Allg. Zeitung Mainz: Es hat sich gelohnt / Kommentar zur Rede des Bundespräsidenten

Man achtet uns in Europa, aber man liebt uns nicht.
Man bewundert uns ob unserer Tüchtigkeit, aber man nimmt uns kaum zum
Vorbild. Man beneidet uns ob unseres Erfolgs, aber man eifert uns
nicht nach. Kurzum: Der Rest Europas schaut mit sehr gemischten
Gefühlen auf Deutschland, viele fürchten sich – zumindest insgeheim –
sogar vor uns. Joachim Gauck hat gestern in seiner ersten großen Rede
das ganze Gewicht seines Amtes und die hohe Integrität seiner Person
dazu genu

Allgemeine Zeitung Mainz: Wer und wann? / Kommentar zur Schott-Bilanz

So hat sich Schott-Chef Udo Ungeheuer seine letzte
Bilanzpressekonferenz sicher nicht vorgestellt. Zum Abschied musste
er rote Zahlen präsentieren: Zu dem Konzernverlust in dreistelliger
Millionhöhe kommt noch ein tiefer Griff ins Eigenkapital, das um fast
400 Millionen Euro auf nunmehr 507 Millionen Euro zusammengeschmolzen
ist. Die Spuren, die der Rückzug aus dem Geschäftsfeld der
multikristallinen Photovoltaik hinterlassen haben, werden noch lange
sichtbar sein, zumal

ZDF-Politbarometer-Extra Kirche und Papst Februar 2013 /Überwältigende Mehrheit für Reformen in der katholischen Kirche (BILD)

ZDF-Politbarometer-Extra Kirche und Papst Februar 2013 /Überwältigende Mehrheit für Reformen in der katholischen Kirche (BILD)

Die weitaus meisten Deutschen würden es begrüßen, wenn es in der
katholischen Kirche bei den Themen Zölibat, Frauen im Priesteramt
oder Wiederverheiratung Geschiedener zu Reformen käme. So sind 88
Prozent aller Befragten und 84 Prozent der Katholiken der Meinung,
katholische Priester sollten heiraten dürfen, nur 8 Prozent lehnen
das ab, unter den Katholiken sind es 12 Prozent (weiß nicht: alle: 4
Prozent, Katholiken: 4 Prozent). Eine Öffnung de

Allg. Zeitung Mainz: Im Prinzip schon… / Kommentar zur Finanztransaktionssteuer

Alle sind sich im Prinzip einig, dass die, die mit
ihrem skrupellosen Verhalten einen Großteil der Welt vor nicht allzu
langer Zeit in eine der schlimmsten Rezessionen der Nachkriegszeit
gestürzt haben, dafür zur Kasse gebeten werden sollen. – Im Prinzip.
Denn wie immer steckt der Teufel im Detail, hier allerdings in einem
wesentlichen. Wie nämlich ist Otto Normalanleger davor zu schützen,
mittels einer Steuerüberwälzung – so heißt die Sache im Fac

Allg. Zeitung Mainz: Schrankenlos / Kommentar zu Amazon

Billig, billiger, noch billiger. Oder am besten
kostenlos. Eine Einstellung, nach der immer mehr Menschen leben. Und
die oft nichts anderes bedeutet, als dass dafür andere teuer
bezahlen. Mit ihren Jobs oder mit Jobs, die es in sich haben. Im Fall
des Versandhändlers Amazon scheint dies für Tausende von Menschen zu
gelten, die – wenn die von Reportern des Hessischen Rundfunks
dokumentierten Zustände System haben – unter Bedingungen arbeiten,
die einem die Haare zu Berg

Allgemeine Zeitung Mainz: Gier und Ignoranz / Kommentar zum Lebensmittelskandal

Das alte Lied: Verbrecher wollen Reibach machen und
stopfen Stoffe in Produkte, die schädlich oder im "günstigen" Fall
minderwertig sind. Bei Lebensmitteln ist das besonders verwerflich,
weil Leib und Leben von Menschen ganz unmittelbar bedroht sein
können. Das trifft in ähnlicher Weise aber auch für Giftstoffe in
Kinderspielzeug oder Bekleidung zu. So weit, so schlecht. Verbrecher
wird es immer geben, aber Fatalismus führt nicht weiter. Umfang und

Allg. Zeitung Mainz: Das Zauberwort / Kommentar zu Obamas Rede

Sollen die USA auch künftig die unangefochtene
Nummer eins auf diesem Planeten bleiben – und welcher US-Präsident
hat sich je getraut, das infrage zu stellen – dann wird Barack Obama
starke Partner brauchen. Dabei geht es ihm allerdings nicht mehr
allein um militärische Stärke, sondern um eine durchgreifende
Sanierung des Landes. Dazu braucht man sehr viel Geld, das nur dann
vorhanden ist, wenn es der Wirtschaft dauerhaft gut geht. Den
Schlüssel dazu sieht der ger

Allg. Zeitung Mainz: Wirtschaftswissenschaftler: „Netto keine neuen Jobs durch den Frankfurter Flughafenausbau“

Am Frankfurter Flughafen sind durch den Ausbau unter
dem Strich keine neuen Jobs geschaffen worden – das sagt der
Chemnitzer Wirtschaftswissenschaftler Friedrich Thießen. "Ich würde
bestreiten, dass netto für das Rhein-Main-Gebiet überhaupt neue
Arbeitsplätze entstanden sind", erklärte Thießen im Interview mit der
Allgemeinen Zeitung Mainz (Mittwochsausgabe). Tatsächlich seien nur
viele Jobs verlagert worden.

Thießen kritisierte d