Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Nina Jeglinski zu Russland/Ukraine

Die Hoffnungen, die vor allem die EU in das
Friedensabkommen von Minsk gesetzt hatte, sind geplatzt. In der
Ost-Ukraine wird erbittert gekämpft. Trotz aller Bekundungen, im
Donbass dauerhaft Frieden schaffen zu wollen, sterben dort täglich
Menschen. Solange der Westen an dieser Vereinbarung festhält, hat die
russische Regierung Zeit, neue Tatsachen zu schaffen. Die Rebellen
verzeichnen seit Februar stetige Landgewinne. Begünstigt durch die
Tausende Kilometer lange, unge

Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Christine Hochreiter zu Flüchtlinge

Die Zahl bedeutet einen neuen Rekord: 556
Flüchtlinge wurden allein am vergangenen Donnerstag im Raum Passau
registriert. Dieser Höchststand wird nicht der letzte sein. Am
gestrigen Sonntag sind erneut hunderte von Menschen irgendwo nach der
Grenze rund um die Dreiflüssestadt ausgesetzt worden. Familien und
unbegleitete Jugendliche suchen in Gruppen den Weg in die Stadt. Am
Samstag war die Flüchtlingsbeauftragte der Bundesregierung Aydan
Özoguz zu Besuch in der Reg

Mittelbayerische Zeitung: Leitartikel von Reinhard Zweigler zu Türkei

Selten wurde ein Land so laut und vernehmlich
vom Westen zum Eingreifen in einen Krieg aufgefordert, wie in den
vergangenen beiden Jahren die Türkei. Doch der heutige Präsident und
vormalige Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hielt still. Die
türkische Armee ging nicht gegen die Terrorarmee des Islamischen
Staates (IS) vor, die in Syrien und Nordirak Angst und Schrecken
verbreitete. Erdogans Kalkül: Je mehr die gottlosen IS-Truppen den
syrischen Diktator Baschar al-As

Schwäbische Zeitung: Erdogan verspielt die Zukunft – Kommentar zur Türkei

Die Bundesregierung wird zur Strategie der
türkischen Regierung wohl mehr äußern müssen, als das Missfallen der
Kanzlerin und der Verteidigungsministerin. Über Jahre hatten Türken
und Kurden sich angenähert, auch wenn das Misstrauen Ankaras
gegenüber den Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden groß blieb.

Doch in der Logik des türkischen Präsidenten sind Kurden und
Terroristen identisch. Erdogan schwächt, wie der Grü

Allg. Zeitung Mainz: Beflügelt / Kommentar zu Barack Obama

In der englischsprachigen Welt werden Politiker, die
kaum noch etwas entscheiden können, gerne "lame duck" genannt.
US-Präsident Barack Obama war noch im vergangenen Jahr auf dem besten
Weg, eine solche "lahme Ente" zu werden. Doch anderthalb Jahre vor
dem Ende seiner Amtszeit wirkt der erste farbige Präsident der
US-Geschichte wie beflügelt. So konnte der 53-Jährige zuletzt eine
Reihe politischer Erfolge einfahren. Bei den Beziehungen mit Kuba
h

WAZ: Spohr hat gar keine andere Wahl. Kommentar von Stefan Schulte zur Lufthansa

Von ihrem Ruf der etwas feineren, etwas stilvolleren
Fluglinie mit einem Hauch Luxus hat die Lufthansa viele Jahrzehnte
gut gelebt. Allerdings war seinerzeit das Fliegen auch noch Luxus und
die Lufthansa ein Staats-Monopolist. Beides ist lange vorbei.
Billigflieger wie Ryanair haben das Flugzeug zu einem normalen
Verkehrsmittel gemacht, das, clever gebucht, nicht selten sogar die
Bahn im Preis unterbieten kann. Entsprechend haben sich auch die
Erwartungen der Kunden verschoben – vom Sektche

WAZ: Türkei geht hohes Risiko ein. Kommentar von Gudrun Büscher zur türkischen Politik

Jetzt besteht leider kein Zweifel mehr: Die
türkische Regierung sieht in der kurdischen Terrorgruppe PKK eine
ebenso große Bedrohung wie in der Terrormiliz "Islamischer Staat",
vielleicht sogar eine größere. Das ist eine bittere Erkenntnis. Denn
im Umgang mit der kurdischen Minderheit in der Türkei lässt die
Regierung keine Gelegenheit aus, Chancen zu verpassen: Das
Friedensangebot von PKK-Führer Öcalan und der gemeinsame Kampf gegen
die

Südwest Presse: KOMMENTAR · PKK

Farbe bekennen

Seit Monaten erledigen kurdische Kämpfer einen guten Job im Kampf
gegen die Terrormiliz IS. Sie führen jenen Bodenkrieg, ohne den
langfristige militärische Erfolge nicht zu erzielen sind und den
derzeit keine Regierung der internationalen IS-Koalition
innenpolitisch vermitteln könnte. Trotz erheblicher Bedenken hat
Deutschland dafür Waffen, anderes Gerät und Ausbilder der Bundeswehr
gestellt – und geflissentlich ausgeblendet, dass jene Krieg

Schwäbische Zeitung: Neues Arbeitszeitgesetz ist überfällig – Kommentar zu Arbeitszeiten

Erwartungsgemäß kämpfen die Gewerkschaften für
den Achtstundentag. Damit sprechen sie der Mehrheit ihrer Mitglieder
vermutlich aus dem Herzen. Unzeitgemäß ist die Position der
Arbeitnehmervertreter trotzdem. Ihr liegt das Leitbild des
Facharbeiters am Fließband zugrunde.

Mit der Realität in vielen Betrieben hat der Achtstundentag nichts
mehr zu tun. Programmierer bleiben länger im Büro, wenn eine
Internetseite dringend fertig werden m