Armer Mesut Özil. Er ist kein Außerirdischer,
nur ein einfacher Junge. Nun wird er zum Markenbotschafter gemacht
für eine Integrationspolitik, die im Sport eine der treibenden Kräfte
sieht. Doch vom Sport wird schon jetzt viel zu viel verlangt.
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Es hat gedauert, bis CSU-Größen gegenüber
Christian Wulffs neuem Islam-Realismus in Deutschland Front machten.
Doch nun überholt der CSU-Chef, der eigentlich nicht als Scharfmacher
bekannt ist, selbst den grandiosen Abstammungs-Theoretiker Thilo
Sarrazin. Eine Begrenzung der Zuwanderung für Türken und Araber hatte
nicht einmal der umstrittene Ex-Bundesbanker gefordert. Mit feinem
Gespür für den Zeitpunkt meldet sich nun der bayerische
Ministerprä
Oberhalb der Tischkante wird gelächelt, unterhalb
tritt man sich vors Schienbein. Zwischen Polen und Deutschland tobt
gegenwärtig ein Streit um die jeweils nationale Gasversorgung, den
die Diplomaten nur mit Mühe unter der Decke halten können. Während
Warschau den Deutschen wohl noch immer nicht verziehen hat, dass sie
gemeinsam mit den Russen die Ostseepipeline unter Umgehung Polens
bauen, und mit einer weiteren Klage gegen das Projekt droht, grollen
die Deutsche
BMW, Siemens und andere bayerische Weltfirmen
verdienen in der Türkei und arabischen Ländern gut – Horst Seehofer
kann nur hoffen, dass die Zuständigen dort aus seinem Gerede über
einen Zuwanderungsstopp nicht den Umkehrschluss ziehen, ihre Grenzen
für deutsche Produkte zu schließen. Doch der um die Stammtisch-Hoheit
bemühte CSU-Chef hat schon andere, gelinde gesagt, fragwürdige
Parolen ausgestreut und rasch wieder vergessen. Etwa sein Ruf nach
Einf
Man könnte neidisch werden als Berliner.
Hunderttausend versammeln sich an diesem Wochenende in Stuttgart, um
gegen den Teilabriss ihres Bahnhofs zu protestieren. Ihr Motiv –
bewahren, was ist. Der Bahnhof, so ihr Empfinden, ist ein Wahrzeichen
ihrer Stadt, und das soll so bleiben. Weder schnellere
Zugverbindungen noch bessere Flughafenanbindung locken sie. Viel zu
teuer, zu unnütz, zu zerstörerisch. Von einer neuen Protestkultur ist
die Rede – durch und durch bürgerlich
Flacht die Erregungskurve einer gut ausbeutbaren
öffentlichen Debatte zu früh ab, darf man gewiss sein, dass einer
kommt und neues Öl ins Feuer gießt. Einer wie Horst Seehofer. Im
Gefolge der Sarrazin-Aufwallungen fällt es dem CSU-Vorsitzenden
leicht, noch mehr verbale Wucht zu liefern, um Gehör zu finden.
Die Furcht vor einer Parteigründung rechts von der Union liefert
zusätzliche Legitimation zum rhetorischen Holzhacken. Vor diesem
Hintergrun
Das Schulwesen in NRW ist wohl noch nie so schnell
und umfassend umgekrempelt worden wie in den vergangenen Jahren. Die
Rüttgers-Regierung wollte schließlich keine Zeit verschwenden. So
ging es Schlag auf Schlag: Turboabi, verbindliche
Grundschulempfehlung, Kopfnoten. Damit am dreigliedrigen Schulsystem
nicht gerüttelt wird, pumpte Schwarz-Gelb viele Millionen in die
Hauptschulen, obwohl Eltern und Kinder längst erkannt hatten, dass
sie in die berufliche Sackgasse f&
Der türkische Premier Reccep Tayyip Erdogan fand die
Niederlage von Nuri gegen Mesut wenig lustig. Trotzdem ist er dafür,
dass Spieler für das Land antreten, in dem sie lebten. Özil ist
gerade nach Spanien gezogen. Ja, in der aktuellen Integrationsdebatte
verlieren auch hoch mögende Herrschaften leicht mal den Überblick.
Das gilt auch für Bayerns Ministerpräsidenten. Horst Seehofer fordert
einen Zuzugsstopp für Menschen aus "anderen Kulturkre
Das jüngste Länderspiel gegen die Türkei hat
gezeigt, wie Integration in ihrer schönsten Vollendung funktioniert:
"Unser" Mesut Özil schoss Deutschland in aller Bescheidenheit mit zum
Sieg, und die Fans der Verlierer zeigten sich auf Berlins Straßen
friedlich und entspannt. Leider ist Integration in der Praxis
deutlich vielschichtiger. Vom Unwillen vieler hier lebender Muslime,
Deutsch zu sprechen, wird allenthalben berichtet. Von
Parallelgesellscha
10. Oktober 2010. Mit einem Aufruf von
Bundespräsident Christian Wulff, Schirmherr der Welthungerhilfe, im
Fernsehen startet die bundesweite "Woche der Welthungerhilfe 2010".
Der Bundespräsident stellt dieses Jahr die "globale Nachbarschaft" in
den Mittelpunkt. Der Text:
Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,
haben Sie gute Nachbarn? Hoffentlich, denn eine schlechte
Nachbarschaft kann einem das alltägliche Leben gewaltig vermiesen.
Gute N