WAZ: Oft zu jung fürs Gymnasium. Kommentar von Birgitta Stauber-Klein

Zu still, zu langsam, zu wenig Unterstützung von den
Eltern: Wenn Grundschullehrer der Meinung sind, das Kind sollte nach
der vierten Klasse besser auf die Realschule statt auf das Gymnasium,
dann liegt das nicht unbedingt an den Noten. Sondern eher an der
Sorge, das Gymnasium sei zu leistungsorientiert für den verspielten
Jungen, das verträumte Mädchen.

Wahrscheinlich liegen Grundschullehrer nur selten mit ihrem
Gutachen daneben. Doch die Kinder sind erst neun oder z

WAZ: Schweigen, schummeln. Kommentar von Winfried Dolderer

Unser Bundespräsident ist jetzt schon zum zweiten
Mal dabei erwischt worden, dass er als niedersächsischer
Regierungschef dem Landtag die Wahrheit vorenthalten hat. Im ersten
Fall, mit dessen Enthüllung vor sechs Wochen das Affärendrama im
Bellevue anfing, konnte man noch mildernde Umstände gelten lassen:
Wulff war nach Geschäftsbeziehungen zu Herrn Geerkens gefragt worden,
hatte aber einen Kredit bei Frau Geerkens. Nun ja.

Solche Milde ist im zweiten Fall

WAZ: Klug und umsichtig. Kommentar von Angelika Wölk

Es gehört zu den – vermeintlichen – Widersprüchen
unserer Zeit: Einerseits nimmt der Einfluss der Kirchen ab, gehen
immer weniger Christen noch in die Gottesdienste. Doch wenn
andererseits Kirchengebäude geschlossen werden, ist der Protest
lautstark. Aber Kirchengebäude sind mehr als "nur" Orte für
Gottesdienste. Das lehrt nicht zuletzt der Konflikt um die
Schließungs-Pläne in Duisburg-Nord. Kirchen sind Orte, die Identität
stiften, Orte

WAZ: Gesund fürs Geschäft. Kommentar von Jürgen Polzin

Kein Mensch braucht Kinderlebensmittel, die
Lebensmittelbranche schon. Weil die großen Konzerne zum Wachstum
verdammt sind, suchen die Marketing-Strategen auf dem Milliardenmarkt
unermüdlich nach neuen Kundengruppen. Kinder sind eine dankbare
Klientel – nicht nur, weil sie im Supermarkt notorische Nervensägen
sind (deswegen stehen Süßigkeiten im Kassenbereich). Eltern wollen
nur das Beste für ihre Kleinen. Und wenn die Werbestrategen
verklickern können,

Chemie-Gewerkschaft will kräftige Lohnerhöhungen fordern

Die Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) will in der Tarifrunde für die 550.000 Beschäftigten ungeachtet der abflauenden Konjunktur deutliche Lohnerhöhungen fordern. "Die Branche ist im vergangenen Jahr kräftig gewachsen, und die Unternehmen verdienen nach wie vor viel Geld", sagte das für Tarifpolitik zuständige Vorstandsmitglied der IG BCE, Peter Hausmann, dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). "Das werden gute Argumente für un

Berliner Zeitung: Kommantar zum Ende der Berliner Fashion Week

Die Fashion Week ist Fachbesuchern vorbehalten.
Und genau deswegen wird sie ungnädig aufgenommen. Denn der Berliner
hat nun einmal das Urbedürfnis, dabei zu sein. Ansonsten wendet er
sich schmollend ab. Vorschlag zur Güte: Draußen eine Leinwand
installieren und live aus dem Zelt übertragen, wie es etwa bei der
Kopenhagener Modewoche gemacht wird. Das kann jene kulturfreundliche
Volksfeststimmung befördern, wie man sie von
Open-Air-Opernübertragungen ke

Stuttgarter Nachrichten: zu den anhaltenden Protesten gegen Stuttgart 21:

"Schien die Atmosphäre bei der Absperrung des
Südflügels des Hauptbahnhofs noch entspannt, so war die Polizei
jetzt bei der Baumfällaktion mit einem wachsenden
Aggressionspotenzial konfrontiert. Daher sind nun die Sprecher der
Protestbewegung gefordert, ein Zeichen zu setzen. Denn in jeder
Auseinandersetzung gilt: Der Ton macht die Musik. Erst entgleisen die
Worte, dann die Hände."

Pressekontakt:
Stuttgarter Nachrichten
Chef vom Dienst
Joachim Volk
Te

Bericht: Geplanter EU-Fiskalpakt verschleppt Schuldenabbau in Euro-Länder

Der geplante europäische Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin verschleppt einem Bericht des "Handelsblatts" (Montagausgabe) zufolge den Schuldenabbau in den Ländern der Euro-Zone. Wie aus einem vom CDU-Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Willsch in Auftrag gegebenen Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestags hervorgeht, wird den Ländern der Euro-Zone deutlich mehr Zeit zum Schuldenabbau eingeräumt, als ursprünglich vorgesehen. Konk

Deutscher Diplomat wird Nahost-Beauftragter der EU

Der deutsche Diplomat Andreas Reinicke wird EU-Sonderbeauftragter für den Nahost-Friedensprozess. Die Berufung des 56-Jährigen soll nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" an diesem Montag vom EU-Außenministerrat in die Ratsschlussfolgerungen zum Thema Nahost aufgenommen werden. Reinicke ist bisher deutscher Botschafter in Syrien und gilt als einer der erfahrensten Nahost-Experten im Auswärtigen Amt. Letzter Nahost-Beauftragter der EU war von 2003 bis 20

Westdeutsche Zeitung: Hells Angels und Bandidos gehen wieder aufeinander los – Brüchiger Frieden in der Halbwelt Ein Kommentar von Lothar Leuschen

Fast zwei Jahre hat der Friede zwischen den
Rockergruppen Hells Angels und Bandidos bisher gehalten. Keine
Schlägereien, keine Morde. Stattdessen widmeten sich die Gruppen
offenbar ihren mehr oder weniger legalen Alltagsgeschäften. Doch in
der Nacht zu Sonntag wurden mitten in Mönchengladbach und unter den
Augen zahlloser Zeugen die Grenzen wieder überschritten. Noch ist
nicht klar, ob damit das Ende des "Waffenstillstands" zwischen den
teils kriminellen Rock