Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Berlin/Tempelhof/Volksbegehren

Berlin gedeiht so, wie sich das jahrzehntelang
viele gewünscht haben. Schon jetzt herrscht Wohnungsknappheit. Die
Mieten in der Innenstadt steigen, für Geringverdiener und Familien,
für Alleinerziehende erst recht, wird es schwierig, nicht an den
Stadtrand verdrängt zu werden. Spät hat die Politik zu steuern
begonnen mit dem Verbot von Ferienwohnungen, einer Mietpreisbremse
und jetzt auch städtischem Bau von Wohnraum. Am Tempelhofer Feld,
einem riesigen freie

Stuttgarter Nachrichten: Schufa-Urteil

Dass der Bürger weiter im Unklaren darüber
gelassen wird, wie seine Daten in den Schufa-Rechnern verwurstet
werden, entspricht nicht dem Stand der Debatte über den Datenschutz.
Und weil der Bürger ahnungslos gehalten wird, kann er seine Werte
auch nicht selbst verbessern. Der mündige Bürger wird von der Politik
gern in Sonntagsreden beschworen – doch wenn er am Montag auf eine
gute Schufa-Auskunft angewiesen ist, schrumpft er zum Untertanen
einer Datenkrake, d

Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Tunesien

Tunesien hat ein Zeichen gesetzt, das in
Hoffnung keimen lässt. Beinahe ohne Gegenstimmen nahm das Parlament
eine Verfassung an, die auf einen Vorrang der Scharia, des
islamischen Rechts, verzichtet. Sie proklamiert Religionsfreiheit und
achtet auf eine Machtbalance zwischen Präsident und
Ministerpräsident. Stärker als in jedem anderen arabischen Land ist
die Gleichstellung der Geschlechter gesichert – in den Parlamenten
sollen künftig so viele Frauen wie Männ

Stuttgarter Nachrichten: 32-Stunden-Woche

Kaum hat Bundesfamilienministerin Manuela
Schwesig den Startschuss für eine Debatte über die 32-Stunden-Woche
für Eltern gegeben, da legt die IG Metall auch schon nach. Die
Gewerkschaft nimmt den nachvollziehbaren Wunsch vieler Beschäftigter
nach einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie zum Anlass,
einer tariflich festgelegten, also einklagbaren Arbeitszeitverkürzung
das Wort zu reden. 30 Wochenarbeitsstunden für Eltern, als Vollzeit
anerkannt, vor&u

Sonntag aktuell: zu Zweifeln an der Mietpreisbremse:

Es gibt nur einen Weg, die Wohnungsmisere zu
lindern – der Wohnungsbau muss angekurbelt werden. Das schafft man
vielleicht, indem die Städte neue Grundstücke ausweisen. Unbequeme
Entscheidungen könnten helfen – etwa wieder stärker in die Höhe zu
bauen oder innerstädtische Kleingartenanlagen zu opfern. Die
Mietpreise aber künstlich zu deckeln – diese Maßnahme wird keinen
müden Euro zusätzlich für den Wohnungsbau lockermachen. Die

Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Celesio

Natürlich wird McKesson, wie auch das derzeitige
Celesio-Management, nach weiteren Einsparmöglichkeiten suchen, um im
harten Preiskampf zu bestehen. Es spricht aber wenig dafür, dass die
Amerikaner bei ihrer neuen Tochter zu einem massiven Kahlschlag
ansetzen werden. Glaubt man dem Management, soll vor allem der
gemeinsame Einkauf zu Kostensenkungen in dreistelliger Millionenhöhe
führen. Beruhigend dürfte in diesem Zusammenhang ein Blick auf den
Frankfurter Ce