Mitteldeutsche Zeitung: zu Griechenland

Es mag sogar sein, dass Ministerpräsident Alexis
Tsipras und Gianis Varoufakis ein Spiel mit verteilten Rollen gegeben
haben – der Finanzminister, der vor der Abstimmung die Dinge noch
einmal zugespitzt hat und der Ministerpräsident, der sich nun um eine
seriöse Verhandlungsführung mit einem unbelasteten Finanzchef bemüht.
Varoufakis war die schillerndste Figur in dem aufregenden ersten
halben Jahr der Syriza-Regierung. Er war die Provokation in Person,
das stä

Allg. Zeitung Mainz: Gesucht: ein Wunder / Kommentar zu Griechenland

Wenn ein Unternehmen vor der Totalpleite steht, ist
es menschlich ein kurzes, angenehmes Gefühl, wenn der nervigste
Stinkstiefel geht. Aber für die fundamentale Wende reicht das
höchstens in einem von einer Million Fälle. Es ist schön und gerecht,
dass Varoufakis verschwindet – wirklich auf Dauer? -, aber im Falle
Griechenland hilft es bestenfalls, Gespräche nicht von vornherein zu
blockieren. Im Falle Griechenland stellt sich überhaupt die Frage,
was noc

WAZ: Viel Zeit hat Tsipras nicht mehr – Kommentar von Gerd Höhler

Als gewiefter Populist dürfte der griechische
Premier Alexis Tsipras ein gutes Gespür für die Volksseele haben. Er
wusste: Die Seele der Griechen kocht. Deshalb rief er am Sonntag zu
einer Volksabstimmung. Dass dann aber mehr als 61 Prozent mit Nein
stimmten, dürfte selbst ihn überrascht haben.

Was macht Tsipras mit diesem Ergebnis? Tatsächlich ist
Griechenland jetzt in einer sehr viel schwierigeren Lage als noch vor
zehn Tagen, vor der Ankündigung des

Südwest Presse: KOMMENTAR · GRIECHENLAND

Mit dem Rücken zur Wand

Arm, aber stolz" – die Abwandlung des berühmten Wowereit-Zitats
über Berlin beschreibt am besten, wo Griechenland heute, 36 Stunden
nach dem Ende des Referendums, steht. Alexis Tsipras, der
selbsternannte Retter der Demokratie in Europa, hat sein Volk an der
Nase herumgeführt. Das "Ja" oder "Nein" zu den Sparplänen der EU
wurde überhöht und zu einer Frage der nationalen Ehre erklärt. Ihren
National

WAZ: Kanzlerin am Scheideweg – Kommentar von Walter Bau zur Griechen-Krise

Angela Merkel hat lange Geduld gezeigt mit den
griechischen Regierungen in den vergangenen fünf Jahren, viel länger
als andere in ihrer Partei. Sie wollte den Euro retten, eine tiefe
Krise der EU verhindern. Das Nein der Griechen vom Sonntag muss die
Kanzlerin hart getroffen haben. Nun steht sie selbst am Scheideweg.

Setzt Merkel weiter auf Verhandlungen mit Athen? Dann muss sie
befürchten, dass ein drittes Hilfsprogramm ihre eigene Partei, die
CDU, vor eine Zerrei&szlig

Aachener Nachrichten: Ein anderes Europa – warum vor allem junge Griechen hinter Tsipras stehen; Ein Kommentar von Joachim Zinsen

Ihr Stolz hat ihre Angst besiegt. Der Wunsch nach
Würde war stärker als die Drohungen aus Brüssel und Berlin. Vor allem
junge Griechen haben am Sonntag Mut bewiesen. In keiner Altersklasse
war die Unterstützung für Ministerpräsident Alexis Tsipras so
überwältigend wie bei den Wählern unter 35 Jahren. Es war der Mut von
Menschen, die glauben, nichts mehr zu verlieren zu haben. Es war die
Antwort einer Generation, die mit einer gewaltigen Arbeits- u

Ostsee-Zeitung: Kommentar zur 24-Stunden-Kita

Rund 100 Millionen Euro will Familienministerin
Manuela Schwesig für Einrichtungen ausgeben, die sich flexibler als
bislang auf die Bedürfnisse berufstätiger Eltern, etwa
Alleinerziehender und von Schichtarbeitern, einstellen. Für den
Notfall und bei Ausnahmesituationen, wenn es also gar nicht anders
geht, so schlägt Schwesig vor, wäre sogar die Übernachtung der
Kleinen in bestimmten Kitas möglich. So weit, so gut und praxisnah
das Vorhaben der Mini

neues deutschland: Interessen von Schuldnern und Gläubigern: Nein zum Grexit

Die Griechen wollen sich nicht länger zu
Befehlsempfängern degradieren lassen – das ist die Hauptbotschaft des
Referendums über die Austeritätspolitik. Bisher glichen die
Verhandlungen der Institutionen mit Athen einer Fahrt auf einem
Seelenverkäufer, bei der es sich die einen im Offizierskasino gut
gehen ließen, während die anderen im Maschinenraum eingepfercht
waren, wo immer mehr Wasser eindrang. Nach dem griechischen Nein
sollten sich die anderen Eur