WAZ: Wie sieht ein Neonazi aus? Kommentar von Britta Heidemann

Der Rechtsradikale, der uns in üblen Träumen durch
den Kopf geistert, trägt Glatze, Springerstiefel und Bomberjacke. Die
Rechtsradikale, die vielleicht neben uns im Elternbeirat der Schule
sitzt, trägt Perlenkette und Kostüm. Die "nette" Neonazistin von
nebenan: Sie ist gerade deshalb so gefährlich, weil wir die Gefahr
gar nicht erkennen.

Ist das Panikmache? Experten behaupten: Nein. Sie warnen vor einem
Rechtsradikalismus, der die moderne Gesellsc

WAZ: In der Pensionsfalle. Kommentar von Theo Schumacher

Das Lamento über die "Lasten" der Beamten-Versorgung
hat sich noch jede Regierung zu eigen gemacht. Doch den Staatsdienern
im Ruhestand kann man kaum vorwerfen, dass sie bei steigender
Lebenserwartung den Steuerzahler mehr kosten.

Mit ihrer ausschweifenden Einstellungspolitik haben sich Bund und
Länder selbst in die "Pensionsfalle" manövriert, der sie kaum mehr
entkommen. Nordrhein-Westfalen, wo SPD-Regierungen in fetten Jahren
den Apparat munter aufbl&

WAZ: Bildung und Lernen. Kommentar von Angelika Wölk

Schon wieder eine Bildungs-Studie. Schon wieder
schneidet das Ruhrgebiet schlecht ab. Da kann die Kulturhauptstadt
noch so glänzende Akzente gesetzt haben, das lässt manchen Glanz
ermatten.

Doch gemach: Die Studie verrät nicht wirklich viel Neues. Es wäre
auch eine Sensation. Und sie sagt überhaupt nichts über die
Bedingungen, die in einzelnen Regionen und Bundesländern herrschen.

Sie verschweigt etwa, dass in den meisten Schulen des Ruhrgebiets
v

WAZ: Immer noch zu sorglos. Kommentar von Daniel Freudenreich

Immer weniger Menschen stecken sich mit HIV an. Das
ist zunächst einmal eine gute Nachricht. Besonders erfreulich ist,
dass es nach dem Anstieg in den Vorjahren 2011 einen Rückgang der
Infektionen bei den 20- bis 24-Jährigen geben dürfte. Darauf deuten
die Zahlen des Robert-Koch-Instituts bis Ende August hin. Ein Grund
für übergroße Freude darf dies aber nicht sein. Denn jeder
Neuinfizierte ist einer zu viel – vor allem, weil es so leicht wäre,
die

Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zur Zwickauer Neonazi-Zelle

Bevor im Details klar ist, was strukturell
schiefgelaufen ist, steht eines felsenfest: Wir können als föderaler
Staat mit so einer Sicherheitsstruktur nicht weitermachen. Niemand
darf in Kauf nehmen, dass eine solche Mordserie möglich ist, auch
weil 40 Sicherheitsbehörden sich kaum austauschen. Doch wer
kontrolliert nun jene, die die Fehleranalyse vornehmen? Es liegt
nicht im Interesse von Bundeskriminalamt und Geheimdiensten, ihre
Arbeitsmethoden einem parlamentarisch

Hapag-Lloyd-Chef Behrendt sieht unbefriedigendes Jahr voraus

Der Chef der Linienreederei Hapag-Lloyd, Michael Behrendt, sieht ein wirtschaftlich unbefriedigendes Jahr voraus. Der Preiskampf in der Containerschifffahrt setze Deutschlands größter Linienreederei zu. "Das gesamte Jahr wird für die Branche unbefriedigend sein", sagte Firmenchef Michael Behrendt dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe). "Wir haben genug zu tun, könnten auf vielen Routen sehr auskömmliche Preise erzielen. Stattdessen herrscht ein de

Westdeutsche Zeitung: Fotos von Kfz an niederländischen Grenzübergängen – Niederlande beschädigen die Reisefreiheit Ein Kommentar von Peter Kurz

Ein Europa der offenen Grenzen – das ist eine
großartige Idee, von der wir alle profitieren, wenn wir europaweit
ohne Pass reisen. Welch eine Errungenschaft die Reisefreiheit ist,
kann im vollen Ausmaß wohl nur ermessen, wer es anders kennt. Wer
noch Stacheldraht und grimmige, oft willkürliche Grenzbeamte erlebt
hat. Und nun wollen die Niederlande an Grenzübergängen ankommende
Autos fotografieren. Im Kampf gegen Menschenhandel und illegale
Einwanderung. Das klin

HAMBURGER ABENDBLATT: Hamburger Abendblatt zur EZB und Eurokrise

Ein Kommentar von Matthias Iken

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass an den Märkten
nicht mehr die Vernunft, sondern nur noch Hysterie regiert, wurde er
gestern geliefert: Da haben die spanischen Wähler den reformbereiten
Konservativen eine absolute Mehrheit verliehen, doch die Reaktion der
Märkte bleibt so panisch wie zuvor: Als hätte in Madrid das Chaos
gesiegt, sprang die Rendite spanischer Anleihen von 6,4 auf 6,6
Prozent. Zugleich versinkt nicht

Hessischer FDP-Chef fordert erweitertes Klagerecht gegen EZB

Der hessische FDP-Vorsitzende und Justizminister, Jörg-Uwe Hahn, fordert ein erweitertes Klagerecht gegen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB). "Die Entscheidung darüber, ob Deutschland Klage einreicht, obliegt derzeit allein der Bundesregierung", sagte Hahn der Tageszeitung "Die Welt" (Dienstagausgabe). "Künftig sollte man darüber nachdenken, auch dem Bundesrat und Bundestag die Entscheidung über Klagen gegen Handlungen der Kom