
Wer Vielfalt noch als „PR-Show“ betrachtet, verschenkt bares Geld und gute Mitarbeiter*innen. Denn Diversity ist heute kein Moralprojekt mehr, sondern ein harter Wettbewerbsfaktor, der Innovation und Leistung messbar steigert. Die entscheidende Frage ist nicht, ob man Vielfalt hat, sondern ob man sie konsequent nutzt.
In vielen Unternehmen ist Diversity Management vom Image-Thema zum strategischen Hebel geworden. Es zielt nicht auf Quoten oder Symbolpolitik ab, sondern darauf, die unterschiedlichen Stärken, Talente und Perspektiven der Belegschaft systematisch zu nutzen, um so die Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und Teamleistung zu erhöhen. Unternehmen, die Vielfalt aktiv gestalten, erweitern ihren Bewerberpool, stärken kreative Problemlösung und schaffen zugleich eine Unternehmenskultur, die von Respekt, Inklusion und Chancengleichheit geprägt ist. Diversity steht für eine große Bandbreite an Erfahrungen und Sichtweisen, die Unternehmen erst handlungsfähig machen – denn Perspektivenvielfalt gilt als entscheidender Wettbewerbsvorteil. Auch die Neurowissenschaftlerin und Motivationsexpertin Mag.a Monika Herbstrith-Lappe sieht in Diversity ein großes, noch ungenutztes Potenzial und ermutigt Unternehmen, den Faktor sinnvoll zu nutzen.
Vielfalt ist der Kern jedes leistungsfähigen Teams. Das gilt nicht nur für Ökosysteme, sondern auch für Unternehmen. Erst Unterschiede machen Gruppen widerstandsfähig. Und gerade in Unternehmen können Gruppen erst durch Unterschiede wirklich kreativ sein. „Wenn man die verschiedenen Stärken gekonnt einsetzt und konstruktiv mit der Unterschiedlichkeit umgeht, kann man den größten Nutzen aus der Diversität ziehen. Monokultur macht Unternehmen wenig überlebensfähig, weil die Innovationskraft darunter leidet“, betont Herbstrith-Lappe. In ihrem aktuellen Vortrag „Die Kraft diverser Teams – Vielfalt für mehr Möglichkeiten“ erläutert die Rednerin, warum Diversität für Gesellschaft und Wirtschaft zunehmend zum Erfolgsfaktor wird. Als Extremtaucherin verweist sie dabei auf Erfahrungen aus der Unterwasserwelt, in der sich immer wieder beobachten lässt, wie Vielfalt Systeme stabilisiert und stärkt. „Zukunftsfähige Unternehmen brauchen vielfältige Teams, denn Vielfalt ist der Schlüssel zu Kreativität, Innovation und nachhaltiger Leistungsfähigkeit“, unterstreicht die Physikerin.
Dabei umfasst Diversität weit mehr als nur kulturelle Merkmale wie Herkunft, Geschlecht oder Religion, wie die Keynote Speakerin in ihrem Vortrag deutlich macht. Zur Vielfalt im Arbeitsalltag zählt auch das Zusammenspiel unterschiedlicher Generationen, fachlicher Prägungen und persönlicher Sichtweisen. Wenn dieser Reichtum an Unterschiedlichkeit richtig gestaltet wird, stärkt das nicht nur die Produktivität, sondern auch die Resilienz von Teams. Reibungsflächen zwischen individuellen Bedürfnissen und gemeinsamen Zielen lassen sich in konstruktive Synergien verwandeln, wenn Unterschiede als Ressource verstanden werden. Denn: In einer sich wandelnden Arbeitswelt entscheidet zunehmend die Leistungsfähigkeit des Teams und nicht die Einzelleistung. Dafür muss Vielfalt jedoch als Wert anerkannt, aktiv gefördert und in Strukturen umgesetzt werden. Und noch ein Aspekt: Mit der zunehmenden Einbindung von KI in Arbeitsprozesse ist Diversität auch hier ein Thema. „Überlässt man die KI sich selbst, so fördert das nur Klischees. Es liegt an uns Menschen, die KI durch entsprechende Prompts zu trainieren“, betont die Vortragrednerin Mag.a Monika Herbstrith-Lappe.