Westfalen-Blatt: zu VW

Wer bremst, verliert!? Von wegen! Martin
Winterkorn, Chef des riesigen VW-Konzerns mit seinen zwölf Marken,
will noch 2015, und damit drei Jahre eher als 2007 verkündet, die
Spitzenposition bei den Absatzzahlen auf dem Auto-Weltmarkt
übernehmen. Und das, obwohl er gleichzeitig massiv auf die Bremse
tritt – allerdings nur bei den Kosten. Die Verkaufszahlen der
jüngsten Vergangenheit lassen kaum einen Zweifel aufkommen, dass VW
noch in diesem Jahr am derzeitigen Branchen

Westfalen-Blatt: zu Syrien

Wer einen Gott hat, sollte ihm danken – mehrmals
am Tag, dass er hier und jetzt leben darf. Seit mehr als 70 Jahren
haben die Menschen in Deutschland keinen Krieg erlebt. Millionen von
Kinder in Syrien und im Irak kennen nichts anderes. Sie haben ihre
Heimat und einige ihrer Familienmitglieder verloren, können keine
Schule besuchen und sind aufgrund ihrer Kriegserlebnisse gezeichnet
für ihr ganzes Leben. Es gibt zwar eine militärische Koalition gegen
die Terrormiliz Islamisc

Börsen-Zeitung: An die Substanz, Kommentar zur Bilanz der deutschen Sparkassen von Bernd Wittkowski

Auch für die Sparkassen gilt der Karl Valentin
et al. zugeschriebene Satz, dass Prognosen schwierig sind, besonders
wenn sie die Zukunft betreffen. Aber manches ist ja berechenbar. Wenn
ein Asset, das heute aus guten alten Zeiten stammende 4% abwirft, in
drei Jahren fällig wird und neu angelegt werden muss, weiß man, was
es künftig bei Null- und Negativzinsen bringt – oder eben nicht mehr
bringt. Nehmen wir also an, dass Sparkassenpräsident Georg
Fahrenschon mit s

RNZ: Keine Chance – Kommentar zum Vorschlag europäischer Flüchtlingslager in Nordafrika

"Tatsächlich eröffnete das Modell genau das
legale Tor zur sicheren Einreise, das seit Jahren gefordert wird.
Immer vorausgesetzt, dass in den Transitländern menschenwürdige
Bedingungen herzustellen sind und die dort gestellten Anträge eine
ernsthafte Chance auf einen positiven Bescheid haben. Die
Auffanglager wären ein Grund weniger, sich auf den oft tödlichen
illegalen Weg über das Mittelmeer zu machen und dabei kriminellen
Schleuserbanden di

Neue Westfälische (Bielefeld): Pflegenotstand Traurig, aber wahr CARSTEN HEIL

Plötzlich war da nur noch eine Pflegekraft.
Eigentlich kümmerten sich immer zwei gut ausgebildete Frauen um die
Bewohner der Demenzstation. Doch ein schlichter Krankheitsfall beim
Personal sorgte dafür, dass die Betreuung für mehrere Tage drastisch
ausgedünnt wurde, die Bedürftigen stärker sich selbst überlassen.
Plötzlich brach der pflegende Angehörige selbst zusammen. Er konnte
nicht mehr. Seit Jahren kümmerte er sich aufopferungsvol

Neue Westfälische (Bielefeld): Gewaltspirale in Ferguson Verhärtete Fronten Dirk Hautkapp, Washington

Man kann es wirklich nicht anders sagen: Die
Behörden in Ferguson, der Kleinstadt bei St. Louis, haben die
schwarze Bevölkerung über Jahre wie Bürger dritter Klasse behandelt,
regelrecht ausgeplündert und damit Recht und Verfassung gebeugt. Die
zentrale Frage, wie sich dieser Hardcore-Rassismus in der DNA einer
mehrheitlich schwarzen Stadtgesellschaft etablieren und geräuschlos
halten konnte und ob es mit dem Austausch von ein paar führenden
Köpfen

Neue Westfälische (Bielefeld): Europäische Armee Etikettenschwindel Knut Pries, Brüssel

Wer die in Deutschland entbrannte Debatte
verfolgt, könnte den Eindruck haben, die Aufstellung einer
europäischen Armee stehe unmittelbar bevor. Davon kann keine Rede
sein. Zwar ist die Idee mehr als abgehangen, nämlich älter als die
Gründung der EU-Vorläuferin EWG, die ursprünglich eine
Verteidigungsgemeinschaft hatte werden sollen. Das Ob und Wann der
Verwirklichung steht hingegen in den Sternen. Prinzipiell gibt es
zwei Wege zu einer Zusammenlegung de

Mitteldeutsche Zeitung: zum Aufbau Ost

Nimmt man einzelne prosperierende Städte und
Regionen wie Dresden oder Jena, so haben diese längst Westniveau
erreicht. Im Kern krankt der Osten aber unverändert an einem Mangel
an industrieller Wertschöpfung. Es gibt zu wenige Unternehmen, und
sie sind oft zu klein. Und von den wenigen großen sitzen die
Zentralen oft in Westdeutschland, wohin dann die Steuern fließen.
Die Folge ist, dass ostdeutsche Länder und Kommunen ihre Ausgaben nur
etwa zur H&au

Mitteldeutsche Zeitung: zur direkten Demokratie

Die Beteiligung an allgemeinen Wahlen sinkt zwar,
aber die an Bürgerentscheiden ist noch erheblich geringer. Die
Freunde der direkten Demokratie behaupten, das liege vor allem an den
hohen Hürden, die ihnen gesetzt werden. Da ist sicher etwa dran. Aber
es erklärt nicht alles. Initiativen für Volksentscheide wollen in der
Regel bestimmte Entscheidungen der Parlamente oder der Regierungen
korrigieren. Das interessiert mal mehr, mal weniger Menschen. Und
manchmal artikulier