Kiewer Seite die Postulierung einer
»heiligen Mission« im Sinne westlicher Werte. Für alle, die der
Vernunft treu bleiben, ist Kriegspropaganda unisono widerlich. Denn
sie v