Weser-Kurier:Über die Situation des Buchhandels schreibt der „Weser-Kurier“ (Bremen) in seiner Ausgabe vom 11. September 2012:

Dabei wünschen die Kunden vor allem eines:
Orientierung. Je größer das Angebot, um so schwieriger wird es, einen
guten Tipp zu geben. Daran kranken die Filialisten. Und sie leiden
auch daran, dass das Verhältnis zwischen Kunden und Verkäufern meist
unpersönlich ist. So verlieren die Ketten gegenüber der Konkurrenz
aus dem Internet. Wer keine speziellen Vorlieben hegt, sichtet das
Angebot neuer Literatur heute in aller Ruhe am Bildschirm daheim. In
der di

Börsen-Zeitung: Enders– geplatzter Traum, Kommentar zum Scheitern der Fusion von EADS und BAE Systems, von Stefan Kroneck.

EADS-Chef Thomas Enders ist mit seiner Vision,
einen europäischen Rüstungsweltmarktführer zu schaffen, gescheitert.
Wahr ist, dass die divergierenden nationalen Interessen Deutschlands,
Frankreichs und Großbritanniens den geplanten Zusammenschluss mit BAE
Systems torpedierten. Das Gezänk um Macht und Einfluss in einem
Gebilde aus der Airbus-Muttergesellschaft und dem britischen
Rüstungskonzern war aber bereits mit Ankündigung des Vorhabens Mitte
September

Rheinische Post: Einfühlsamer Gauck = Von Matthias Beermann

Das deutsch-tschechische Verhältnis mag heute
so gut sein wie noch nie in der Geschichte, es bleibt dennoch
kompliziert. Da ist die Last der Geschichte, aber auch politischer
Streit aus der jüngeren Zeit. Joachim Gauck hat versucht, beidem
gerecht zu werden, und das ist ihm gelungen. Als erster hoher
deutscher Amtsträger hat Gauck die Orte besucht, an denen die
deutschen Besatzer während des Krieges schreckliche Massaker
verübten, und er hat einfühlsame Worte

Rheinische Post: Mörder und Kläger = Von Reinhold Michels

Man wird den Kindermörder Markus Gäfgen für ein
abgefeimtes Charakterchen halten müssen; ein fürchterlicher Jurist
ist dieser von seinem Anwalt leider nicht gebremste Prozesshansel und
Ichling obendrein. Nun sind jedoch vor dem Gesetz alle gleich. "Die
Würde des Menschen ist unantastbar" – Artikel 1 der Verfassung macht
keinen Unterschied zwischen dem Rechtstreuen und dem Rechtsbrecher.
Gäfgen, der offen Reue nie gezeigt hat, verdient Verachtung f

Rheinische Post:Ärzte – darf–s etwas mehr sein? = Von Antje Höning

Die niedergelassenen Ärzte haben wie jede
Berufsgruppe das Recht auf eine angemessene Bezahlung. Und diese
sollte insbesondere berücksichtigen, welche hohe fachliche Kompetenz
Ärzte haben müssen, welch– hohe Verantwortung sie tragen und in
welch– teure Apparate sie teilweise investieren. Doch all dies
rechtfertigt nicht Stil und Ausgang der jüngsten
Honorarverhandlungen. Die Tinte unter der Vereinbarung zwischen
Krankenkassen und Kassenärzten war kaum getro

Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Einigung über Arzthonorare Scharfmacher unterwegs PETER STUCKHARD

Die Honorarverhandlungen zwischen
niedergelassenen Ärzten und Krankenkassen sind beendet. Die ärztliche
Seite auf Bundesebene bewertet den Abschluss als guten Kompromiss und
hat ihre Klage gegen den Schlichterspruch zurückgezogen. Ist jetzt
alles wieder gut? Ist es nicht. Jedenfalls so lange nicht, wie die
Scharfmacher unter den Funktionären der Ärzteverbände außerhalb der
Selbstverwaltung zu weiteren Protesten aufrufen und ihre
Mitgliedsärzte wie di

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Altpapier-Affäre der Piraten Cliquenwirtschaft FLORIAN PFITZNER, DÜSSELDORF

Momentan lässt sich nur schwer beurteilen, ob
der frühere politische Geschäftsführer der Piraten Klaus Hammer allzu
sehr fantasiert oder die Staatsanwaltschaft den vermeintlich verübten
Druck herunterspielt. Fest steht: Seitdem die nordrhein-westfälischen
Politiknovizen im parlamentarischen Betrieb stehen, drehen sich ihre
Debatten fast ausschließlich um ihre Profilsuche statt um
sachdienliche Vorstöße. Wenige Monate nach der Landtagswahl im Mai

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum ThemaÄrztehonorare

Dumm gelaufen. Nach der Einigung auf höhere
Honorare in der Nacht zuvor hätte der Protest der Ärzte in letzter
Minute abgeblasen werden müssen. Das haben Gewerkschaften und
Berufsorganisationen in ähnlichen Situationen auch geschafft. 1,27
Milliarden Euro im Jahr mehr sind wahrlich kein Pappenstiel. Das
System verfügt über genug Geld. Gesundheitspolitik ist zu einem
großen Teil auch Verteilungspolitik. Aber was ist schon gerecht? Wenn
ein Hausarzt i

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Pussy Riot

Die Frauen von »Pussy Riot« sind frech. Ihr
»Punk-Gebet« in der Christ-Erlöser-Kathedrale von Moskau kann als
Angriff auf die Kirche verstanden werden. Denn welcher
russisch-orthodoxe Christ sollte tolerieren, dass der Patriarch
seiner Kirche korrupt und ein »Hund« genannt wird? Wir leben in einer
Zeit gesteigerter religiöser Sensibilität. Auch in Deutschland würden
sich viele Priester, Pastoren und Gläubige gegen die Entweihung ih

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Neuregelung der Beschneidung

Kindeswohl gegen Religionsfreiheit: So lässt
sich die Diskussion um die religiös motivierte Beschneidung
zusammenfassen. Mit dem Gesetzentwurf der Bundesregierung ist das
Thema raus aus der rechtlichen Grauzone. In der es sich aber nur in
Deutschland und dort erst seit Mai dieses Jahres befand. Davor und in
keinem anderen Land der Welt ist oder war Beschneidung von Jungen
verboten – jedenfalls nicht, wenn sie fachmännisch gemacht ist, die
Eltern einwilligen und religiös