Neue OZ: Kommentar zu Migration / Integration

Sprachliche Schnapsidee

Je länger manche Debatten laufen, umso kurioser werden die Ideen.
Der Wunsch, die deutsche Sprache auf Schulhöfen zur Pflicht zu
erklären, gehört dazu. Denn wünschen kann man sich vieles – es per
Dekret verordnen zu wollen ist eine andere Sache. Hier bedarf es
einer größeren Anstrengung. Erstens wäre eine Pflicht kaum
kontrollierbar. Zweitens, wer es versucht, spielt auf ungute Weise
eine Art Sprech-und-Denk-Polizei. Drit

Neue OZ: Kommentar zu USA / Umwelt

Druck der Öl-Branche

Nicht wenige US-Amerikaner dürften verwundert sein, dass Präsident
Obama wieder nach schwarzem Gold bohren lassen will. Gab es denn
nicht erst vor wenigen Wochen im Golf von Mexiko die größte
Ölkatastrophe der Geschichte? Hatte Obama damals nicht erst im Licht
der Kamerascheinwerfer alle Tiefseebohrungen verboten?

Überraschend schnell scheint die US-Regierung dem Druck der
Energiekonzerne nachzugeben. Doch der Eindruck wär

Neue OZ: Kommentar zu Polizei / Kabinett

Zu viel versprochen

Die Bundesregierung tritt der zunehmenden Gewalt gegen Polizisten
entschlossen entgegen: Diese Botschaft wollen Union und FDP im heißen
Protest-Herbst 2010 an die Polizei senden. Mit der Realität hat das
nichts zu tun. Die leicht erhöhten Strafen bei Widerstand gegen
Polizisten ändern für die Beamten auf Deutschlands Straßen wenig. Bei
direkten Attacken durch Steinewerfer, Schläger oder Bewaffnete
greifen wie bisher die Vorschrifte

Rheinische Post: Kommentar: Starker Wilders

Mark Rutte regiert die Niederlande von Geert
Wilders Gnaden. Der Islam-Gegner ist unverzichtbarer
Mehrheitsbeschaffer für Ruttes schwarz-gelbes Minderheitskabinett,
muss aber keine Verantwortung für die Regierungspolitik übernehmen.
Das ist eine Premium-Position für den Rechtspopulisten. Während der
neue Ministerpräsident bei jeder Entscheidung Rücksicht auf Wilders
nehmen muss, kann dieser weiter mit seinen Parolen gegen den Islam
punkten – und wahlweis

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu den Krawallen beim EM-Qualifikationsspiel Italien gegen Serbien

Am Verstand bestimmter Besucher von
Fußballspielen ist nicht erst seit Genua zu zweifeln. Da kann man
auch vor der eigenen Haustür kehren. Die Anstiftung von Frankfurter
Fanatikern, am Wochenende den Betzenberg zu zerlegen, ist so
abgründig, dass Eintracht-Chef Heribert Bruchhagen das Schlimmste
fürchtet – auch als Sanktion für seinen Verein. Eine noch weitgehend
unbekannte Form der Gewalt gab es am Dienstagabend in Italien zu
beobachten. Da richtete sich offenku

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Gesetzesentwurf, den Widerstand gegen Polizei härter zu bestrafen

Widerstand gegen Polizisten will die
Bundesregierung künftig härter bestraft sehen. Das klingt gut,
solange man nicht weiter darüber nachdenkt. Denn: Widerstand ist,
wenn sich ein gewalttätiger Ehemann gegen seine Festnahme wehrt. Oder
wenn sich ein Autofahrer einer Blutprobe widersetzt. Ob die dafür
jetzt schon geltende Höchststrafe von zwei Jahren jemals verhängt
worden ist, ist fraglich. Sie jetzt auf drei Jahre zu erhöhen, ist
nichts anderes als

Lausitzer Rundschau: Ein Symbol für Lateinamerika

Verschüttete Bergleute in Chile werden gerettet

Gute Nachrichten sind in Lateinamerika in diesen
Tagen ein rares Gut. Die Beben von Haiti und Chile, der Drogenkrieg
in Mexiko, die Gewalt in Kolumbien. Und am 5. August schien sich
dieses Buch durch ein weiteres Kapitel fortzuschreiben, als die
Kupfer- und Goldmine in der Atacama-Wüste kollabierte. Aber was wie
eine Tragödie begann, wird nach Lage der Dinge als das Wunder in der
Wüste in die Geschichte eingehen. Von der Rettung der Kumpel geht ein
Symbol der Solidaritä

Rheinische Post: Gefährdeter Aufschwung

Wer hätte das vor einem Jahr gedacht: Nach dem
tiefsten Einbruch in der Nachkriegsgeschichte im vergangenen Jahr
gelingt der deutschen Wirtschaft jetzt ein glänzendes Comeback.
Nirgendwo in den großen Industrienationen expandieren die Unternehmen
so sehr wie in Deutschland, nirgendwo gehen Arbeitslosigkeit und
Staatsverschuldung zurzeit so rasch zurück. Darauf darf man auch mal
einen Moment lang stolz sein. Aber nur einen ganz kurzen Moment. Denn
Anlass für gro&szl

Rheinische Post: Wunder von Chile

Man weiß nicht, was man mehr bestaunen soll:
die technische Fertigkeit und die Uhrwerks-Präzision, mit der Chile
seine Bergleute aus der Unterwelt ans Tageslicht zurückholt; oder was
Menschen in einer existenziellen Lebensprüfung aushalten können. Für
die Welt ist das, was heute hoffentlich gut zu Ende gehen wird, ein
berührendes, bewunderungswürdiges Ereignis, Zeugnis von Tapferkeit
obendrein. Die Geretteten erleben in äußerlich stabiler

WAZ: Stimmungsfragen. Kommentar von Miguel Sanches

Bei Forsa hat man den Eindruck, dass im
Wochenrhythmus – wie praktisch – eine neue These demoskopisch
erhärtet wird. Kaum war die SPD wie Phönix aus der Asche wieder da,
wurde sie bald von den Grünen überholt. Jetzt ist die Union im
Abwärtstrend. Und wenn es so weiter geht, ist die FDP bald eine
Stimme aus dem Jenseits. Forsa sieht sie bloß bei vier Prozent.

Es sind Stimmungen, mehr oder weniger reell. Auf einen
Prozentpunkt rauf oder run-ter kommt es nic