Rheinische Post: Ratingagentur warnt zurecht

Ein Kommentar von Birgit Marschall:

Der kritische Ausblick der Ratingagentur Moody´s ist ein
berechtigter Warnschuss an die Adresse der Bundesregierung. Die
Risiken der Euro-Rettung für Deutschland wachsen geradezu stündlich,
solange sich die Regierung nicht zu einer grundlegenden, systemischen
Lösung durchringen kann. Ginge etwa Griechenland im Herbst
tatsächlich pleite, könnte dies nach wie vor, trotz aller
Abschreibungen, auch Spanien, Italien, Belgien

Weser-Kurier: Kommentar zur Beschneidungsdebatte

Waren die Parlamentarier wirklich so naiv, oder
zerstreute der Gedanke an die gute Tat alle Zweifel? Der Vorstoß, die
Beschneidung von Jungen gesetzlich zu regeln, war wahrscheinlich vor
allem einem geschuldet: den Protesten nach dem Kölner Urteil. Dass
der Vorschlag ihnen jetzt auf die Füße fällt, ist nur folgerichtig.
Es mag ja aller Ehren wert sein, in Deutschland lebenden Juden und
Muslimen zu versichern, dass sie weiterhin ihre Traditionen
praktizieren k&oum

Weser-Kurier: Kommentar zum Fall des Kaminkehrermonopols

Schornsteinfeger sind eigentlich dafür da,
Feuersbrünste zu verhindern. Jahrzehntelang war der Beruf
konkurrenzlos. Er garantierte eine feste Kundenschar und ein
verlässliches Einkommen. Ab 2013 soll in diesem Gewerbe das Monopol
fallen. Das wird vielleicht nicht jeder Kaminkehrer überstehen. Schon
allein deshalb, weil der Kuchen immer kleiner wird. Immer mehr
Heizungen werden auf Gas und auf moderne Brennwert-Öfen umgestellt.
Die müssen nur noch alle zwei Jah

Brüderle: Deutschland kann Wohlstand nur durch Zusammenarbeit in Europa wahren

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Rainer Brüderle ist der Ansicht, dass die Bundesrepublik ihren Wohlstand nur dann wahren könne, wenn sie die Zusammenarbeit innerhalb der EU weiterführt. "Deutschland hat nur im Verbund in Europa die Chance, in der Welt mitzuhalten und unseren Wohlstand zu bewahren", sagte er dem "Südkurier" am Dienstag. "Europa ist unsere Zukunft. Zwei Drittel des Wirtschaftswachstums in der Welt entfallen heute auf Schwellenländer w

WAZ: Thema Korruption ist Chefsache. Kommentar von Ulf Meinke

Das neue Modewort deutscher Konzerne heißt
"Compliance". Vielleicht liegt es daran, dass ein Wörtchen wie
"Regeltreue" ein wenig hölzern erscheint. Aber letztlich geht es
genau darum. Der Compliance-Vorstand einer großen Firma hat seine
Arbeit einmal so beschrieben: Ein Betrieb mit mehreren zehntausend
Mitarbeitern sei wie eine Kleinstadt. Es gibt einen Bürgermeister,
einen Sheriff – und Verbrecher. Der Sheriff müsse dafür sorgen, da

WAZ: Ein Warnruf für Berlin. Leitartikel von Walter Bau

Stürzt ein Staat, reißt er den nächsten mit – in die
Pleite. Die Angst vor diesem fatalen Domino-Effekt geht in Europa um,
seit sich die griechische Malaise zu einer Krise auswuchs, die den
gesamten Euroraum bedroht. Und nun gerät sogar der Euro-Riese
Deutschland ins Visier der Rating-Agenturen. Der skeptische Ausblick
der Agentur Moody–s scheint die Sorgen nun zu bestätigen: Wenn sogar
Deutschland und Luxemburg Probleme mit der Bonität drohen, ist die
Gemein

SPD-Politiker Schindler: Verfassungsschutz führte unkontrolliertes Eigenleben

Der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses zum Neonaziterror im bayerischen Landtag, Franz Schindler (SPD), gibt über den Verfassungsschutz an, dass er "über viele Jahre hinweg ein unkontrolliertes Eigenleben geführt" habe. Das sagte er der Tageszeitung "Junge Welt". Schindler will als Konsequenz die parlamentarische Kontrolle über die Geheimdienste stärken. So will der Untersuchungsausschuss des Landtages in Bayern, wo fünf der zehn Morde stat

Mitteldeutsche Zeitung: zu Lokführern

Die GDL hat sich Respekt verschafft und bewiesen,
dass sie ein seriöser Verhandlungspartner ist. Und dass solch hohe
Tarifforderungen gerechtfertigt sind – nicht nur für die Lokführer.
Seit der Jahrtausendwende hatte es in den meisten Branchen bundesweit
vielfach äußerst bescheidene Lohnabschlüsse gegeben. Das ist in
diesem Jahr erfreulicherweise anders: Rund 15,3 Millionen
Arbeitnehmer können sich auf durchschnittlich 2,7 Prozent mehr
Geld freuen.

Mitteldeutsche Zeitung: zu Prostatakrebs

Die Betroffenen könnten sicher damit besser leben,
wenn sie wüssten, dass der Eingriff tatsächlich ihr Leben gerettet
hat. Das glaubt auch jeder zweite der Befragten. Aber auch hier ist
die Wahrheit mehr als bitter. Was oft so harmlos mit einem PSA-Test
anfängt – er ist nicht geeignet, Prostatakrebs aufzuspüren, deshalb
zahlen die Kassen auch nicht dafür – geht mit einer Biopsie weiter,
bei der Gewebeproben entnommen werden. Zudem gibt es erhebliche
Fehlerr

Mitteldeutsche Zeitung: zu Ratingagenturen

Größere Bedeutung sollte man den abgehangenen
Neuigkeiten nicht beimessen. Die US-Agenturen haben in den letzten
Jahren alles dafür getan, sich selbst unglaubwürdig zu machen. Von
unabhängigen Bonitätswächtern aber darf man erwarten, dass sie nicht
mit zweierlei Maß messen. Genau das aber tun sie, wenn sie den hoch
verschuldeten USA weiterhin eine Spitzenbonität zubilligen, Italien
aber fast auf Ramschniveau herabstufen. Von objektiven Fakten