Rheinische Post: Kommentar / Arme Alleinerziehende = Von Eva Quadbeck

Dass beinahe die Hälfte aller Alleinerziehenden
als armutsgefährdet gilt, ist eine alarmierende Bilanz. Diese Mütter
und Väter müssen ihre Kinder täglich ermahnen, was sie sich nicht
leisten können: Schwimmbad, Kino, Geschenke für die
Geburtstagseinladung, Musikschule und Nachhilfe. Auf Dauer grenzt
dieser Zustand Kinder aus und mindert ihre Zukunftschancen.
Selbstverständlich kann der Staat nicht an allen Ecken und Enden den
Alleinerziehenden d

Rheinische Post: Kommentar / Verkehrskollaps mit Ansage = Von Martin Kessler

Das Trauerspiel um die Autobahnbrücke A 1 bei
Leverkusen ist symptomatisch für den Zustand der Verkehrsplanung,
nicht zuletzt für die Politik insgesamt. Es fängt damit an, dass Bund
und Land der Infrastruktur über Jahrzehnte kaum Beachtung schenkten.
Marode Straßen und Brücken zu sanieren, kostet viel Geld und bringt
wenig Stimmen. Die notwendigen Investitionen wurden viel zu lange
aufgeschoben. Zum zweiten gibt es in den Haushalten von Bund und Land
kein

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu dem Thema Alleinerziehende

Nicht nur Ex-Partner lassen viele
Alleinerziehende im Regen stehen, der Staat tut es auch. Wenn laut
Bertelsmann-Stiftung gerade mal ein Viertel aller
Unterhaltsrückzahlungen von den Städten und Kommunen eingefordert
werden, dann ist das auch ein Armutszeugnis für die Behörden.
Bedenklich ist zudem, dass kaum nach den Ursachen geforscht wurde,
warum ein Elternteil nicht zahlt. Bisher lassen sich zwei Gründe
ausmachen: Sie können nicht – oder sie wollen nicht

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu dem Thema Schul-Investitionsprogramm

Verschrammte Möbel, funzelige Leuchten, Computer
aus der Steinzeit: So manche Schule benötigt in der Tat dringend eine
Rundumsanierung. Das Zwei-Milliarden-Euro-Programm, das
NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) angekündigt hat, ist
also mehr als gerechtfertigt. Nicht nur Schüler und Eltern
applaudieren, sondern auch die Lehrer und ihre Verbände. Allein:
Schulbau ist Sache der Städte und Gemeinden. Die von Kraft geplante
Finanzkonstruktion, den K

BERLINER MORGENPOST: Beängstigende Überfälle / Kommentar von Jochim Stoltenberg zu Geldraub in der City West

Man darf fast von Glück sagen, dass bei den
bisherigen Überfallen zwar geschossen, aber noch keine Person schwer
verletzt oder gar getötet wurde. Dennoch ist das Risiko auch für
völlig unbeteiligte Passanten, Opfer zu werden, nicht zu
unterschätzen. Immerhin schlagen die Räuber auf oder an quirligen
Straßen mitten in der Stadt zu. Einmal mehr bestärkt das die
Forderung nach mehr Polizeipräsenz auch in der City, um damit mehr
als nur die g

Börsen-Zeitung: Klagen auf hohem Niveau, Kommentar zu Volks- und Raiffeisenbanken von Bernd Wittkowski

Die Klage ist der Gruß (auch) der
Kreditgenossen. Aber sie klagen, was die Ertragslage und die
Kapitalausstattung der Gruppe angeht, nicht von ungefähr eher leise,
und sie tun es auf ziemlich hohem Niveau. Daran ändern auch die
überschaubare, im Wesentlichen auf vielfach zufällige
Bewertungseffekte zurückzuführende Gewinneinbuße 2015 und der für
dieses Jahr erwartete weitere leichte Ergebnisrückgang wenig.

Allzu viele Bankengruppen mi

Mittelbayerische Zeitung: Junckers großer Fehler / Die EU-Kommission hatte für das Freihandelsabkommen mit Kanada grünes Licht, das sie nicht nutzte. Leitartikel von Daniela Weingärtner

Die EU muss sich nach dem Brexitschock ändern –
darin immerhin sind Europa-Skeptiker und EU-Enthusiasten, Rechte und
Linke, Nord- und Südländer einig. Schaut man sich allerdings die
Forderungen des slowakischen Premiers Robert Fico (der ab Juli für
sechs Monate den Ratsvorsitz führt) genauer an, sind sie mit den
Reformrezepten von – beispielsweise – Kommissionspräsident
Jean-Claude Juncker (CDU) und Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD)
völlig unver

Stuttgarter Nachrichten: zu Schulden Baden-Württembergs

Natürlich ist es erfreulich, dass
Baden-Württemberg nach neuen Hochrechnungen im nächsten Jahr nicht
eine Deckungslücke von fast zwei Milliarden Euro schließen muss,
sondern nur 800 bis 900 Millionen Euro. Aber am Sparkurs des
Ministerpräsidenten und seiner neuen Finanzministerin darf das nichts
ändern. Winfried Kretschmann und Edith Sitzmann müssen auf diesem
Weg endlich ein schlüssiges Konzept vorlegen. Mehr noch. Angesichts
der weiter flor

Mittelbayerische Zeitung: Lieber in echt / Kommentar zum Gebrauch von Smartphones auf Konzerten

Der Vorstoß, exzessives Smartphoning zu
unterbinden, ist pikant. Denn gerade die großen Labels und Stars sind
es ja, die PR auf allen Kanälen pushen wollen. Und: Anders als etwa
Klassik-Konzerte, bei denen es ums innige Zuhören geht, sind Rock-
und Pop-Events nach außen gerichtet, darauf, ein Gruppenerlebnis zu
schaffen, es zu teilen und in die Welt hinaus zu blasen. Handys in
Hüllen zu packen, wirkt da reichlich strange. Das dauernde Filmen und
Fotografiere

Schwäbische Zeitung: Die Hürden sind im Kopf – Kommentar zu Bürgermeistermangel

Es ist symptomatisch: Die Frage nach
Vereinbarkeit von Beruf und Familie wurde in der aktuellen Studie nur
Frauen gestellt. Das passt zu der Klage von Bürgermeisterinnen, die
ebenfalls ständig darauf angesprochen werden. Dabei ist das Problem
längst eines, das auch Männer beschäftigt.

Das größte Hindernis dabei, auch Spitzenpositionen in Politik,
Verwaltung oder Wirtschaft familienfreundlicher zu gestalten, liegt
weiter in den Köpfen. Gute Arbeit