Westfalenpost: Erdbeben-Urteil

Das Gefühl ist nachvollziehbar: Mehr als 300
Tote, Zehntausende Obdachlose – da muss es einen Schuldigen geben.
Selbst, wenn es sich um eine Naturkatastrophe handelt wie in L–Aquila
im April 2009. Aber diesem Impuls so nachzugeben wie die
italienischen Richter, die sieben Erdbeben-Experten zu sechs Jahren
Haft verurteilten, weil sie nicht gewarnt hätten, ist absurd und
gefährlich. Die Seismologie kann allerhand messen, ist aber nicht in
der Lage, den Zeitpunkt eines schwer

Neue Presse Hannover: Mali-Einsatz – wir brauchen keinen neuen Hindukusch Ein Kommentar von Claus Lingenauber

Wo verdammt ist Mali, wird sich so mancher
fragen, da die Rede davon ist, dass die Bundesregierung sich dort an
einer Militäraktion beteiligen will. Das westafrikanische Land – halb
Sahel, halb Sahara – droht zu zerbrechen, seit bewaffnete
islamistische Kräfte im Norden einen eigenen Staat ausgerufen haben.
Verteidigen wir Deutschland nach dem Hindukusch demnächst auch vor
Timbuktu? Angesichts der Erfahrungen in Afghanistan ein Alptraum.
Seit über zehn Jahren versucht d

Mittelbayerische Zeitung: Absurde Entscheidung Kommentar zum Erdbeben-Urteil in Italien

Es liegt in der Natur des Menschen, immer und
unbedingt nach Schuldigen suchen zu müssen, wenn etwas Schlimmes
passiert ist. Das Erdbeben 2009 war schlimm, es hat vielen Menschen
das Leben gekostet. Mit dem Urteil gegen die Wissenschaftler scheinen
nun die Schuldigen gefunden – es sind nur leider die Falschen. Der
Vorwurf, die Seismologen seien Schuld an den verheerenden Folgen des
Bebens kann eigentlich nur dann Bestand haben, wenn die
Wissenschaftler bewusst verschwiegen hätten

Mittelbayerische Zeitung: Romneys Versöhnungsangriff Der Herausforderer verspricht ein Ende der Grabenkämpfe – eine Finte, die Obama gefährlich werden kann. Leitartikel von Christian Kucznierz

Ginge es nach dem Willen der Bundesbürger, so
verhielte es sich mit der US-Wahl 2012 so wie mit dem Roman "Chronik
eines angekündigten Todes": Der Ausgang steht von Anfang an fest, es
geht nur mehr um die Frage, wie es dazu kam. In dieser Version wäre
Barack Obama wiedergewählt und alles, was davor geschah, dient der
Illustration, warum es so kommen musste. So einfach aber ist es
leider nicht. Denn erstens hat Mitt Romney in der Gesamtbilanz der
drei Debatten

Katholische und Evangelische Kirche mahnen zur Besonnenheit/ GemeinsameÄußerung der Prälaten Jüsten und Felmberg zur Debatte um Schutzsuchende in Deutschland

Im Blick auf die Vorschläge von
Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich zum Umgang mit den
gestiegenen Zahlen von Asylbewerbern aus Serbien und Mazedonien
mahnen der Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe, Prälat
Dr. Karl Jüsten, und der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen
Kirche in Deutschland (EKD), Prälat Dr. Bernhard Felmberg, zur
Besonnenheit. Jeder Asylsuchende habe in Deutschland das Anrecht auf
eine unvoreingenommene und grü

Neues Deutschland: Manöver Israel-USA: Muskelspiele in Nahost

Manöver sind nicht selten die Vorboten von Kriegen.
Bisweilen gingen Übungen sogar nahtlos in den Ernstfall über. Auch im
Falle der derzeit stattfindenden militärstrategischen Nabelschau
Israels und der USA ist manches denkbar, zumal sie sich über mehrere
Wochen erstrecken soll. Allerdings dürften die Intentionen der beiden
beteiligten Staaten nicht deckungsgleich sein. Israels
Ministerpräsident Netanjahu möchte Stärke demonstrieren – gegenübe

FT: Flensburger Tageblatt zum Präsidentenwahlkampf in den USA

Mitt Romney und Barack Obama haben es allen
Ernstes geschafft, beispielsweise die Zukunft der Sesamstraße und von
"Bibo", dem großen gelben Vogel, zu thematisieren. Das ist ungefähr
so, als ob Merkel und Steinbrück im kommenden Jahr über die Zukunft
des Sandmännchens streiten würden. Auch die jüngste, extrem künstlich
wirkende Erregung über Romneys simplen Versprecher ("Ein Ordner
voller Frauen") zeigt das Keller-Niveau

Rheinische Post: Europa droht Zersplitterung = Von Anja Ingenrieth

Gründlichkeit vor Schnelligkeit: Angela Merkel
hat beim Startdatum für die Bankenaufsicht zu Recht auf die Bremse
getreten und die Begehrlichkeiten der Südeuropäer mit Frankreich
abgewehrt. Denn es darf nicht sein, dass deutsches Steuerzahlergeld
aus dem Euro-Rettungsfonds ESM im Hau-Ruck-Verfahren an halbherzig
kontrollierte Schrott-Banken in Krisenstaaten fließen kann, die am
Ende doch noch in die Pleite rutschen. Der Streit zeigt überdeutlich:
Die Schulden