Schwäbische Zeitung: Steuerzahler saniert mit – Leitartikel

Die Drogeriekette Schlecker steht vor dem
Untergang, doch das Management behält die Nerven. Kühl kalkulierend
streben die Schleckers eine Sanierung des Handelsriesen in Eigenregie
an. So kann Anton Schlecker sein Lebenswerk retten – und auf einen
Schlag einen Haufen Schulden loswerden. Genau genommen will sich
Schlecker auf Kosten anderer Leute aus der Affäre stehlen. Sein
Privatvermögen erklärte der Milliardär vorsorglich schon einmal für
tabu. Zahlen m&

Schwäbische Zeitung: Die Gefahr kommt von rechts – Kommentar

Ein Drittel der Linken-Fraktion steht unter
Beobachtung des Verfassungsschutzes. Über solch eine Meldung hätte
man vor einem halben Jahr vielleicht noch geschmunzelt und sich
gefragt, ob der Verfassungsschutz nichts Wichtigeres zu tun hat. Doch
seit dem Bekanntwerden der rechtsextremen Terrormorde in Deutschland
und den Verstrickungen einiger V-Leute mit der NPD kann eine solche
Meldung nur Empörung auslösen.

Was um Gottes willen soll denn bei einer Beobachtung linke

Schwäbische Zeitung: Die Bahn muss jetzt liefern – Kommentar

Die Bahn macht es ihren Kritikern leicht. Nach
dem eindeutigen Volksentscheid vom November 2011 gehörte sie zu den
Gewinnern im Dauerstreit um Stuttgart 21. Insbesondere die Grünen
taten sich schwer, sich schnell und glaubwürdig in die angekündigte
"konstruktiv-kritische" Projektbegleitung einzubringen. Dem harten
Kern der zum Teil uneinsichtigen S-21-Gegner ging zudem ein Teil der
Argumente aus. Mittlerweile ist die Bahn aber auch bei ihr
wohlgesonnenen Krei

Lausitzer Rundschau: Unsinnige Beobachtung Die Linken und der Verfassungsschutz

Man muss die Linkspartei nicht lieben. Und ihre
oftmals populistischen Ansagen schon gar nicht. Eine nahezu
flächendeckende Beobachtung der Bundesprominenz durch den
Verfassungsschutz rechtfertigt das jedoch in keiner Weise. Dass Leute
wie Gregor Gysi oder Dietmar Bartsch eine Gefahr für die freiheitlich
demokratische Grundordnung darstellen sollen, glauben nicht einmal
ihre eingefleischten Gegner von der politischen Konkurrenz. Das
zeigen die gestrigen Reaktionen. Wenn es stimmt,

Lausitzer Rundschau: Weg in die Eskalation ZumÖl-Embargo gegen den Iran

Öl-Embargos sind in der internationalen Politik so
beliebt wie Strickpullis von Tante Helga: Eigentlich will sie keiner,
aber wenn es gar nicht mehr anders geht, kramt man sie doch hervor.
Dass sie ein zweischneidiges Schwert sind, sieht man schon allein
daran, wie sich einzelne Länder wanden, als es um die Zustimmung zum
Embargo ging. Italien, Spanien – bis zuletzt Griechenland: Die
richtige Begeisterung für diese Maßnahme wollte nicht aufkommen. Zu
groß waren di

Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zum Schuldenschnitt

Wer einer Bank wenig Geld schuldet, ist in der
Hand der Bank. Wer einer Bank viel schuldet, hat sie in der Hand –
denn sie ist davon abhängig, dass der Schuldner das geliehene Geld
zurückzahlt. Diesen Umstand macht sich Griechenland schon lange
zunutze – und pokert mit feinem Gespür für die missliche Lage der
Gläubiger um seine horrenden Schulden. Erst wurden diese um 21
Prozent gesenkt, dann um 50. Deutlicher hätten die Gläubiger nicht
demonstrieren k&o

Libyen: Wüstenstadt Bani Walid in Hand von Gaddafi-Anhängern

Anhänger des getöteten libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi haben offenbar die Wüstenstadt Bani Walid unter ihre Kontrolle gebracht. Medienberichten zufolge sei die grüne Flagge aus Gaddafis Regierungszeit in der Stadt gehisst worden. Bei den Kämpfen um die Stadt, die nach der Festnahme mehrerer Ghadhafi-Anhänger durch Mitglieder des Nationalen Übergangsrates ausgebrochen waren, sollen mindestens vier Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden sei

Rheinische Post: Konzept fürs Alter fehlt

Über die alternde Gesellschaft gibt es ein
Missverständnis. Sie wird als Bedrohung wahrgenommen: Die Kosten in
den Sozialsystemen explodieren, die Pflegekräfte müssen aus aller
Welt geholt werden, und das kreative Potenzial des Landes erlahmt.
Das ist das Horrorszenario. Der Prozess der alternden und
schrumpfenden Gesellschaft vollzieht sich in Wahrheit aber langsam
genug, dass die Menschen werden Schritt halten können, auch die
Alten. Die politische Herausforderu

Rheinische Post: Antisemitismus

So eisig muss man es sagen: Wer in Deutschland
einen Antisemiten finden will, muss nicht lange suchen. Zum Abzählen
reicht eine Hand, denn bei jedem fünften Deutschen gibt es latenten
Antisemitismus. Diesen Befund einer Expertengruppe kann man
bestürzend und den Zustand unserer Gesellschaft bedenklich nennen.
Alles richtig. Es ist das wohlfeile Urteil, das aus der Haltung einer
Betroffenheit erwächst, mit der oft Aufklärung betrieben wird. An
Büchern und Filme

Rheinische Post: Lagarde und Merkel

Angela Merkel und die Chefin des Währungsfonds,
Christine Lagarde, sind die mächtigsten Frauen Europas. Von Intellekt
und Machtinstinkt her ähnlich, haben sie doch grundlegend andere
Ansichten über die Rolle des Staates. Das führt im Kampf gegen die
Euro-Krise nun zum Konflikt. Merkel setzt darauf, dass die
Ankündigung von Schuldenbremsen und Sanktionen die Märkte so
beruhigt, dass sie ihre Spekulationen gegen Italien und Spanien
einstellen. Lagarde dagege