BERLINER MORGENPOST: Neuer Antiamerikanismus/Ein Leitartikel von Jochim Stoltenberg

Es ist schon erstaunlich, wie leicht sich in
Deutschland Antiamerikanismus schüren lässt. Die Geheimdienstaffäre
ist ja nur das jüngste Beispiel, die westliche Führungsmacht der
Arroganz, des Eigeninteresses und der Ignoranz zu bezichtigen.
Natürlich hat eine Weltmacht andere Ansprüche als eine auf die
Ökonomie konzentrierte Mittelmacht wie Deutschland. Natürlich bieten
die USA als derzeit einzig verbliebene wirkliche Weltmacht
Angriffsflä

Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Korruption/Umfrage

Elf von hundert deutschen Unternehmensvertretern
halten Schmiergeldzahlungen für akzeptabel, wenn ihr Betrieb in
Existenznöte gerät. Dieses Umfrage-Ergebnis ist bestürzend. Die
Erhebung offenbart einen Mangel an Unrechtsbewusstsein in Teilen der
Wirtschaft.

Die zweifellos bittere Erfahrung, dass in Teilen der Welt ohne
Schmiergeld keine Geschäfte zu machen sind, ist kein Argument.
Deutsche Unternehmen können nicht über Misswirtschaft etwa in
Griechenl

Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Lammert/Ägypten/al-Sisi

Die Menschenrechtsverletzungen unter den neuen,
rabiaten Machthabern rund um Präsident Sisi sprengen inzwischen jede
Dimension, während die Zahl der Bombenanschläge und Attentate
exponentiell steigt. Doch Ägyptens herrschende politische Klasse
rührt das genauso wenig wie die nackte Armut von mindestens der
Hälfte ihrer eigenen Landsleute. Stattdessen inszeniert sie sich als
globales Vorbild im Kampf gegen den Terror, als der einzige noch
aufrechte Titan im Na

Weser-Kurier: Kommentar von Kristina Läsker zu Rückrufen von Autos

Der Airbag als Splitterbombe. Was nach Albtraum
klingt, ist in den USA längst passiert. Mindestens sechs Menschen
starben bei Unfällen, verursacht durch schadhafte Airbags von Takata.
Der japanische Zulieferer produziert jeden fünften Airbag weltweit.
Jetzt müssen fast 34 Millionen Autos zurück in die Werkstatt – so
viele wie nie zuvor. Das ist peinlich und teuer für betroffene
Konzerne wie Toyota, BMW und Fiat Chrysler. Doch was schlimmer ist:
Der Splitter-Ai

BERLINER MORGENPOST: Das Entsetzen der Grünen/Ein Kommentar von Jens Anker

Das Entsetzen über die eigenen Verstrickungen in
pädosexuelle Machenschaften war am Mittwoch im Landesverband der
Berliner Grünen greifbar. Fassungslos sieht die Partei auf das erste
Ergebnis der Kommission zur Aufarbeitung der Vorwürfe, anderthalb
Jahrzehnte das Thema Pädophilie verdrängt zu haben. Die Wucht der
Erkenntnis trifft die Partei nun umso mehr. Die teilweise
romantisierenden Erinnerungen an die Sponti-Anfänge der Grünen und
den Aufbruch

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Flüchtlingspolitik

Die Ausgangslage ist vertrackt: Flüchtlinge
sollen bei der riskanten Überfahrt im Mittelmeer nicht ertrinken.
Aber sie sollen auch nicht in zu großer Zahl zu uns kommen. Also
müssen wir verhindern, dass sie in die Boote der Schlepper steigen.

Diesen logischen Schluss hat die Europäische Union (EU) gezogen
und sagt den Schleusern den Kampf an. Nach der Verteilquote für
Flüchtlinge ist das der zweite Schritt. Die Praxis wird zeigen, ob
das ein Anfang s

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur BND-Affäre

Der Untergang des Parlamentarismus ist der
Vorschlag eines Sonderermittlers in der BND-Affäre nicht. Es kommt
auf das Verfahren an, wie der- oder diejenige benannt werden soll.
Und selbstverständlich auf die Person, die Einsicht in die
US-Spählisten erhält. Besonders klug ist es daher, wenn diese Aufgabe
jemand übernehmen würde, dem nicht gerade der Stallgeruch der großen
Koalition anhaftet. Das wäre ein Angebot.

Der Blick zurück entlarvt

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Middelhoff

Thomas Middelhoff mittellos? Richtig erklären
kann sich das auch der Insolvenzverwalter nicht.

Schließlich hat der Spitzenmanager a.D. früher mal exzellent
verdient. Allein die 40 Millionen Euro, die »Big T« als
Anerkennungsprämie für den AOL-Deal bei Bertelsmann erhalten haben
soll, reichen normalerweise aus, um zig Familien ein sorgenfreies
Leben zu ermöglichen.

Doch Middelhoff war ein Mann der ganz großen Gesten und Geschä

Börsen-Zeitung: Schuldig – was solls?, Kommentar zur UBS von Daniel Zulauf

Mit der UBS und ihren vier Mittätern im
internationalen Devisenkartell ist die Zahl der Banken, die in den
USA für strafrechtliche Vergehen ein Schuldbekenntnis abgeben
mussten, auf eine inzwischen schon fast unübersichtlich hohe Zahl
gewachsen. Es dürften inzwischen etwa zehn Institute sein, die sich
in den vergangenen drei Jahren dieser Schmach unterziehen mussten.
Die UBS ist jene Bank, die am längsten mit dieser Drohung leben
musste. Dass sie erst jetzt wahr w

Lausitzer Rundschau: Ein Angebot Zum Streit um einen Sonderermittler in der NSA-/BND-Affäre

Der Untergang des Abendlandes oder des
Parlamentarismus, wie die Opposition andeutet, ist der Vorschlag der
Einschaltung eines Sonderermittlers in der BND-Affäre nicht. Es kommt
auf das Verfahren an, wie der- oder diejenige benannt werden soll.
Und selbstverständlich auf die Person selbst, die dann Einsicht in
die US-Spählisten erhält. Besonders klug ist es daher, wenn diese
Aufgabe jemand übernehmen würde, dem nicht gerade der Stallgeruch der
Großen Koal