Mitteldeutsche Zeitung: zu Türkei und Twitter

Wenn es um seine Privilegien, die seiner Familie und
Freunde geht, nimmt der Chef der türkischen Regierungspartei AKP
keine Rücksicht mehr. Da werden missliebige Polizisten und
Staatsanwälte in entfernte Provinzen versetzt. Und weil seine
Kritiker sich des Kurznachrichtendienstes Twitter bedienen, wird
dieser in der Türkei kurzerhand abgeschaltet. Dass dies technisch
kaum geht, ist dem Präsidenten egal. Ihm kommt es auf die große Geste
für seine Anhä

WAZ: Dividende auf den Strukturwandel – Kommentar von Thomas Wels

Der Besuch des chinesischen Staatspräsidenten in
Duisburg und Düsseldorf ist ein nicht zu unterschätzender Erfolg für
die NRW-Regierungschefin Hannelore Kraft. Nicht Bayern, nicht
Baden-Württemberg, sondern NRW spielt für die Wirtschaftssupermacht
China eine maßgebliche Rolle. Und wenn Xi Jinping mit einer 200
Menschen starken Delegation inklusive einiger Minister anreist, kann
man sich unschwer vorstellen, dass dieser Termin für
Wirtschaftsfö

Mitteldeutsche Zeitung: zu Pilotenstreik

Im Fokus steht, dass sie Besitzstände verteidigen
müssen: Die Regelungen für die Übergangsversorgung – das Geld, das
für die Zeit zwischen dem Ende des aktiven Dienstes und dem Eintritt
in die Rente gezahlt wird, in der Regel gut 100 000 Euro jährlich.
Dafür wollen die Piloten streiken. Wie lange sie das durchhalten
hängt auch ganz massiv von der öffentlichen Meinung ab. Und da haben
sie schlechte Karten, angesichts der Debatte um einen Mindestl

Mitteldeutsche Zeitung: zu Mifa-Werke Sangerhausen

Nicht nur die Aktionäre, sondern die gesamte Branche
schaut nun erschrocken nach Sangerhausen. Aufgrund von fehlerhaften
Buchungen in der Bilanz und Umsatzrückgängen fällt 2013 ein
Millionenverlust an. Die Vorgänge zeichnen das Bild einer
unprofessionellen Führung. Bei allen Verdiensten: Dass Wicht meinte,
ein börsennotiertes Unternehmen, das auch Firmenanleihen ausgibt, als
Alleinherrscher führen zu können, war Selbstüberschätzung. Der

WAZ: Am Ende wird der Westen gewinnen – Kommentar von Ulrich Reitz

Am Ende dieser Putin-Woche stehen auch beruhigende,
sogar ermutigende Einsichten. Trotz seiner unbestreitbaren
Interessengegensätze hat sich der Westen über die Krim-Krise nicht
spalten lassen. Die Europäer, oft für schwach und uneinig gehalten,
stehen bemerkenswert zusammen und reagieren beherzt: Sie halten der
Ukraine die Tür in ihre Gemeinschaft auf. Und nichts deutet darauf
hin, dass das in diesen Tagen viel bemühte 1914-Szenario Wirklichkeit
werden k&ouml

Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Russland

So verlockend es sein mag, Parallelen zum
Kalten Krieg zu ziehen, so sehr führen sie in die Irre. Das Russland
von heute ist keine Macht, die sich mit der damaligen Sowjetunion
vergleichen ließe. Moskau ist nicht mehr das Zentrum eines
ideologischen Gegenpols zur freiheitlichen Demokratie des Westens.
Und auch geografisch und militärisch kann Putins Reich nicht mit der
ehemaligen UdSSR mithalten. Bestenfalls kann sich Russland als
Spielverderber profilieren, der die nach E

DER STANDARD-Kommentar: „Bankrotterklärung“ von Nina Weißensteiner

Derart umstrittene Methoden kennt man von Rot und
Schwarz nur allzu gut aus U-Ausschüssen. Nun aber bieten die
Koalitionsparteien schon im Vorfeld ihre Mehrheit auf – und zwar um
weitere Unterschriften für ein Untersuchungsgremium zur Hypo zu
verhindern.

Doch wenn SPÖ und ÖVP die unangenehme oppositionelle
Online-Petition kommende Woche rascher als üblich dem Finanzausschuss
zuweisen, damit sie nur ja als behandelt gilt und von der
Parlamentshomepage verschwindet, is

Westdeutsche Zeitung: Nordrhein-Westfalen debattiertüber das Turbo-Abitur = von Wibke Busch

Politiker scheuen in der Regel umfangreiche
Reformen. Diese sorgen für Unruhe, für Widerstand bei den Betroffenen
und in der Regel für höhere Kosten. Eine Ausnahme bildet da die
Schulpolitik. Hier wird – angespornt nicht zuletzt durch den
Pisa-Schock – seit Jahren reformiert auf Teufel komm raus. Oftmals
übereilt, vielfach unterfinanziert. Und dazu auch noch in jedem Land
völlig unterschiedlich. Das Ergebnis ist in erster Linie eine
Verunsicherung von Sch&uuml

Märkische Oderzeitung: Kommentarauszug zur Jahresbilanz des Zolls und zur Modedroge Crystal:

Crystal Meth erobert immer mehr deutsche
Büros. Und auch vor Unis und Schulen macht die synthetische Substanz
keinen Halt mehr. Der Absatz boomt. Das Versprechen, das das
vergleichsweise preisgünstige Mittel gibt, klingt verlockend: Die
Droge erhöht die Aufmerksamkeit und steigert die Leistungsfähigkeit.
Das kann man im Job gut gebrauchen. Doch vielen Menschen, die mit dem
Gedanken spielen, mit Crystal Meth ihre Arbeitsleistungen
hochzudopen, ist gar nicht klar, dass di

Märkische Oderzeitung: Kommentarauszug zum Elterngeld Plus:

Dass der Enthusiasmus für das Elterngeld
trotz der dahindümpelnden Babyzahlen nach wie vor groß ist, hat damit
zu tun, dass man nicht jede gesellschaftliche Neuerung in
Geburtenraten, in Euro oder Dividenden messen kann. Elterngeld und
Elternzeit sind mehr als das: Sie haben ein gesellschaftliches Klima
in Gesetze gegossen, welches das Dasein als Eltern mit den
beruflichen Zwängen versöhnt. (…) Und auf diesem Weg geht das
Elterngeld Plus jetzt weiter: Es erm&oum