Mitteldeutsche Zeitung: zur Regierung Sachsen-Anhalts

Die Art der Entlassung von Wissenschaftsministerin
Birgitta Wolff durch Ministerpräsident Reiner Haseloff (beide CDU)
per Anruf war völlig daneben. Das weiß auch Haseloff, spätestens
nachdem die Welle der Empörung über ihn gerollt ist. Trotzdem hat er
gestern im Landtag die Chance verpasst, etwas vom Ansehen, das er
verloren hat, zurück zu gewinnen. In seiner Rede hat er genau zwei
Sätze dazu gesagt: Die Entlassung hätte er sich "techn

Mitteldeutsche Zeitung: zu Arbeitslosigkeit in Frankreich

Frankreich ist zu teuer. Die Lohnstückkosten sind
zwar nicht schnell gestiegen, aber schneller als in Deutschland.
Paris reagiert: Ab Mai soll eine Arbeitsmarktreform in Kraft treten,
die Kündigungen und Lohnsenkungen erleichtert. Das dürfte die
Lohnkosten senken – aber nicht genug. Was "genug" wäre, zeigt
folgende Rechnung: Wollte Frankreich seinen Export-Anteil
wiedergewinnen und die Gewinnspannen der Unternehmen wieder auf das
Niveau von 2002 bringen, m

Mitteldeutsche Zeitung: zum NPD-Verbot

Der Streit über das Verbot wird eine freuen: die
NPD. Nicht erst ein Scheitern des Antrags können die Extremisten für
ihre Propaganda nutzen. Auch die Uneinigkeit der Verfassungsorgane
macht es ihnen möglich. Gemeinsamkeit der Demokraten auch in dieser
Frage wäre besser. Haben die Beteiligten zuvor alle Möglichkeiten zur
Einigung ausgeschöpft? Das müssen sich nicht nur die Gegner eines
Verbots fragen lassen, sondern auch die Befürworter. Die SPD

Mitteldeutsche Zeitung: zum Streit in der sachsen-anhaltischen Landesregierung

Nach Wolff stellt sich nun SPD-Chefin Katrin Budde
gegen den Sparkurs. Ihr Widerstand kommt samtpfötig daher, ist aber
Ernst zu nehmen. Wie die Rückblende zeigt, sehen Teile der SPD Unis
nicht nur als Kostenfaktor. Budde ist in die Kabinettsdisziplin nicht
eingebunden und ein anderes politisches Kaliber als Wolff. Budde muss
keinen Anruf aus der Staatskanzlei fürchten. Bullerjahn und Haseloff
mögen gedacht haben, mit dem Wolff-Rauswurf sei die Spardebatte
beendet. Sie ge

Mitteldeutsche Zeitung: zur Männergesundheit

Es hat sich eine Menge am gesellschaftlichen
Rollenbild des Mannes geändert, seit Lendenschurz, Knüppel und
Faustkeil in der Ecke gelandet sind. Nur eines hat der Mann ganz
offensichtlich nicht abgelegt: den Stolz, den Schmerz klag- und
lautlos zu ertragen. Bis zum oft genug bitteren Ende. Hier tut neue
Offenheit Not, die auch eine neue gesellschaftliche Akzeptanz
bedingt. Der Druck des Arbeitsmarktes, die Hektik der Zeit – auch der
Freizeit – lastet auf allen, Männern wie

Mitteldeutsche Zeitung: zur Anti-Terror-Datei

In einer Zeit, in der nach der NSU-Mordserie viel
über die mangelnde Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden in
Deutschland geklagt wird, haben die Richter ein ausgewogenes Urteil
getroffen. Die Anti-Terror-Datei ist vom Grundsatz her
verfassungskonform. Das imminent wichtige Trennungsgebot zwischen
Verfassungsschutz und Polizei steht einer effektiven Kooperation der
Behörden und einem Austausch von Informationen nicht entgegen.
Zugleich haben die Verfassungsrichter dem Info

MCM Investor Management AG – der Immobilienmarkt ist bunter als man meint

Fast andächtig beobachten viele Bürger derzeit, wie der Immobilienmarkt in Deutschland anzieht. Anleger aus der ganzen Welt haben Immobilien als Kapitalanlage definiert, mit der man durch den Erwerb von Immobilien und die Erzielung von Mieteinnahmen attraktive Renditen erwirtschaften kann. Diese Anleger setzen auch auf steigende Preise und wollen so durch regelmäßigen Weiterverkauf Gewinne realisieren. In den letzten beiden Jahren stiegen beispielsweise die Preise in Mü

Mitteldeutsche Zeitung: zu FC Bayern und Uli Hoeneß

Erst kamen die Steuer-Schlagzeilen, dann der
Götze-Transfer, mit dem der Rekordmeister seinen einzig verbliebenen
nationalen Konkurrenten nachhaltig schwächt. Nur: All das erscheint
nun geradezu als sportliche Petitesse. Viel zu groß sind die
Dimensionen, in die der Steuerfall Hoeneß vordringt. Dazu muss man
wissen, dass selbst Juristen einen Haftbefehl nach einer
Selbstanzeige in einem Steuerfall für einen außergewöhnlichen Vorgang
halten. Dass er zud

Mitteldeutsche Zeitung: zu Stiftung Warentest

Gewiss birgt das Gebührenmodell die Versuchung,
gute Benotungen zu inflationieren, weil dann mehr Unternehmen
Gebühren fürs Instituts-Logo zu zahlen bereit sein könnten. Wer
dies argwöhnt, stellt allerdings die Seriosität der Stiftung
überhaupt in Frage. Schließlich könnten schon bisher Unternehmen
versucht haben, Tester mittels Geldzuwendung zu guten Benotungen zu
veranlassen. Um Zweifel zu entkräften, sorgt die Stiftung für
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