Neue OZ: Kommentar zu EU / Gipfel

Populismus abgestraft

Diesen Schlamassel hat sich Nicolas Sarkozy selbst eingebrockt.
Wutschnaubend und uneinsichtig wie das Rumpelstilzchen im Märchen
sorgte der französische Präsident für einen Eklat beim EU-Gipfel.
Nach innenpolitischen Schlappen – Rentenreform und Spendenaffäre –
liegen Sarkozys Nerven blank. Anders ist sein Auftreten kaum
erklärbar: Es gab schließlich genügend Vorzeichen, dass die
europäischen Partner die Ausweisung vo

Neue OZ: Kommentar zu Prozesse / Amoklauf / Winnenden

Frage der Verantwortung

Noch immer herrschen Trauer, Wut und Fassungslosigkeit unter den
Angehörigen der Opfer des Amoklaufs von Winnenden. Dass sie eine
Erklärung für die schreckliche Tat wollen und eine Entschuldigung vom
Vater des Amokläufers Tim K. erwarteten, ist nur menschlich. In dem
Angeklagten ebenfalls ein Opfer zu sehen, das einen Sohn verloren
hat, fällt in einer solchen Situation schwer. Sein Sohn ist zu einem
mehrfachen Mörder geworden. Die Fr

Neue OZ: Kommentar zu Atom / Energie / Gorleben

Würfel schon gefallen?

Der Countdown läuft: Nur noch zwei Wochen dauert es, dann werden
Bagger wieder Stollen in den Salzstock Gorleben graben. Nach zehn
Jahren endet am 1. Oktober der unter Rot-Grün verhängte
Erkundungsstopp. Und alles ist wieder so wie früher: Angeblich wird
ergebnisoffen nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll
gesucht. Doch es bleibt das ungute Gefühl, die Würfel seien längst
gefallen.

Denn so heftig d

Neue OZ: Kommentar zu Guantánamo / Häftlinge

Gute Tat mit Risiken

Wetten, dass die Deutschen nie wieder von ihnen hören werden? Die
zwei Araber, die jahrelang im US-Gefangenenlager Guantánamo
inhaftiert waren, dürften als anonyme Gäste in Deutschland andere
Ziele haben, als nachträglich den durch nichts erhärteten Vorwurf zu
bestätigen, sie seien islamistische Terroristen. Wäre es anders:
Warum sind sie nie verurteilt worden? Wie konnten sie die deutschen
Innenbehörden täuschen,

Neue OZ: Kommentar zu Kirchen / Papst / Großbritannien

Der Papst, der in die Kälte kam

Der geschichtlich bedeutsame, weil erste Staatsbesuch eines
Papstes überhaupt in Großbritannien ist für Benedikt XVI. eine
schwierige Mission. Fälle von sexuellem Missbrauch in der
katholischen Kirche überschatten die Reise. Scharfe Kritik an den
hohen Kosten des Besuchs, Pannen im Vorfeld und historische
Belastungen nach der Abspaltung Englands von Rom machen den
Aufenthalt nicht einfacher.

Und schon vor dem Besuch sch

Lausitzer Rundschau: Jenseits der Mördergrube

Vertriebenen-Präsidentin sorgt für neuen Eklat mit Polen

In Wladyslaw Bartoszewski, dem früheren polnischen
Außenminister, hat sich Erika Steinbach – je nach Standpunkt – genau
den richtigen oder aber den völlig falschen Gegner ausgesucht. Am
Ziel vorbei schießt die Vertriebenenpräsidentin, wenn man die
Lebensleistung des 88-Jährigen ins Visier nimmt. Wie kein Zweiter hat
sich Bartoszewski um die Aussöhnung zwischen Deutschen und Polen
verdient gemacht. Obwohl die Nazis ihn ins KZ Auschwitz sperrten,
suchte de

Rheinische Post: Probleme eines Präsidenten

Kommentar von Gregor Mayntz

Das Schicksal meint es nicht gut mit Christian Wulff beim Start
als Staatsoberhaupt. Seine Amtszeit stellte er unter die Überschrift
der "bunten Republik", doch ausgerechnet in der größten
Integrationsdebatte seit Bestehen der Republik kommt aus dem
Präsidialamt dazu nur Schweigen. Das hat damit zu tun, dass Wulff
sich mit jeder Äußerung für oder gegen Thilo Sarrazin in eine
Sackgasse manövriert hätte.

Donaukurier: Die CSU und die Frauen

Die CSU will weiblicher werden. Die einen
wollen die Attraktivität mit der Frauenquote erhöhen, die anderen
ohne. Bei allem wird nämlich vergessen, dass die Partei, die den
Spagat zwischen Herdprämie und Kinderkrippenförderung versucht,
jahrzehntelang eine Diskussion ihres Frauenbildes versäumt hat. Die
Quote kann aus dieser misslichen Lage helfen. Aber ein Allheilmittel
ist sie nicht. Solange sich die Partei nicht ändert, wird sich auch
ihre Attrak

Donaukurier: Haderthauer mahnt Frauenquote an

Vor der außerordentlichen CSU-Vorstandssitzung
am Freitag hat sich Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) für
eine Frauenquote von 40 Prozent in den Gremien der Partei
ausgesprochen. "Ich glaube, dass die Ziffer 40 irgendwo auftauchen
muss. So konkret müssen wir schon werden", sagte Haderthauer dem
DONAUKURIER. Die Regelung müsse der Basis vor Ort aber eine gewisse
Flexibilität lassen, wenn zu wenige Frauen zur Verfügung stünden.
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FT: Kommentar zu Steinbach/Bartoszewski

Die Vertriebenenpräsidentin Erika Steinbach
schießt am Ziel vorbei, wenn man die Lebensleistung des 88-Jährigen
Wladyslaw Bartoszewski in den Blick nimmt. Wie kein Zweiter hat sich
dieser um die Aussöhnung zwischen Deutschen und Polen verdient
gemacht. Obwohl die Nazis ihn ins KZ Auschwitz sperrten, suchte der
tief gläubige Katholik nach dem Krieg immer wieder Mittel und Wege,
um mit den Feinden von einst ins Gespräch zu kommen. Von wegen
schlechter Charakte