Allg. Zeitung Mainz: Instabile Feindschaft – Klaus Liesegang zu Friedensgesprächen in Nahost

Die Überraschung war so groß, dass die israelische
Zeitung "Haaretz" John Kerry gleich vom Pannenmann Mr. Bean zum
"Mission Impossible"-Helden Ethan Hunt beförderte. Und auch sonst gab
es viel Lob für den US-Außenminister, der Israelis und Palästinenser
dazu gebracht hat, nach anderthalb Jahren Funkstille wieder
miteinander zu reden. Sie reden zunächst aber nur darüber, wie sie
später Friedensverhandlungen führen k&ouml

Allg. Zeitung Mainz: Verheerende Fehler / Kommentar zur Insolvenz Detroits

Sich selbst nennt Amerika, traditionell kaum von
Selbstzweifeln geplagt, "Gottes eigenes Land". Und steht nicht
überall geschrieben, die USA seien der reichste Staat der Erde? Wieso
schrammte dann der US-Etat schon mehrfach nur haarscharf am Crash
vorbei? Und wieso ist Detroit, einst blühende Metropole, nun pleite?
Wahrscheinlich ist Amerika gar nicht – mehr – so wohlhabend, wie es
glauben will. Zudem haben sich ein paar ökonomische
Grundgegebenheiten fundamental g

Allg. Zeitung Mainz: Lupenreines Unrecht / Kommentar zu Russland

Es gibt namhafte Historiker, die massiv bezweifeln,
dass die Sowjetunion jemals einen dritten Weltkrieg begonnen hätte.
Dennoch:Die Gefahr war existent. Jetzt ist sie es nicht mehr – das
ist der entscheidende Unterschied zu den Zeiten des Kalten Kriegs. So
weit, so gut. Die Sowjetunion war Weltmacht, Russland ist es nicht.
Das trifft zum einen den Stolz einer Nation, die formal zu den
Siegern des Zweiten Weltkriegs zählt, der es faktisch jedoch stets
schlechter ging als dem besie

Allg. Zeitung Mainz: US-Gäste / Kommentar zur NSA-Affäre

Es ist legitim, wenn die Opposition in Hessen den
Versuch unternimmt, aus der NSA-Affäre politisches Kapital zu
schlagen. Es ist Wahlkampf. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass
hiesige Landespolitiker und Behörden nichts weiter unternehmen
können, als in Berlin um Aufklärung zu bitten. Das ist geschehen, und
es sollte daher nicht der Eindruck erweckt werden, die Regierung
scherte sich nicht um die Belange der Bürger. Die Aufregung wirkt
auch deswegen etwas k&uu

Allg. Zeitung Mainz: Unterschätzter Feind – Stefan Schröder zur Impfmüdigkeit gegen Masern

Wir Deutschen sind ein putziges Volk. Wir glauben
gerne, dass Substanzen in T-Shirts zu lebensgefährlichem
Hautausschlag führen, lehnen den Kauf von Gummibooten wegen der damit
verbundenen Todesgefahr ab und fürchten uns vor Rinderwahnsinn. Die
Schweinegrippe hat zur Produktion von Hektolitern Serum geführt, das
Meiste konnte man wegkippen. Es gab nach einer letzten Zählung
weltweit rund 15000 Todesopfer zu beklagen. Jeder einzelne Fall ist
schrecklich, doch vergli

Allg. Zeitung Mainz: Laut und deutlich – Peter Königsberger zum Spähprogramm „prism“

Der Eifer, mit dem die Opposition aus der NSA-Affäre
Honig saugen will, ist aller Ehren wert. Allerdings ist es ihr bisher
nicht gelungen, die Menschen im Lande in Wallung zu versetzen. Doch
bis zum 22. September sind es noch 67 Tage, und da kann noch viel
mehr ans Licht kommen als bisher. Deshalb ist es höchst gescheit,
nichts zu sagen, was nachher als offensichtliche Lüge angeprangert
werden kann. Die Kanzlerin ist darin höchst professionell. Das gilt
indes nicht f&uum

Brasilien: Kosten bremsen Wachstum

Das brasilianische Wachstumsmodell, das auf Konsum
setzt, ist zusammengebrochen. Wegen des schwierigen Arbeitsmarktes,
geringer Wettbewerbsfähigkeit und schleppender Entwicklung der
Infrastruktur ist der berüchtigte ständige Kostenanstieg ("Brazil
cost") zu einer schweren Belastung für die Wirtschaft geworden. Zu
diesem Ergebnis kommt der internationale Kreditversicherer Coface in
seinem neuen Panorama zu Brasilien. Der Ausweg aus dieser Stagflation
liege nich

Allg. Zeitung Mainz: Gegen Neid-Debatten / Kommentar zum Solidaritätszuschlag von Reinhard Breidenbach

Solidaritätszuschlag – der Begriff hat einen
uneingeschränkt positiven Kern: Solidarität. Noch wichtiger: Der
Begriff wurde hervorragend mit Leben erfüllt nach der deutschen
Einheit, trotz manchen Gemaules, ob man "denen da drüben" denn
wirklich so intensiv helfen müsse. Man musste, und deshalb machte der
Solidaritätszuschlag Sinn. In den vergangenen 20 Jahren hat sich
vieles verändert – zum Besseren. Die neuen Bundesländer haben
wirts