Wie sehr die Euro-Rettung das politische Klima vergiftet, zeigte
sich erneut an diesem Wochenende. Während Italiens Ministerpräsident
Mario Monti die Regierungen auffordert, sich von ihren Parlamenten zu
emanzipieren, schütten deutsche Politiker vom FDP-Rebell Schäffler
bis zum bayrischen CSU-Finanzminister Söder Spott und Hohn über die
verschuldeten Staaten aus. Es ist klar. Der kühle Monti würde am
liebsten auf emoti
Die Blamage an den Superstars Paul Biedermann und
Britta Steffen festzumachen, wäre allerdings falsch. Ja, die beiden
sind nicht über sich hinausgewachsen. Doch sie haben gekämpft und
waren mit den Plätzen vier und fünf vorn dabei. Und deshalb: Nein,
die medaillenlosen Gesichter des deutschen Verbandes sind nicht das
Problem. Der Abwärtstrend hält seit Jahren an. Schulterklopfen für
mittelmäßige Leistungen war gang und gäbe. U
Söder ist mit seiner Polemik keinen Deut besser als
die Zeitungen des italienischen Ex-Regierungschefs Silvio
Berlusconi, in denen schon vom "4. Reich" schwadroniert wird. Will
Deutschland mit seiner Sparpolitik erfolgreich sein, müssen seine
Vertreter dafür werben. Die Bürger Südeuropas mit dem Säbel zu
attackieren, ist nicht erfolgversprechend. Der Ton macht die Musik.
Das sollte man selbst am bayerischen Stammtisch wissen.
Während Chevrolet billig außerhalb Europa
produziert, muss Opel hohe Löhne bezahlen. Während Chevrolet sich an
der guten Opel-Forschung bedient und damit den ganzen Weltmarkt
beliefern darf, ist Opel auf Europa als Absatzmarkt beschränkt.Nun
hat GM noch eins draufgesetzt: Für die aberwitzige Summe von 559
Millionen Dollar darf Chevrolet sieben Jahre auf den Trikots des
Fußballklubs Manchester United werben. GM verweist darauf, dass
gerade United ein in
Sapperlott, der Söder. Der König der
Stammtischsprüche. Gern gesehener Polit-Talk-Show-Gast und
Bierzelt-Redenschwinger. Der wollte schon mal das Singen der
Nationalhymne im Unterricht verankern, um Ausländern die Integration
zu erleichtern. Am Wochenende hat er mal wieder eine seiner
Weisheiten rausgehauen – mitten hinein in den
Urlaub-Sommer-Politbetrieb in Berlin. Und mit seiner feinen Nase für
den Populismus-Nerv hat er natürlich das Thema benannt, das di
Die Kritik des italienischen Ministerpräsidenten Mario Montis an den Einflussmöglichkeiten der nationalen Parlamente bei der Euro-Rettung hat bei der CSU Empörung ausgelöst. "Die Gier nach deutschen Steuergeldern treibt bei Herrn Monti undemokratische Blüten", sagte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt der Tageszeitung "Die Welt" (Montagausgabe). "Herr Monti braucht offenbar die klare Ansage, dass wir Deutsche nicht bereit sein werden, zur
Der Vorschlag eines Verfassungskonvents zur
Ausarbeitung eines europatauglichen Grundgesetzes mit dem Ziel einer
politischen Union ist dazu geeignet, die verlorene
Handlungsfähigkeit der Politik wiederzugewinnen. Je mehr Menschen
merken, dass es bei der Eurokrise inzwischen wirklich um das
Eingemachte geht, um den Fortbestand unserer Art des Zusammenlebens
in Europa, umso mehr werden sich an der Debatte beteiligen und am
Ende, in einer Volksabstimmung, auch zustimmen – für ei
Was Michael Vesper vom Deutschen Olympischen
Sportbund in diesen Tagen abgeliefert hat, das war nicht etwa das
positive Gegenbild zu Vorverurteilungen aller Art. Es war der Beweis,
dass der organisierte Sport nichts anderes im Kopf hat als sein
Image. Drygalla musste verschwinden und bekam dafür von Vesper
bescheinigt, auf dem Boden der olympischen Charta zu stehen. Kurz
gesagt: Schaff– mir dich und damit das Problem vom Hals, dann kriegst
du von uns den Persilschein, den du brauchst.
Wenn Angela Merkel sagen würde, sie weiß noch
nicht, ob sie 2013 wieder antritt, würde das ein politisches Erdbeben
auslösen. Wenn Horst Seehofer im Sommerurlaub "mit Blick auf
Wildschweine und Rehe" über seinen möglichen Rückzug aus der Politik
nachdenkt, nimmt das keiner ernst. In der CSU zweifelt niemand daran,
dass Seehofers Machtlust groß genug ist, dass er–s 2013 wissen will –
erstmals, denn einer Wahl stellen musste sich der bayerisc
Im Streit um die Reichensteuer hat FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle SPD-Chef Sigmar Gabriel scharf kritisiert. "Eine Vermögenssteuer trifft die falschen, nämlich vor allem den Mittelstand", sagte er dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe). "Dass Teile der SPD immer wieder in die Mottenkiste greifen wollen, hat viel mit ihren ungelösten Personal- und Sachfragen und wenig mit wirtschaftspolitischer Vernunft zu tun", fügte der Liberale hinzu. &quo