Mittelbayerische Zeitung: Verscheucht / Kommentar zu Snapchat

Vor ein paar Monaten fragte ich in meinem
Bekanntenkreis herum und erntete ein ernüchterndes Ergebnis: Fast
niemand nutzte Snapchat. "Das erschließt sich mir nicht", bekam ich
meist zu hören. Nur ein einziger Finger erhob sich. "Ich nutze
Snapchat, um damit meine 17-jährige Schwester zu stalken." Und da
liegt der Hund begraben: Der Instant-Messaging-Dienst kommt gerade
bei den Teenies an. Oder besser: kam. Jetzt ziehen nämlich auch "wir
E

Rheinische Post: Kommentar: Schwarze Gastro-Schafe

Das Ergebnis der Stichprobe in der Gastronomie
muss einem Arbeitsrechtler regelrecht auf den Magen schlagen: In NRW
werden nahezu alle gesetzlichen Schutzvorkehrungen für die
Bediensteten – in erster Linie Kellner und Küchenpersonal –
missachtet. Mögen zuweilen die Arbeitnehmer nicht mit offenen Karten
spielen, indem sie ihren Zweitjob verheimlichen – in aller Regel sind
es die Kneipen- und Restaurantbesitzer, die das Personal übel
ausbeuten. Deshalb ist es richtig, ihn

Rheinische Post: Kommentar: Tarifpolitik mit Verstand

Warnstreiks in einer Tarifrunde in der Metall-
und Elektroindustrie sind so sicher wie das Amen in der Kirche. Und
doch beschlich Beobachter in diesem Jahr der Eindruck, dass da
irgendwas aus dem Ruder zu laufen drohte. Der Ton war auf beiden
Seiten viel gereizter als sonst. Der IG-Metall-Drohung mit
24-Stunden-Warnstreiks setzten die Arbeitgeber ein historisch
niedriges Angebot entgegen. Auch Urabstimmung und Streik schienen
nicht mehr völlig ausgeschlossen. Und doch hat in der Nach

Rheinische Post: Kommentar: Sicherheitsdebatten in Cyber-Zeiten

Das als böse Vision aus der Zukunft des
Internets galt, bekommt reale Konturen: Die weit verbreitete Spionage
wird um die Vorbereitung von Sabotage ergänzt. Haben wir vor diesem
Hintergrund eine schräge Debatte geführt, als wir die amerikanischen
Ausspähpraktiken als Bedrohung für den zivilisierten Umgang zwischen
Staaten in den Mittelpunkt stellten? So richtig es war, auf
Einhaltung von Gesetzen und bürgerlichen Schutzsphären auch bei
befreundeten N

Neue Westfälische (Bielefeld): Bund-Länder-Streit über die Ökostrom-Förderung Solarkraftwerk statt Tankstelle Hannes Koch

Auch, wenn Meinungsumfragen es nicht
widerspiegeln: Die Große Koalition in Berlin funktioniert in mancher
Hinsicht ganz gut – beispielsweise bei der Energiewende. In der
vergangenen Legislaturperiode war das Thema noch heftig umkämpft.
Doch mittlerweile hat Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) die
Entwicklung in relativ ruhige Bahnen gelenkt. Augenblicklich scheint
der Streit zwar wieder zu eskalieren. Es geht um die Reform des
Erneuerbare-Energien-Gesetzes für 2016

Timmins Gold verkauft?Caballo Blanco?-Projekt und legt Quartalszahlen vor

Timmins Gold verkauft?Caballo Blanco?-Projekt und legt Quartalszahlen vor

Gleich mit mehreren Neuigkeiten konnte in dieser Woche der kanadische Edelmetallproduzent Timmins Gold (ISIN: CA88741P1036 / TSX: TMM) aufwarten: Zunächst gab das in Mexiko aktive Unternehmen am Mittwoch den Verkauf seines ?Caballo Blanco?-Goldprojektes an den kanadischen Mitbewerber Candelaria Mining bekannt. Am Donnerstag folgten dann nach Börsenschluss zum einen die Geschäftszahlen für das 1. Quartal 2016, zum anderen die kurze Mitteilung, dass der bisherige Finanzchef (C

Neue Westfälische (Bielefeld): Eklat beim Detmolder Auschwitz-Prozess Bedauerlicher Stimmungsumschwung Dirk-Ulrich Brüggemann

Es war keine leichte Entscheidung für die
Schwurgerichtskammer des Detmolder Landgerichts unter Vorsitz von
Anke Grudda, den eigens aus den USA mit seinen zwei Töchtern
angereisten Zeitzeugen Joshua Kaufman im Auschwitz-Prozess nicht zu
hören. Die Kammer hat um den Entschluss gerungen, anders lässt sich
die fast einstündige Beratungspause nicht erklären. Aber mit der
Tatsache, den 88-Jährigen nicht in den Zeugenstand zu rufen, hat das
Gericht auch ein Si

Allg. Zeitung Mainz: Planlos / Kommentar von Lars Hennemann zu Hackerangriffen

Die gefährlichsten oder heimtückischsten Kriege sind
die, die man gar nicht als solche erkennt. Im digitalen 21.
Jahrhundert verschieben sich die Konfliktfelder zunehmend auf
Schauplätze, die gewohnte und althergebrachte Kräfteverhältnisse
gegenstandslos machen. Die Waffe der Gegenwart ist Wissen, Wissen und
noch mal Wissen. Wenn sich dazu noch wie etwa im Falle Russlands
ökonomische Unterlegenheit, verletzter Nationalstolz und ein nach wie
vor ungebremst expans

BERLINER MORGENPOST: Klares Ja zum Tourismus / Kommentar von Joachim Fahrun zu Berlin-Tourismus

Manche Erscheinungen des Massentourismus erfordern
eine gewisse Toleranz der Stadtbürger in ihrem oft stressigen Alltag.
Werden die Berliner aber mit einigem Abstand in einer Umfrage
angesprochen, lassen sie sich nicht von vorübergehenden
Negativ-Emotionen leiten. 84 Prozent halten die steigenden
Touristenzahlen für positiv, die Stadt habe davon Vorteile. Nicht
einmal jeder Zehnte hält den wachsenden Tourismus für negativ. Die
Befragten haben damit eindrucksvoll da